Baselworld 2019 Teil 1: Eine Messe im Wandel, statt der Swatch Group positionieren sich Citizen, Casio & Co.

Schon viel wurde berichtet und geschrieben, über die Baselworld 2019. In der schönen neuen Welt des Turbo-Journalismus, bestimmen zunehmend mehr die Quantität, denn die Qualität den Inhalt. Manchmal beschleicht einen schon fast das Gefühl, der ein oder andere möchte geradezu wie bei einem Fußballmatch in Echtzeit aus der Kabine heraus berichten, damit er oder sie die Fans als erstes erreichen. Denn Reichweite und Klicks scheinen zu einem der wichtigsten Parameter unserer Zeit geworden zu sein.

Nein, und nochmals Nein! Reichweite und Klicks sind allenfalls ein Hilfsmittel oder ein Vehikel und dabei nicht mehr als ein Stück Hoffnung, welches dabei helfen soll, den Umsatz anzukurbeln, oder zumindest zu stützen.

Und genau an dieser Stelle scheiden sich die Geister. Da gibt es noch gut 500 Aussteller, die sich auf der Baselworld 2019 versammelt und mit berechtigtem Stolz ihre neuesten Kreationen den Besuchern präsentiert haben und dann gibt es die anderen, mehr als 1000 Aussteller, die in besseren Zeiten auch einmal mit dabei waren, jetzt aber aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr mitspielen möchten, oder sich andere Schauplätze gesucht haben.

Allen voran die Swatch Group, die als immer noch größter Uhrenkonzern der Welt die vermutlich immer noch bedeutsamste Uhrenmesse der Welt nicht nur mit Absenz, sondern gar mit Verachtung straft. „Wir brauchen die Baselworld nicht, wir haben sie noch nie gebraucht und werden dorthin auch nicht zurückkehren“ So lauteten unlängst die unüberhörbaren Töne von Nick Hayek, dem Patron der Swatch Group. Peinlicher und noch weniger Stil geht fast nicht mehr. Aber die freigewordene Arena übernehmen jetzt eben andere. Dazu zählen vor allem die großen Uhrenhersteller aus dem fernen Asien.

Wie viele andere Besucher sind auch wir – trotzdem oder gerade deshalb – wieder nach Basel gekommen und haben uns mehrere Tage Zeit genommen, um alles in Ruhe anzusehen und den aktuellen Stand der Dinge auf uns wirken zu lassen.

Haben wir die Swatch Group vermisst, wurden wir das ein oder andere Mal gefragt? Die Antwort: „Anfangs schon, im weiteren Verlauf der Messe aber nicht mehr“. Auf dem Uhrenmarkt herrscht auch ohne Swatch Group ein vielfältiges und breites Angebot vor und es gab wieder viel zu entdecken. Und das ist gut so; in erster Linie für den Kunden, denn er ist wieder der König. Und wer auf der Baselworld nicht dabei ist, wird nicht oder zumindest weniger stark wahrgenommen.

Da helfen dann auch die ersatzweise stattfindenden Hausmessen und Roadshows nicht weiter. Der Handel, die Journalisten, die Blogger, die Influencer und immer mehr auch die Kunden haben in der Regel weder die Zeit noch das Budget, sich darum zu kümmern und den zahlreichen Herstellern, die diese neue Mode für sich entdeckt haben, an all die schönen Plätze zu folgen, an denen sie mit ihrem Wanderzirkus gerade in Erscheinung treten.

Das mag als Ergänzung zu einer gut gemachten Messe durchaus einen gewissen Sinn ergeben, aber keineswegs als deren Ersatz und schon gar nicht, wenn das jetzt sehr viele machen.

Also gehen wir gedanklich zurück auf die Baselworld, die in 2019 zwar deutlich kleiner ausfällt, aber dadurch in manchen Punkten auch feiner geworden ist und jenen Ausstellern, die die Mühen einer Teilnahme nicht gescheut haben, anteilig eine größere Aufmerksamkeit beschert hat. Profitiert haben davon nicht zuletzt die unabhängigen Hersteller, aber auch namhafte Aussteller aus Asien, deren Gewicht und Bedeutung Jahr für Jahr zunimmt. Und das sind vor allem diejenigen, die den Marken der Swatch Group im Einstiegssegment mehr und mehr das Leben schwer machen. Hier wirkt nicht nur die Smartwatch, sondern der vielfältiger und immer besser gewordene Wettbewerb.

„Value for Money“ trägt weniger häufig das Label „Swiss Made“, stattdessen findet sich immer häufiger der Schriftzug „Made in Japan“ auf der Uhr.  Und zwar unabhängig, ob die Logos von Casio, Citizen, Seiko oder Orient Watch das Zifferblatt zieren.

Die Citizen Group, mit ihrer Tochter Miyota, die für die Herstellung von Uhrwerken – auch für viele Drittkunden – zuständig ist, wirbt gar mit dem Slogan: „The Metal Movement Made in Japan“ und grenzt sich damit klar gegen die billigen Wegwerfkaliber ihres Schweizer Wettbewerbers ab, bei denen in der Einstiegspreisklasse selbst funktional so wichtige Baugruppen wie die Hemmung aus Kunststoff gefertigt werden.

Und ein weiteres Terrain möchte Miyota fortan nicht mehr nur dem Wettbewerb überlassen. Mit der neuen Werkefamilie „Miyota Connected“ spricht der Hersteller nun auch solche Kunden an, die in die Welt der smarten Uhren einsteigen möchten, ohne auf Zulieferungen aus China angewiesen zu sein.

 

Miyota bietet aus der Zusammenarbeit mit der Fossil Group neue Uhrwerke mit zahlreichen Zusatzfunktionen an, die per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden können.

Auch an dieser Stelle hat die Swatch Group bislang nichts zu bieten. Da spielt es dann auch kaum mehr eine Rolle, ob die Swatch Group, namens ihrer Tochter ETA mechanische Werke nur noch an auserwählte und gefällige Drittkunden liefert, oder nicht. Getreu dem Motto, ich sägte an dem Ast, auf dem ich einst saß.

Sehen wir uns also statt bei Calvin Klein, Mido, Tissot, Hamilton oder Longines bei Casio, Citizen, Seiko und Orient Watch um. Wobei in Bezug auf Orient Watch zu bemerken ist, dass dieser bedeutsame Aussteller nicht in den Messehallen selbst, sondern im gegenüberliegenden Swissotel präsent war. Für 2020 hat die Baselworld an dieser Stelle also noch Potenzial.

 

Orient Watch

Orient automatic 20bar wasserdicht, Ref. RA-AA0004E19B mit Saphirglas und Manufakturkaliber für unter 300 EUR.

Die Geschichte von Orient Watch reicht bis ins Jahr 1901 zurück, als der Gründer, Shōgorō Yoshida, in Tokio ein Uhrengeschäft eröffnete. Lange Zeit war Orient, hinter Citizen und Seiko, die Nummer drei unter den großen japanischen Uhrenherstellern, bevor man von Casio in den 1970er Jahren durch die wachsende Popularität der Quarz-Uhren verdrängt wurde.

 

Elegantes Damenmodell Orient automatic mit Perlmuttzifferblatt und Swarovski-Kristallen für unter 300 EUR

Bemerkenswerterweise hielt Orient auch in dieser Zeit an mechanischen Uhrwerken fest. Bis heute fertigt Orient seine Kaliber vollständig im eigenen Hause und kann sich daher mit Fug und Recht als Uhrenmanufaktur bezeichnet werden. Orient gehört heute, wie übrigens auch Seiko, zum Firmenverbund von Seiko Epson, arbeitet jedoch nach wie vor völlig eigenständig.

 

OrientStar automatic mit Gangreserveanzeige, kleiner Sekunde und Manufakturkaliber für rund 500 EUR

Orient Watch ist mit seinen Uhren der Marke Orient weltweit vertreten, welche sich durch ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie hochwertige Verarbeitung auszeichnen, möchte aber über die neue Niederlassung in London nun auch die Top-Marke „OrientStar“ auf dem europäischen Markt positionieren.

 

Die neue OrientStar Ref. RE-DX0001S mit skelettiertem Manufakturkaliber und Handaufzug in Premiumqualität für 1.900 US$

SEIKO

Ähnlich aufgestellt, aber in Europa, und insbesondere Deutschland, weitaus bekannter ist die Seiko Holding mit den Marken Seiko und Grand Seiko. Auf der Baselworld hat Seiko in diesem Jahr die Aufmerksamkeit auf die Spring Drive genannte, zwar seit vielen Jahren bekannte, aber immer noch absolut einzigartige Technologie gelenkt.

 

Grand Seiko Spring Drive Kaliber 9R02

Der Spring Drive Mechanismus ist eine Hemmung, die sowohl mechanisch als auch elektrisch arbeitet. Die Grundidee dieser Technologie stammt aus dem Jahr 1973. 1999 war die Technologie marktreif. Seiko entwickelte einen neuen Microchip, der eine Leistungsaufnahme von lediglich 25 Nanowatt hat. Dies entspricht dem Tausendstel der Leistungsaufnahme einer Quarzuhr.

 

Grand Seiko Spring Drive

Die Spring-Drive-Werke verfügen über eine Quarzeinheit sowie ein konventionelles Räderwerk mit Automatikaufzug und Zugfeder. Wie bei jeder mechanischen Uhr gibt die Zugfeder ihre Energie an das Räderwerk weiter. Aber anstatt einer Unruh mit Spiralfeder, die über Ankerrad und Anker mechanisch mit dem Räderwerk gekoppelt ist, wird bei dieser Lösung ein Gleitrad angetrieben, dessen Geschwindigkeit durch eine Elektronik reguliert wird. Die Geschwindigkeit des Gleitrades wird gemessen, mit den Vorgaben eines Quarzkristalls verglichen und je nach Abweichung mit Hilfe des Wirbelstromprinzips reguliert. Eine Batterie benötigt die Spring Drive Technologie nicht. Die Energie für die Elektronik wird einzig aus der Wirbelstromeinheit gewonnen.

Dass sich der Sekundenzeiger einer Uhr mit Spring Drive kontinuierlich und ruckfrei bewegt, liegt am gleichförmigen Lauf des Gleitrades. Das Räderwerk läuft so vollkommen gleichförmig ab und wird nicht wie bei einer mechanischen Hemmung durch Anker und Ankerrad immer wieder ruckartig abgebremst.

Anders als eine konventionelle mechanische Uhr läuft das Spring-Drive-Werk mit der Genauigkeit einer Quarzuhr. Bei Vollaufzug besitzt die Uhr eine Gangreserve von 72 Stunden und weist eine Gangabweichung von weniger als ±15 Sekunden im Monat auf.

Aber Seiko kann natürlich auch rein mechanisch. Unter der Einstiegsmarke Seiko hat es die Modellreihe Prospex bis ganz oben auf der Beliebtheitsskala geschafft.

 

Taucheruhr Seiko Prospex in der Trendfarbe Grün

Ein Modell dieser Serie erlangte sogar beim Grand Prix d`Horlogerie Genève die begehrte Auszeichnung.

 

CASIO

Der eindrucksvolle Messestand von Casio

Ganz anders ist Casio unterwegs. Bei diesem ebenfalls in Japan beheimaten Hersteller robuster und hochwertiger Uhren spielt die Mechanik keine Rolle. Casio setzt voll und ganz auf Elektronik und zwar in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Casio war einer der ersten Produzenten von digitalen, quarzgesteuerten Armbanduhren und ist dafür bekannt, möglichst viele Funktionen zu integrieren; neben der obligatorischen Anzeige der Uhrzeit etwa eine Stoppuhr, Kompass, Höhen- und Luftdruckmesser, Thermometer, GPS, und vieles mehr.

 

Die Oceanus von Casio

Dabei deckt Casio mittlerweile ein ungemein breites Produktspektrum ab. Von der schlichten 3-Zeiger Uhr über die robuste G-Shock in allen denkbaren Varianten bis hin zur Pro-Trek Serie für den anspruchsvollen Outdoor Profi.

 

G-Shock by Casio. Wie dieses Modell sind mittlerweile sehr viele mit Bluetooth Connectivity ausgestattet.

Dabei hat Casio stets ein optimales Preis-Leistungsverhältnis im Auge und bietet über das gesamte Portfolio eine breite Palette von sogenannten Connected Watches an, also Uhren, die mittels einer auf dem Smartphone installierten Companion App mit diesem via Bluetooth Daten und Informationen austauschen kann.

 

Das Highlight der Messe bei Casio: Die G-Shock MR-G 2000GA mit von Hand geschmiedetem Band, gefertigt aus jenem Stahl, aus dem auch die berühmten japanischen Samurai-Schwerter bestehen.

Hinsichtlich der Produktvielfalt an hochwertigen Uhren zählt Casio ganz zweifellos zu einem der führenden Anbieter auf dem Markt.

 

Citizen

Aber auch Citizen wartet mit überaus interessanten und spannenden Modellen auf, die einen technologischen Führungsanspruch erheben.

 

Die genaueste Quarzarmbanduhr der Welt kommt von Citizen. Das Kaiber 0100, welches mit Solarenergie gespeist wird, weist eine Gangabweichung auf, die weniger als 1 Sekunde pro Jahr beträgt!

Die Citizen Group hat vor einigen Jahren nicht nur damit begonnen, die Aufmerksamkeit auf die eigenen Produkte zu steigern, sondern durch gezielten Zukauf von Unternehmen, vornehmlich in der Schweiz, das Produkt- und Markenportfolio erheblich ausgebaut. Neben Frédérique Constant und Alpina gehören auch die exklusiven Top-Marken Arnold & Son sowie Angelus und damit verbunden der Werkeproduzent La Joux-Perret zur Gruppe.

 

Die neue Pilotenuhr Citizen Promaster Satellite Wave Sky, Ref. CC7015-55E, zum 30-jährigen Jubiläum der erfolgreichen Promaster Serie

 

Aber auch die US-amerikanische Marke Bulova zählt dazu und wird jetzt mit erhöhter Aufmerksamkeit wieder aufgefrischt.

 

Bulova Accutron Next Generation als Prototyp für eine Uhr, welche die benötigte Energie mittels Mikro-Generator und statischer Aufladung selbst erzeugt. Das Modell kommt voraussichtlich 2020 auf den Markt.

Last but not least ist auch der Werkeproduzent Miyota, der Citizen, aber auch sehr viele Drittkunden, mit Uhrwerken versorgt, über eine Zusammenarbeit mit der Fossil Group in Sachen Connected Movement aktiv geworden. Dieses zukunftsträchtige Geschäftsfeld will Citizen nun nicht mehr nur dem Wettbewerb überlassen, sondern steigt mit einem ersten eigenen Produkt, der Modellreihe Riiiver in dieses interessante Wachstumssegment ein.

 

Die brandneue Citizen Eco-Drive „Riiiver“ mit einer ganzen Reihe von smarten Funktionen

FIYTA

Aus dem asiatischen Raum sind aber nicht nur Uhrenhersteller aus Japan präsent, sondern zunehmend auch ernstzunehmende Anbieter aus China. Das Unternehmen Fiyta wurde 1987 in China gegründet und hat sich auf dem asiatischen Markt rasch zu einem bedeutsamen Anbieter vergleichsweise hochwertiger Uhren entwickelt.

 

Moderne und qualitativ hochwertige Herren Automatik-Uhr von Fiyta

Fiyta setzt überwiegend Uhrwerke von Miyota ein und bietet sauber verarbeitete Gehäuse zu wettbewerbsfähigen Preisen. In Europa ist Fiyta bislang hauptsächlich in Frankreich etabliert, weitet die Aktivitäten jetzt aber massiv aus.

 

Fassen wir zusammen:

Haben wir uns in den vergangenen Jahren in Basel auch bei Marken der Swatch Group umgesehen, so konnten wir diese jetzt gewonnene Zeit nutzen, uns intensiver bei den asiatischen Ausstellern umzusehen und waren angetan von deren Innovationskraft und Leistungsfähigkeit.

Ganz besonders hat uns beeindruckt, dass alle Hersteller streng darauf achten, ein gut sortiertes, qualitativ hochwertiges und dabei preislich attraktiv positioniertes Einstiegssegment zu pflegen. Aber auch der Kaufinteressent mit höheren Ansprüchen kann nun zumeist der jeweiligen Marke treu bleiben. Die Anbieter aus Japan haben allesamt auch spezielle, zumeist limitierte Modelle für den gehobenen Anspruch im Sotiment. Sei es, dass es sich um technologische Besonderheiten, oder um die Verwendung und Verarbeitung spezieller Materialien geht.

Das Qualitätssiegel „Swiss Made“ ist damit längst nicht mehr ohne Konkurrenz. „Made in Japan“ hat mittlerweile auf Augenhöhe aufgeschlossen. Sollte die Swatch Group die Baselworld tatsächlich auch in Zukunft schneiden, so ist dies für die Messe kein wirkliches Unglück. Es wäre zwar zweifellos schade, aber der eigentliche Schaden dürfte primär auf deren Seite liegen.

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G-SHOCK feiert 20 Jahre MT-G in den schillernden Farben des Regenbogens

Erstmals vorgestellt im Jahr 1999 ist die MT-G Serie bekannt für ihre besonders stoßfeste Konstruktion, bei der Metall und Resin zum Einsatz kommen. Nun feiert G-SHOCK das 20-jährige Jubiläum der hochwertigen MT-G Serie. Das Jubiläumsmodell „MTG-B1000RB“ ist mit einer besonderen Ionenbeschichtung auf dem Edelstahlgehäuse – in Anlehnung an einen Regenbogen, welcher farbenfroh und symbolträchtig zugleich für die Verbindung zwischen Himmel und Erde steht – versehen.

 

MTG-B1000RB

Ausgestattet mit der ‚Core Guard Struktur‘ bietet das Modell eine extrem hohe Robustheit und Widerstandsfähigkeit gegen Stöße von außen. Ein stabiler Metallrahmen verbindet die Lünette und Gehäuseboden durch Metallelemente, der das Innengehäuse vor Stoßeinwirkungen schützt.

Ein hochwertiges Saphirglas rundet die Belastbarkeit der Uhr ab. Ein weiches Urethanband sorgt für optimalen Tragekomfort, das mit strapazierfähigem Resin- und Metallteilen befestigt ist.

 

 

Die MTG-B1000 Serie sind Zeitmesser, die durch das Connected Engine Modul überall auf der Welt exakt die Zeit anzeigen und sich durch ein gekoppeltes Smartphone oder Funkwellen mit einem Zeitserver verbinden. Funktionen wie z.B. Weltzeit und Alarm können bequem über die G-SHOCK Connected App eingestellt werden. Zusätzlich kann die App den Ladezustand der Batterie anzeigen. Die Uhr verfügt über Tough Solar Technologie und hat eine Dunkelgangreserve bis zu 24 Monaten nach einer kompletten Akku-Ladung. Sie ist bis 20 bar wasserdicht.

 

Technische Daten: MTG-B1000RB

 

Für einen besonderen Look kommt das Jubiläumsmodell in einer Sonderverpackung mit regenbogenfarbener Ionenbeschichtung.

 

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Baselworld Quo Vadis?

Nach der Messe ist vor der Messe, oder etwa doch nicht?

Die Baselworld 2019 startete unter keinem guten Stern. Abermals weniger Aussteller als noch in 2018 wo, im Vergleich zu 2017, bereits ein erster großer Rückgang zu beklagen war.

 

Die Baselworld 2019 startete mit trüben Aussichten

 

Die Messegesellschaft MCH zog die Notbremse und wechselte die Verantwortlichen im Projektmanagement aus.

Das konnte die Swatch Group jedoch nicht mehr von ihrem Vorhaben abhalten, der Baselworld den Rücken zu kehren und mit sämtlichen Marken fernzubleiben. Stattdessen ludt die Swatch Group den Handel nach Zürich zu einer eigenen Veranstaltung ein.

Entsprechend war der Auftakt zur Baselworld 2019 mit deutlich reduzierten Erwartungen verbunden. An den ersten beiden Tagen waren gefühlt eine spürbar geringere Zahl an Besuchern und sichtbar weniger Journalisten in den Hallen unterwegs.

 

In Halle 1.0 am Pressetag mit auffallend weniger Journalisten

 

Die Ausdünnung der Halle 1.0 durch den Wegfall der Swatch Group – erinnerte man sich der Bilder aus den Vorjahren – war unübersehbar. Auch ein Stockwerk höher, in Halle 1.1, war so manches anders. Das Fehlen großer Marken wie Hermes oder auch Swarowski hinterließ Spuren.

 

Halle 1.1 mit fast leeren Gängen an den ersten beiden Tagen

 

Dennoch, und das ist die „Good News“, ist es dem neuen Messemanagement gelungen, das Beste aus all dem zu machen.

Und im weiteren Verlauf der Messetage füllten sich zumindest am Freitag, Samstag und Sonntag die Hallen auch wieder zahlreich mit Besuchern. Es herrschte schon fast wieder das aus den Vorjahren bekannte Bild vor. Am Wochenende waren auffallend viele Endkunden anzutreffen, und zwar aller Altersklassen. Ob Jung, ob Alt, ob alleine, mit Freunden, oder sogar mit der ganzen Familie, das Interesse an schönen Uhren und schönem Schmuck scheint ungebrochen. Allerdings lautet das ernüchternde Ergebnis: 20% Besucherschwund im Vergleich zu 2018.

Überraschenderweise waren die meisten Aussteller mit den Ergebnissen dennoch zufrieden. Manche waren, gemessen an den schwierigen Rahmenbedingungen, sogar sehr zufrieden.

Aber was bedeutet das für die Zukunft? Nun, die Baselworld hat auf die von allen Seiten spürbare Trendwende viel zu spät reagiert. Anders als die Inhorgenta in München, die sehr frühzeitig die Risiken, aber auch die Chancen einer rasch voranschreitenden Digitalisierung erkannt und für sich genutzt hat, versuchte die Baselworld die analoge Welt zu verteidigen und scheiterte grandios.

 

Die imposante Halle 1 der Baselworld mit immer weniger Inhalt

 

Wertvolle Zeit ist ungenutzt verstrichen, viele Aussteller wurden durch beständige Arroganz und Ignoranz verprellt und haben sich mittlerweile andere Schauplätze gesucht. Einige sind nach Genf auf die SIHH abgewandert (beispielsweise Hermes oder auch die Kering Gruppe mit Girard-Perregaux und Ulysse Nardin) und wieder andere, wie z.B. Samsung oder Intel, die 2017 den Versuch starteten, smarte Technologien in Basel salonfähig zu machen, wurden vom Messebeirat nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Die IT-Giganten spielen ohnehin in einer ganz anderen Liga und haben für so manche Kleingeister der Uhrenbranche nur ein kurzes Lächeln übrig.

 

Baselworld 2017: Im damals sehr gut besuchten Stand von Samsung

 

Garmin, einer der weltweit erfolgreichsten und anerkanntesten Hersteller von multifunktionalen, smarten Uhren wurde bei seiner Bewerbung für die Baselworld 2019 gar abgelehnt und hat sich stattdessen im nebenan gelegenen Hotel Hyperion unter ca. 30 andere hochwertige Marken gemischt, die aus verschiedenen Gründen mit ihren Ständen ebenfalls nicht auf die Messe gehen.

 

Das Hyperion macht möglich, was die Baselworld nicht schafft

 

Wie kann es im Zeitalter der Digitalisierung sein, einer Firma wie Garmin einen Korb zu geben, nachdem Samsung und Intel in den Jahren 2017 und 2018 unverständlicherweise in Ungnade gefallen sind? Samsung könnte die Swatch Group aus der Portokasse übernehmen, sofern sie denn wollten. Einfach nur peinlich!

 

Ein kleiner Auszug jener Hersteller, die statt auf der Baselworld im Hotel Hyperion ausstellten

 

An dieser Stelle hat auch das neue Management komplett versagt.

Und wie kann es sein, dass Aussteller, wie Mondaine, Junghans, Orient Watch, Moser & Cie, Greubel Forsey, um nur einige weitere zu nennen, sich andere Lokationen rund um den Messeplatz herum suchen. Da ist doch etwas völlig aus dem Ruder gelaufen.

Der Wettbewerb ist voll entfacht und es werden nur die Besten bleiben. Das gilt im Übrigen auch für Messen. Die CeBit in Hannover ist Geschichte, dafür brummt der Mobile World Congress in Barcelona, die Inhorgenta scheint das Tal der Tränen durchschritten zu haben. Aber auch die ISPO in München oder die IFA in Berlin zeigen, wie es geht.

 

Folgt die Baselworld dem gleichen Schicksal?

 

Die Baselworld hat nun die Wahl: Tritt sie in die Fussstapfen der CeBit oder folgt sie der Erfolgsspur der Inhorgenta?

Was bleibt, ist die unnötige Aufteilung der Uhrenmesse in SIHH und Basel. Zwar konnte für 2020+ die terminliche Abstimmung zwischen den beiden (noch) konkurrierenden Messen bekannt gegeben werden, so dass Fernreisende nicht mehr zweimal in kurzer Folge in die Schweiz reisen müssen. Dennoch entbehrt die Aufsplittung einer Messe zum gleichen Thema auf zwei Standorte im gleichen Land jeglicher rationaler Logik. Effizienz geht anders.

 

Die SIHH in Genf und die Baselworld zwei redundante Messen zum gleichen Thema an unterschiedlichen Orten.

 

Keine andere Branche kann sich diesen Luxus leisten. Vermutlich ist immer noch zu viel Geld im System und das Leiden noch nicht groß genug. Beide Standorte, Genf und Basel hätten genügend Fläche, die gesamte Messe zu beherbergen und auszurichten. Vielleicht im jährlichen Wechsel, einmal in Genf, dann in Basel und umgekehrt.

Sollten, wie gewisse Nebengeräusche verlauten lassen, weitere Aussteller der Messe Basel eventuell den Rücken kehren wollen, wird es mit dem Turnaround schwierig. Da sind nun wirklich gute und alternative Ideen gefragt sowie möglichst viele neue Aussteller, auch aus der von der traditionellen Uhrenbranche bislang verachteten IT-Branche. Nur, ob diese jemals den Weg nach Basel finden bzw. dorthin zurück, wird eine der Kernfragen sein, auf die die Messeleitung rasch eine Antwort finden muss.

 

 

Die IT-Branche kommt wunderbar ohne die Baselworld zurecht, aber umgekehrt wohl eher nicht. So könnte die schmerzhafte Erkenntnis lauten.

 

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Die pure Arroganz: Wir brauchen die Baselworld nicht, postuliert Nick Hayek

Nick Hayek findet einmal mehr klare Worte.

Anlässlich der Bilanzpressekonferenz, bei der die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres präsentiert wurden, postulierte der Patron der Swatch Group: „Wir brauchen Basel nicht und haben es nie gebraucht“. Auch schließt er eine Rückkehr zur Basler Uhrenmesse kategorisch aus.

Mehr Arroganz und Ignoranz geht eigentlich nicht mehr.

Die Schweizer Uhrenindustrie steckt in der Krise, und die Swatch Group ganz besonders. Den Aktienkurs innerhalb der letzten 5 Jahren von 565 CHF auf nunmehr knapp unter 300 CHF fast zu halbieren, ist schon eine stramme Leistung. Das muss Herrn Hayek erst einmal jemand nachmachen.

Aktie der Swatch Group, 5-Jahres Verlauf

Und dann die Frage zu stellen, wer hier wen braucht, ist ziemlich mutig.

Aber vielleicht braucht der Kunde die Swatch Group irgendwann nicht mehr. Denn die Swatch Group sieht völlig teilnahmslos zu, wie die großen Tech-Konzerne mit immer neuen und besseren Produkten den Markt einnehmen. Disruption nennt sich das.

Aber selbst der unmittelbare Wettbewerb, der sich in einem ähnlich stürmischen Umfeld behaupten muss, zeigt eine bessere Leistung.

Aktie der Groupe Richmont, 5-Jahres Verlauf

Die Groupe Richemont überzeugte die Anleger zwar ebenfalls nicht wirklich, dennoch beträgt das Minus nicht satte 46%, wie bei der Swatch Group, sondern „nur“ -11%. Aber immerhin haben die Verantwortlichen bei der Groupe Richmont längst die Konsequenzen gezogen.

Aktie von LVMH, 5-Jahres Verlauf

Das Maß der Dinge ist allerdings LVMH mit einem Plus von satten 147%.

Da spielen die sonstigen von Herrn Hayek getroffenen Aussagen und Prognosen dann eigentlich kaum mehr eine Rolle. Dass Nick Hayek nun auch die Belieferung der Wettbewerber Richmont und LVMH mit Uhrwerken aus dem Hause ETA ab Mitte des Jahres einstellen will, passt ins Bild der Irrationalität. Und dazu passt auch der Anstieg des Jahresgehaltes von 6,97 Mio. CHF in 2017 auf 7,3 Mio CHF in 2018. Leistung will schließlich belohnt werden.

Noch Fragen?

 

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Die Inhorgenta 2019: Eine Rückblende

Die Inhorgenta 2019 vermochte – ähnlich wie die Baselworld – bereits im Vorfeld einige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Allerdings – ganz im Gegensatz zur Baselworld – mit durchweg positiven Vorzeichen.

Schwindet in Basel von Jahr zu Jahr die Zahl der Aussteller, so nimmt sie in München auf der Inhorgenta zu. In der Tat scheint die Inhorgenta in Sachen Uhren das Tal der Tränen überwunden zu haben. In Sachen Schmuck zählt die Messe ohnehin schon lange zur ersten Adresse.

 

Die Inhorgenta in neuem Gesicht

So waren wir nach all den Vorinformationen, die uns zur Neugestaltung der (Uhren-) Halle A1 erreicht haben, sehr gespannt. Völlig neu – und in gewisser Weise ein wenig den Les Ateliers in Basel nachempfunden – war erstmals die mittig in der Halle A1 angeordnete Boutique zu entdecken.

 

„Uhren-Halle A1“

 

Dort gaben sich eine ganze Reihe von Firmen mit ihren Ständen ein Stell-Dich-Ein, die nicht den Aufwand treiben wollten oder konnten, mit einem eigenem Standbau aufzuwarten. Findet doch nur wenig später bereits die Baselworld statt und so gilt es, den Aufwand gering zu halten. Die Messegesellschaft machte es sich zur Aufgabe, mit einem Standkonzept aufzuwarten, welches die Aussteller deutlich entlastet und diese sich damit primär auf die Präsentation ihrer Produkte konzentrieren konnten.

 

 

 

Die Uhrenboutique und zahlreiche neue Aussteller

Innerhalb der im venezianischen Stil gehaltenen Uhrenboutique fand sich ein Bistro sowie ein Kommunikationszentrum, welches nicht nur zum Verweilen einlud, sondern auch für Fachvorträge und offene Diskussionsrunden genutzt wurde.
Nicht nur der erste Eindruck war gut, auch ein zweiter und dritter Eindruck bestätigten die Richtigkeit des Konzeptes. Es machte Spaß und Laune, sich dort aufzuhalten.

 

 

So gelang es der Messeleitung, zahlreiche namhafte Hersteller hochwertiger Uhren wieder als Aussteller für die Inhorgenta zu gewinnen. Neben bekannten großen Firmen, wie die Citizen Group, mit ihren Marken Citizen, Bulova, Frédérique-Constant und Alpina, waren auch etliche kleinere, hochspezialisierte Firmen nach München gekommen. Sinn Spezialuhren aus Frankfurt genauso, wie Mühle aus Glashütte.

 

Citizen Diver´s 200m

 

Bulova Curv mit gewölbten Gehäuse und ebenso gewölbten Uhrwerk

 

SINN Spezialuhren

 

Teutonia IV Mondphase mit Mühle Jubiläums-Rotor 1869 – 2019

 

Mühle-Glashütte, Panova Grün

 

Auch die Top-Marke Tutima aus Glashütte oder Meistersinger mit der legendären Einzeigeruhr und natürlich Alexander Shorokhoff mit seinen kunstvollen Uhrendesigns waren in der neu errichteten Uhrenboutique anzutreffen.

 

Tutima Flyback-Chrono Tempostopp mit neuem Kaliber T659 aus eigener Glashütter Fertigung

 

Meistersinger Einzeigermodelle

 

Alexander Shorokhoff LOS CRANEOS 2. Dieses Modell ist der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo gewidmet.

 

Alexander Shorokhoff REVOLUTION. Seit 2016 tüftelte Alexander Shorokhov an dem Modell „Revolution“. Er wollte mehr Kunst, mehr Avantgarde, mehr „Revolution“ in die Gestaltung der Uhr bringen, sowie sein Ingenieurstalent einsetzen.

 

Aber auch die aus Frankreich stammenden Firmen Michel Herbelin und Pequignet fanden wieder den Weg nach München.

 

Pequignet Calibre Royale

 

Pequignet Royale Saphir

 

Hersteller wie Borgward oder Benzinger bieten dem Kunden dagegen ganz individuelle Lösungen in Kleinstserie oder fertigen auf Wunsch auch echte Unikate an. Jochen Benzinger hatte auch diesmal seine rund 300 kg schwere rund 100 Jahre alte Guillochiermaschine dabei, um dieses seltene Handwerk den interessierten Fachbesuchern im Live-Format vorführen zu können.

 

Borgward Fifty Seven in der Trendfarbe Grün

 

Jochen Benzinger

 

Benzinger Subskription in Blau

 

Für akustische Untermalung am Akkordeon sorgte zwischendurch Yvo Staudt, CEO und Gründer von Staudt Watches aus Holland. Yvo Staudt ist nicht nur Querdenker und Quereinsteiger, sondern gleichzeitig ein mutiger, enthusiastischer Geschäftsmann und Uhrenaficionado. Seine Uhren drücken und strahlen genau das aus.

 

Yvo Staudt, CEO und Gründer von Staudt Watches

 

Staudt Twenthe

 

Staudt Twenthe: Praeludium Chronograph

 

Zu den mutigen Uhrenmachern darf auch Willi Birk, CEO und Inhaber von POINTtec, gezählt werden. Mit seiner neuen Marke „Iron Annie“ knüpft er an die Geschichte einer von einem Amerikaner liebevoll IRON ANNIE genannten Junkers JU52 an. In einer Zeit mit geringem oder gar Nullwachstum eine neue Marke in den Markt zu bringen, erfordert Engagement und Durchhaltevermögen.

 

Iron Annie Classic automatic

 

Iron Annie Classic

 

Für Überraschung sorgte aber auch die Marke „Junkers“. Von POINTtec als Lizenznehmer wurde die Marke einst über viele Jahre behutsam aufgebaut und mit hochwertigen Produkten zur festen Größe im Uhrenmarkt entwickelt. Nun greift der Lizenzgeber, die Familie Junkers, selbst in das Geschehen ein und versucht eine eigene Kollektion aufzubauen. Der erste Eindruck, der durch die Familie Junkers vorgestellten Preziosen war allerdings wenig überzeugend. Einmal mehr ein Beispiel dafür, wie eine sorgsam aufgebaute Marke durch ein übereifriges Management Gefahr läuft, vom rechten Weg abzukommen.

 

Eigener Junkers Stand

 

Zu jenen Herstellern feiner Uhren, die in der Vergangenheit durch viele Höhen und Tiefen gehen und dabei reichlich Managementfehler ertragen musste, gehört auch die traditionsreiche Marke EBEL. Nun scheint EBEL aber wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Das Management um Flavio Pellegrini besinnt sich alter Tugenden und so strahlt die aktuelle Kollektion wieder ganz im Glanz der 1980er Jahre als die damaligen Tennis-Stars Boris Becker, Michael Stich, Stefan Edberg, Gabriela Sabatini, André Agassi oder auch Yannick Noah eine feine EBEL am Handgelenk trugen. Sehr erfreulich ist, dass EBEL ab sofort auch bei Wempe wieder gelistet ist.

 

Ebel Discovery mit Bronzegehäuse

 

Ebel Brasilia

 

Bei Junghans war das beherrschende Thema natürlich das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus. Die Max Bill Kollektion erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und Junghans versteht es meisterlich, diese wunderschönen Uhren zu hegen und zu pflegen. Passend, oder sagen wir besser als Ergänzung, dazu gibt es in limitierter Stückzahl eine in tiefschwarzen Klavierlack gehaltene Tischuhr.

 

Junghans

 

Junghans max bill Automatic 100 Jahre Bauhaus

 

Ein Urgestein in der deutschen Uhrenszene ist auch Hans-Jörg Vollmer, Inhaber der Marken Aristo, Erbprinz und Messerschmitt. Aristo-Vollmer ist stets bestrebt dem Kunden möglichst viel Uhr für´s Geld zu bieten. Auch bei Aristo findet sich natürlich die neue Trendfarbe Grün.

 

Aristo automatic in der Trendfarbe Grün

 

Last but not Least dürfen wir einen der Inhorgenta sehr verbundenen und sehr namhaften Hersteller nicht vergessen. Der japanische Hersteller Casio wartet mit einem sehr breiten Portfolio an unterschiedlichsten Modellen auf. Von sportlich und robust über funktional und innovativ bis hin zu elegant ist alles zu finden, was der Kunde und damit auch der Fachhandel sucht.

 

Die robuste Casio G-Shock LCD mit Bluetooth

 

Zum 35-jährigen Jubiläum der Submarke G-Shock lanciert Casio auch wieder vermehrt jene Uhren mit stromsparenden LCD-Display, die bereits in den 80er Jahren viele Handgelenke zierten. Heute sollen Sie das wieder tun, aber natürlich ausgestattet mit zahlreichen zusätzlichen Funktionen und Bluetooth für die Connectivity mit dem Smartphone.

 

Gute Stimmung herrscht vor

Nahezu alle von uns befragten Aussteller berichten über positive Gespräche und Geschäftsabschlüsse. Auch der aus Litauen stammende Hersteller Vostok Europe mit seinen überaus robusten, überwiegend für Taucher und Wassersportler gestalteten Uhren, vermeldet gute Resonanz.

 

Vostok Europe Expedition Everest automatic

 

Von der schlechten Stimmung, die teilweise den Zerwürfnissen auf der Baselworld geschuldet ist, war auf der Inhorgenta wenig zu spüren oder zu hören.

Neben aller Tradition hat sich die Inhorgenta – ganz anders als die Baselworld – schon sehr frühzeitig mit dem digitalen Wandel auseinandergesetzt. Nicht nur in Fragen der Produktvermarktung und Produktpräsentation, sondern auch hinsichtlich der zu präsentierenden Produkte.

 

Die Smartwatch und der digitale Wandel

So kam nun mit Garmin einer der renommiertesten und erfolgreichsten Hersteller intelligenter Uhren mit einem eigenen Stand auf die Messe. Garmin war in der Vergangenheit bereits über Komsa, einem für den Fachhandel wichtigen Distributor, auf der Inhorgenta vertreten, ist aber mittlerweile so erfolgreich auf dem Markt etabliert, dass es an der Zeit war, nach vorne zu treten und sich dem interessierten Publikum selbst zu präsentieren.

 

Garmin Fenix 5 plus

 

Die Inhorgenta belegte mit dem ausgestellten Produktportfolio eindrucksvoll, dass die Smartwatch – entgegen aller früheren Unkenrufe – in der Uhrenszene angekommen ist. Komsa nutzte denn auch die Bühne und stellte die erst zwei Tage zuvor in San Franzisco präsentierte neue Smartwatch von Samsung, die Galaxy Watch Active vor. Die Resonanz war überwältigend.

 

Vorstellung der neuen Samsung Galaxy Watch Active

 

Ein Wunsch für die Zukunft bleibt

Das Inhorgenta-Management, rund um Projektleiterin Stephanie Mändlein, hat ganze Arbeit geleistet und Aussteller wie Besucher gaben uns ein durchweg positives Feedback. Lediglich der Wunsch, die Messe möchte sich doch in Zukunft auch für interessierte Endkunden öffnen, war mehrfach zu hören. Die neue Generation von Kunden sucht die Nähe, die Nähe zum Produkt, aber auch die Nähe zum Hersteller. Umgekehrt möchten die Hersteller die Stimme des Kunden möglichst ungefiltert empfangen können. Look and Feel sind die Schlüsselwörter. Und diesem Anspruch kann eine modern gestaltete Messe mit moderaten Eintrittspreisen bestmöglich nachkommen.

 

Der Handel im Wandel

Ein wichtiges Thema auf der Messe war neben der Präsentation aktueller und neuer Kollektionen aber auch der Wandel im Handel. Die Digitalisierung ist allgegenwärtig und der Kunde von heute und morgen ist nicht mehr der Kunde von gestern. Der ein oder andere Fachhändler hat sich der Veränderung angenommen und die für ihn notwendigen Konsequenzen gezogen. Das ist jedoch längst nicht durchgängig der Fall und so kann davon ausgegangen werden, dass dort, wo die erforderlichen Veränderungen ausbleiben, die Überlebenschancen gering sind. Der Kunde ist wieder König und er ganz allein entscheidet darüber, ob er kauft, wann er kauft, wie er kauft, wo er kauft und natürlich was er kauft.

Hersteller, wie auch Fachhändler sind gut beraten, sich dem zu stellen und die passenden Antworten parat zu haben. Wie das Hin und Her am Beispiel Nomos zeigt, gibt es zwischen stationärem Fachhandel und Online-Vertrieb immer noch eine erbitterte Rivalität. Dem Kunden kann es nur recht sein. Er wird als Sieger hervorgehen. Denn er kauft das beste Produkt zum besten Preis an dem für ihn bestgelegenen POS, auch wenn dieser virtuell über das Internet zu erreichen ist.

 

 

Vielleicht schaffen es ja die deutschen Hersteller, idealerweise gemeinsam mit dem Fachhandel, eine markenübergreifende Handelsplattform für das anspruchsvolle Produkt Uhren auf die Beine zu stellen, anstatt sich in einer aufwendigen und wenig erfolgversprechenden Kleinteiligkeit zu verlieren. Jedem seinen Online-Shop ist wahrlich keine Lösung. BMW und Daimler haben sich jüngst zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Mobilitätsplattform zu schaffen und zu betreiben. Das könnte vielleicht als Ansporn und Vorbild für die Uhrenbranche dienen?

 

Der Inhorgenta Award

Bereits im dritten Jahr in Folge richtete die Inhorgenta den Inhorgenta Award aus. Bei Uhren waren auch in diesem Jahr wieder die Kategorien „Watch Design of the Year“ sowie „Smart & Connected Watches“ ausgeschrieben.
Gab es im Vorjahr einige kritische Stimmen zur Vorauswahl und letztlich auch Preisverleihung in den genannten Kategorien, so konnte das Publikum der diesjährigen Auswahl durchaus folgen.

In der Kategorie „Watch Design of the Year“ konnte die Bulova Curv die Jury am meisten überzeugen.

 

Inhorgenta Award an Bulova für das Modell Curv

 

In der Kategorie „Smart & Connected Watches“ wurde die begehrte Trophäe dem Modell fenix 5+ von Garmin verliehen.

 

Inhorgenta Award an Garmin für das Modell Fenix 5 plus

 

 

Nach der Messe ist vor der Messe

Bereits in wenigen Tagen startet die Baselworld mit einer stark dezimierten Zahl an Ausstellern. Selbst der größte Uhrenhersteller der Schweiz, die Swatch Group, hat seine Teilnahme abgesagt und stellt nun parallel zur Baselworld im Rahmen einer Hausmesse in Zürich aus. Peinlicher und unvorteilhafter für den Standort Basel, aber auch die Uhrenbranche ganz generell, geht es eigentlich nicht mehr.

Der Inhorgenta ist es gelungen, zahlreiche Aussteller zurück zu gewinnen, wollen wir hoffen, dass dies dem neuen Management der Baselworld für die Zukunft ebenfalls gelingen mag. Stabilität und Geschlossenheit wären in der Branche der feinen Uhren ein wichtiger Anker.

 

 

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