Richemont hat ein schwieriges Geschäftsjahr 2016/2017 durchlaufen, das Nettoergebnis ist um 46% auf 1,21 Milliarden Euro (1,31 Milliarden Franken) gefallen.

Das Ergebnis für das jeweils bis Ende März laufende Geschäftsjahr wurde durch die Fusion von Net-a-Porter und Yoox zusätzlich belastet. Ohne diesen Sondereffekt hätte der Rückgang rund 25% betragen.

Der Umsatz fiel um 4% auf 10,65 Mrd. Euro. Der operative Gewinn ist gegenüber dem Vorjahr um 14% auf 1,76 Milliarden Euro gesunken. Die Umsatzrendite reduzierte sich damit auf rund 16%.

Der Bereich Schmuck bei Richemont (Cartier, Van Cleef & Arpels) ging um 2% zurück, wohingegen Uhren (Vacheron Constantin, Baume & Mercier, Jaeger-LeCoultre, Piaget, IWC und Lange & Söhne) Verluste von 11% hinnehmen mussten.

Trotz der negativen Geschäftsentwicklung schlägt der Verwaltungsrat eine Erhöhung der Dividende um CHF 0,20 auf dann CHF 1.80 pro Aktie vor. An der Börse wurde die Richemont Aktie mit einem Verlust von 5% abgestraft.

„Richemont hat ein schwieriges Jahr hinter sich“, formulierte der Vorsitzende Johann Rupert. In einem Gespräch mit der Presse, sprach er als Maßnahmen den Rückkauf von Aktien sowie die weitere Optimierung und Reduzierung von Verkaufspunkten an. In Anbetracht des schwierigen Marktumfelds, hatte Richemont zudem beschlossen, etwa 200 Arbeitsplätze in La Côte-aux-Fées (NE) in Genf und dem Vallée de Joux (VD) abzubauen. Das Management von Richemont wird zudem komplett umgebaut, der Vorstand erheblich abgespeckt und verjüngt.

Der ehemalige CEO von IWC Schaffhausen, Georges Kern, übernimmt im Konzern die Leitung des neue eingerichteten Funktionsbereichs Uhren sowie Marketing and Digitale Transformation. Kern spielt damit in der oberen Liga der Uhren­industrie. Insgesamt 9 Marken, von Piaget, Vacheron Constantin, Panerai, Baume & Mercier, Jaeger-LeCoultre, Roger Dubuis, A. Lange & Söhne bis IWC sind ihm dann unterstellt.

Um die Tragweite des Konzernumbaus zu verstehen, hat Richemont-Präsident Johann Rupert für den abtretenden Konzern-CEO Richard Lepeu keinen Nachfolger ­ernannt. Rupert steht dem Konzern nun selbst vor und verlässt sich auf Kern und den bisherigen CEO von Montblanc, Jérôme Lambert, der Head of Operations und Chef all jener Marken wird, die außerhalb der Sparte Uhren oder Schmuck positioniert sind.

Johann Rupert ist zusätzlich Verwaltungsratspräsident der von seiner Familie kontrollierten Holding Remgro, welche unter anderem die Schweizer Privatklinikgruppe Hirslanden besitzt. Über die von der Familie Rupert kontrollierte luxemburgische Reinet Investments S.C.A. hält die Familie gleichzeitig Aktien im Wert von vier Milliarden Franken an British American Tobacco und verdient so durch Dividenden in dreistelliger Millionenhöhe am gesundheitsschädlichen Zigarettenkonsum mit. Die „Lungenliga Schweiz“ sieht darin einen nicht argumentierbaren Interessenkonflikt.

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