Bis zur Baselworld 2018 sind es noch gut 5 Monate. Entsprechend laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Dabei bleiben weitere Hiobsbotschaften jedoch nicht aus. Nachdem schon im Vorjahr einige wichtige Aussteller der Messe komplett den Rücken gekehrt haben, einige andere zwar in Basel geblieben sind, jedoch umliegende Hotels oder andere Flächen nutzen, um sich zu präsentieren, kommt nun der nächste Dämpfer.

Neben der Premium-Marke Hermès Paris, die vor Monaten beschlossen hatte, fortan nicht mehr in Basel, sondern in Genf auf der konkurrierenden SIHH auszustellen, hat nun auch der Bieler Uhrenhersteller Eberhard & Cie bekannt gegeben, 2018 nicht mehr in Basel dabei zu sein.

Als Gründe werden einmal mehr die exorbitanten Kosten für die Aussteller genannt. Daneben wird auch Unverständnis darüber geäußert, wie es sein kann, dass während der Messezeit die ohnehin schon hohen Preise für Hotelübernachtungen rund das Dreifache des Normaltarifs betragen.

Das riecht alles ziemlich nach plumper Abzocke und dieses Spiel sind immer weniger Aussteller, aber auch Fachbesucher, bereit mitzuspielen. Die Frage nach dem Mehrwert dieser Messe lässt sich vor diesem Hintergrund nicht mehr klar beantworten.

Im Januar nach Genf auf die SIHH auszuweichen, wie es beispielsweise Ulysse Nardin, Girard-Perregaux, oder nun erstmals auch Hermès Paris praktizieren, ist aber keine Lösung und führt die Baselworld und mit ihr die ganze Art und Weise, Uhren zu präsentieren, ad absurdum.

Nein, die SIHH war und ist nach wie vor primär eine Hausmesse der Marken des Richemont Konzerns. Jeder zusätzliche, nicht dem Konzern zugehörige Aussteller unterwirft sich damit den seltsamen und nicht mehr zeitgemäßen Spielregeln von Richemont. Das muss aber letztlich jeder für sich selbst entscheiden.

Dem gesamten Standort Schweiz tut weder das eine, noch das andere gut. Es ist schlichtweg nicht mehr vermittelbar, was hier inszeniert wird, innerhalb weniger Wochen zwei große Messen zum gleichen Thema am gleichen Standort Schweiz abzuhalten. Die Uhrenindustrie stellt ihre bereits reichlich erschütterte Reputation und Zukunftsfähigkeit damit noch mehr als nötig in Frage. Der Verdrängungswettbewerb scheint in vollem Gange.

Das Management der Messe Basel, aber auch jenes der SIHH in Genf, sollten daher ihr Tun einmal kritisch überprüfen und gemeinsam der Frage nachgehen, ob es diese beiden Messen in 10 Jahren überhaupt noch geben wird, falls ja in welcher Form und ob eine davon oder eventuell sogar beide nicht obsolet werden könnten. Sollten die Risiken als entsprechend hoch eingestuft werden, wäre es an der Zeit gegenzusteuern, denn das Rad dreht sich unaufhaltsam weiter und der Zünder tickt.

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