Das Exportwachstum der Schweizer Uhrenindustrie hat zu Beginn des Jahres im März 2019 mit einem Umsatzplus von 4,4% etwas an Schwung gewonnen und lag in diesem Monat bei 1,7 Milliarden Franken; das erste Quartal hat somit die 5-Milliarden-Franken-Marke überschritten. Daraus ergibt sich eine Steigerung von 2,9% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres Januar-März 2018.

Das Umsatzplus war jedoch ausschließlich getrieben durch den starken Anstieg bei Uhren aus Edelmetall und Bimetall, während bei jenen mit Gehäusen aus Stahl die Umsätze weitgehend stagnierten.

Sehen wir uns hingegen die absoluten Produktionszahlen an, so dreht sich das auf den ersten Blick positive Bild, stark ins Negative. Bei den ausgelieferten Stückzahlen ist ein Rückgang um 18,8% zu beklagen. In den Kategorien „andere Werkstoffe“ und „andere Metalle“ sowie bei einfacheren und preiswerten Uhren mit Stahlgehäuse ist ein weiterhin stark fallender Trend zu beobachten.

Innerhalb von nur drei Monaten sind die Exporte bereits um fast 800.000 Einheiten gesunken!

 

 

Besonders stark betroffen ist die Einstiegspreisklasse: Der Absatz von Uhren mit einem Exportpreis von weniger als 200 CHF, was einem Endkundenpreis von bis zu 600 EUR entspricht, ist mit einem Minus von rund 30% regelrecht kollabiert.

Am anderen Ende der Skala verzeichnen Uhren mit einem Exportpreis von > 3.000 CHF hingegen eine Zunahme um 12,1%, was aber, in Anbetracht der im Hochpreissegment sehr viel geringeren Gesamtstückzahlen, die Verluste im hochvolumigen Einstiegsbereich nicht annähernd auszugleichen vermag.

Die Entwicklung auf den wichtigsten Märkten war sehr unterschiedlich. Die Exporte nach Hongkong stiegen gegenüber März 2018 um 2,5% und jene in die Vereinigten Staaten um 5,9%. China (+ 17,3%) legte besonders deutlich zu, ebenso Japan (+ 21,8%), das sich im ersten Quartal besonders positiv entwickelte. Das Vereinigte Königreich (+ 76,4%) war erneut ein absoluter Sonderfall, weil es durch die Unsicherheiten des Brexit zu einer gewissen Bevorratung kam. Die anderen europäischen Märkte verloren hingegen weiter an Boden. Besonders empfindlich ging es erneut in Deutschland (-6,5%), Italien (-9,1%) und Österreich (-16,5%) nach unten. Das absolute Schlusslicht bildet aber Australien mit einem Minus von satten 51,3%!

Insofern beginnt sich jetzt die völlig unverständliche Zurückhaltung der Schweizer Uhrenfabrikanten, allen voran der Swatch Group, bei der Erschließung neuer Käuferschichten durch smarte Uhren zu rächen. Dieses neue dynamisch wachsende Feld intelligenter Produkte, wie Smartwatches und Fitnesstracker, haben sich bislang ausschließlich branchenfremde Unternehmen wie Apple, Fitbit, Garmin, Huawei, Samsung und Xiaomi gesichert. Die Schweizer, aber auch die deutschen Hersteller haben dieses Feld – bis auf ganz wenige Ausnahmen – praktisch aufgegeben.

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