Schweizer Uhrenexporte im März 2019: Die Spreu trennt sich vom Weizen

Das Exportwachstum der Schweizer Uhrenindustrie hat zu Beginn des Jahres im März 2019 mit einem Umsatzplus von 4,4% etwas an Schwung gewonnen und lag in diesem Monat bei 1,7 Milliarden Franken; das erste Quartal hat somit die 5-Milliarden-Franken-Marke überschritten. Daraus ergibt sich eine Steigerung von 2,9% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres Januar-März 2018.

Das Umsatzplus war jedoch ausschließlich getrieben durch den starken Anstieg bei Uhren aus Edelmetall und Bimetall, während bei jenen mit Gehäusen aus Stahl die Umsätze weitgehend stagnierten.

Sehen wir uns hingegen die absoluten Produktionszahlen an, so dreht sich das auf den ersten Blick positive Bild, stark ins Negative. Bei den ausgelieferten Stückzahlen ist ein Rückgang um 18,8% zu beklagen. In den Kategorien „andere Werkstoffe“ und „andere Metalle“ sowie bei einfacheren und preiswerten Uhren mit Stahlgehäuse ist ein weiterhin stark fallender Trend zu beobachten.

Innerhalb von nur drei Monaten sind die Exporte bereits um fast 800.000 Einheiten gesunken!

 

 

Besonders stark betroffen ist die Einstiegspreisklasse: Der Absatz von Uhren mit einem Exportpreis von weniger als 200 CHF, was einem Endkundenpreis von bis zu 600 EUR entspricht, ist mit einem Minus von rund 30% regelrecht kollabiert.

Am anderen Ende der Skala verzeichnen Uhren mit einem Exportpreis von > 3.000 CHF hingegen eine Zunahme um 12,1%, was aber, in Anbetracht der im Hochpreissegment sehr viel geringeren Gesamtstückzahlen, die Verluste im hochvolumigen Einstiegsbereich nicht annähernd auszugleichen vermag.

Die Entwicklung auf den wichtigsten Märkten war sehr unterschiedlich. Die Exporte nach Hongkong stiegen gegenüber März 2018 um 2,5% und jene in die Vereinigten Staaten um 5,9%. China (+ 17,3%) legte besonders deutlich zu, ebenso Japan (+ 21,8%), das sich im ersten Quartal besonders positiv entwickelte. Das Vereinigte Königreich (+ 76,4%) war erneut ein absoluter Sonderfall, weil es durch die Unsicherheiten des Brexit zu einer gewissen Bevorratung kam. Die anderen europäischen Märkte verloren hingegen weiter an Boden. Besonders empfindlich ging es erneut in Deutschland (-6,5%), Italien (-9,1%) und Österreich (-16,5%) nach unten. Das absolute Schlusslicht bildet aber Australien mit einem Minus von satten 51,3%!

Insofern beginnt sich jetzt die völlig unverständliche Zurückhaltung der Schweizer Uhrenfabrikanten, allen voran der Swatch Group, bei der Erschließung neuer Käuferschichten durch smarte Uhren zu rächen. Dieses neue dynamisch wachsende Feld intelligenter Produkte, wie Smartwatches und Fitnesstracker, haben sich bislang ausschließlich branchenfremde Unternehmen wie Apple, Fitbit, Garmin, Huawei, Samsung und Xiaomi gesichert. Die Schweizer, aber auch die deutschen Hersteller haben dieses Feld – bis auf ganz wenige Ausnahmen – praktisch aufgegeben.

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EPHJ: Die internationale Branche der Hochpräzision trifft sich in Genf

Einzig in ihrer Art, ist die EPHJ-EPMT-SMT Show weltweit bekannt für die hohe Qualität der ausstellenden Unternehmen und für die Vielfalt der präsentierten Innovationen. Akteure aus drei Sektoren (Uhren- und Schmuckindustrie, Mikrotechnologien und Medtech), deren Synergien nirgendwo anders zu finden sind, treffen sich jedes Jahr in Genf, um sich am Markt zu messen und ihre Produkte oder Dienstleistungen rund 20.000 Fachbesuchern aus fünf Kontinenten zu präsentieren.

Förderung der Innovation

Die Förderung von Innovationen und die Ermutigung des Unternehmertums sind bei EPHJ-EPMT-SMT nicht nur Wunschdenken, sondern gelebte Realität. Nachdem sie eine echte Vision durch die Kombination von Uhrmacher-Know-how, Mikrotechnologien und Medizintechnologien unter einem Dach vereint, ist die Messe seit 2017 auch zu einer wichtigen Drehscheibe für Start-ups geworden.

 

 

Ziel ist es, neue transdisziplinäre Projekte zu realisieren, zu unterstützen und zu begleiten. Tatsächlich nutzen Unternehmen, die im Bereich der Uhrmacherei tätig sind, ihr Know-how immer häufiger, um sich auch in den Bereich der Medizintechnik zu diversifizieren. Im Jahr 2018 waren es 365 Unternehmen. Aber diese Entwicklung ist nicht so einfach: „Sie müssen die Idee in die Realität umsetzen“, sagt Alexandre Catton, Direktor von EPHJ-EPMT-SMT. „Mag bei unseren Ausstellern auch der Wunsch nach Diversifizierung bestehen, was am meisten fehlt, sind oft die erforderlichen Mittel und Unterstützung, um dies zu erreichen. Unsere Plattform erfüllt diese Erwartung und zeigt, dass neue Potenziale vorhanden sind.“

EPHJEMPTSMT

EPHJ – EMPT – SMT ist das führende Event für die Hochpräzisionsindustrie. Im Jahr 2018 kamen mehr als 800 Aussteller aus 18 Ländern und mehr als 20.000 Fachleute aus 5 Kontinenten zusammen, und haben das stetige Wachstum seit der ersten Veranstaltung im Jahr 2002 fortgesetzt.

Die nunmehr 18. Messe in diesem Format findet vom 18. bis 21. Juni 2019 im Palexpo in Genf statt und vereint unter einem Dach die Uhrmacherei und Juwelierskunst sowie die Mikro- und die Medizin-Technologien.

 

 

In diesem Jahr ist auch Das Deutsche Uhrenportal wieder Partner der Veranstaltung und freut sich, Ihnen folgendes anbieten zu können:

  • Kostenloses Besucherticket
  • Zugang zu Konferenzen & Roundtables (Platz kann auf Anfrage reserviert werden)
  • Kostenloses Zugticket innerhalb von Genf (für Personen, die in einem Hotel in der Gegend übernachten)
  • Willkommenspaket: Messekatalog, Stadtführer, Karten

Zur Registrierung und Anmeldung geht es hier

Für weitere Informationen: http://ephj.ch/de/

 

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Deutsches Uhrenportal

EPHJ-EMPT-SMT

Baselworld 2019, Teil 2: Die Messe diesmal in kleinerer aber umso feinerer Runde

Haben wir wir uns in Teil 1 unseres Besuchsberichtes bei namhaften asiatischen Anbietern und Ausstellern umgesehen, so widmen wir den zweiten Teil unseres Beitrags einigen Schweizer und internationalen Uhrenherstellern, die der Baselworld – trotz aller Verwerfungen – die Treue halten.

Nachdem die Swatch Group sich entschieden hat, wohl nicht nur in 2019, sondern auch in Zukunft eigene Wege zu gehen und sich auch Kering und Hermès bereits im Vorjahr aus Basel abgemeldet haben, um auf dem SIHH in Genf auszustellen, haben sich die Reihen, sprich Ausstellungsflächen gelichtet.

Dennoch ist es der neuen Messeleitung gelungen, das Beste aus der veränderten Situation zu machen. Und nach ein paar Stunden Ein- und Umgewöhnung haben wir die nicht mehr vertretenen Marken auch nicht vermisst.

Weshalb haben wir sie nicht vermisst? Diejenigen, die dabei geblieben sind, haben einen exzellenten Job gemacht und konnten mit vielen Neuerungen aufwarten, die wir uns mit großem Interesse angesehen haben. Und um es sehr deutlich zu formulieren: Beim Angebot auf dem Uhrensektor mangelt es nicht an Vielfalt und so kommt es auf ein paar Anbieter mehr oder weniger nicht an.

Wir haben unseren Schwerpunkt auf Aussteller gelegt, die sich hauptsächlich im Bereich des „Affordable Luxury“ bewegen. Uhren für Kunden zu bauen, die über nahezu unbegrenzte Budgets verfügen, ist zweifellos eine faszinierende Sache – auch dazu haben wir ein paar Beispiele mitgebracht – dagegen hochwertige Uhren zu bauen, die sich auch für die Mittelschicht und somit begrenztere Budgets erschließen, ist mindestens ebenso spannend.

Also sind wir in alphabetischer Reihenfolge vorgegangen und stellen einen bunten Querschnitt von Modellen zusammen, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben, sei es durch das Design, die Technik, die Marke oder den Preis. Sehr wohl erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit. So berichten wir über einige Aussteller, die wir bereits seit Jahren begleiten, aber es gab auch wieder viel Neues zu entdecken. Lassen Sie sich überraschen.

Carl F. Bucherer

Eines der Highlights auf der Baselworld 2019 war sicher der Auftritt von Bucherer. Carl F. Bucherer hat sich als Hersteller von Oberklasseuhren, die preislich dennoch im Rahmen bleiben, einen festen Platz erobert. Die aktuell vorgestellte Kollektion konnte einmal mehr überzeugen. Das Design ist klassisch, die Ästhetik stimmig und der Qualitätseindruck über jeden Zweifel erhaben.

 

 

Als einer der ganz wenigen Hersteller auf dem Markt rüstet Carl F. Bucherer einen Teil seiner Uhren mit einem hauseigenen Manufakturkaliber aus, welches über den selten anzutreffenden peripheren Aufzugsrotor verfügt. Dadurch wird der freie Blick auf das Uhrwerk nicht eingeschränkt.

 

Im Bild: Das neue Modell Carl F. Bucherer Heritage Bicompax Annual in Bicolor

 

Im Bild: Carl F. Bucherer Manero Flyback in 18kt Gold

 

Im Bild: Carl F. Bucherer Patravi ScubaTec Black Manta

Und dann noch ein optischer und natürlich auch technischer Leckerbissen für die Damen

 

Im Bild: Carl F. Bucherer Patravi Chronodate mit diamantbesetzter Lünette

 

Chronoswiss

Ebenfalls in Luzern am Vierwaldstätter See beheimatet ist die kleine und feine Uhrenmanufaktur Chronoswiss. Einst von Gerd Rüdiger Lang in München gegründet, hat sich Chronoswiss klar und deutlich dem Regulateur verschrieben. Die typische Anordnung von zentraler Minuten- und dezentraler Stundenanzeige lässt vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten zu, die es erlauben, das Gesicht der Uhr immer wieder neu zu interpretieren.

 

 

Chronoswiss versteht es dabei auch, das klassische Design mit modernen Stilelementen und kräftigen Farben zu spannenden Kreationen zu verschmelzen.

 

Im Bild: Der klassische Regulateur von Chronoswiss, C295 automatic

 

Im Bild: Chronoswiss Regulateur Open Gear in kräftigem Rot

 

Im Bild: Chronoswiss Regulateur CH-6925 mit retrograder Sekunde, ganz in Blau

 

Im Bild: Chronoswiss Grand Regulateur, Handaufzug

 

Claude Meylan

Begeben wir uns gedanklich ins berühmte Tal der Uhrmacher, dem Vallée des Joux, so treffen wir dort auf Claude Meylan. Claude Meylan bietet ein breites Portfolio an klassischen Uhren mit alten nicht mehr produzierten Uhrwerken aus Restbeständen, aber auch neue Kreationen, die klassische Stilelemente genauso beinhalten, wie modernste Techniken. Eine besondere Spezialität von Claude Meylan sind skelettierte und teilskelettierte Modelle.

 

Im Bild: Das neue Modell „La Pointe de Sable“ aus der Serie „Tortue Lady“ mit dezentralem Rotor und aufwendiger Handgravur der Shilouette vom Lac de Joux

 

Im Bild: Zum Vergleich die „Tortue Lady“ mit im Wasserdruckverfahren verzierten Uhrwerk und ansonsten identischem Aufbau des Kalibers

 

 

Im Bild: Das ebenfalls neue Modell „Motorities“ mit der Möglichkeit auch kundenspezifische Motive aufzubringen.

 

 

CODE41

Ein Uhrenhersteller der völlig anderen Art ist das in Lausanne operierende Unternehmen CODE41. Claudio d´Amore, der Gründer und geistige Vater hinter dem Unternehmen, geht völlig andere Wege und gewährt seinen Kunden nicht nur über den ausschließlichen Direktvertrieb der Uhren erhebliche monetäre Vorteile, sondern legt auch seine Kalkulation sowie die Herkunft der Teile offen. D.h. der Kunde weiß exakt, was er bekommt und wofür er bezahlt.

In Basel bekamen wir abseits der Messe als eine der Ersten die Gelegenheit, einen Prototypen der neuesten Kreation, die X41 mit aufwendigem und exklusiven Manufakturkaliber zu bestaunen. Als Besonderheit sollte die peripher angeordnete Schwungmasse Erwähnung finden, wie sie nur ganz wenige feine Uhrenhersteller anzubieten vermögen.

 

Im Bild: X41 Ansicht von der Zifferblattseite, Gehäuse aus Titan

 

Im Bild: X41 Ansicht von der Rückseite. Gut zu erkennen die außen laufende, periphere Schwungmasse

 

 

Im Bild: X41 im Wrist-Shot, ein Talking-Piece und absoluter Hingucker

 

Fossil Group

Machen wir einen Sprung von Klein- und Kleinstserien hin zu großen und sehr großen Stückzahlen für einen möglichst breiten Kundenstamm. Dazu zählt zweifellos die Fossil Group, die alljährlich während der Baselworld in ihr europäisches Stammhaus einlädt, nur wenige Gehminuten vom Messegelände entfernt.

Neben vielen Neuerungen innerhalb des bestehenden Markenportfolios hat die Fossil Group zwei wichtige Zuwächse zu verzeichnen. Neben Uhren für den Sportartikelhersteller Puma ist die Fossil Group nun auch Lizenznehmer von BMW und spannt für den Hersteller von Premiumfahrzeugen ein neues Uhrenportfolio auf.

 

Im Bild: Elegantes Damenmodell von Emporio Armani mit Fischgrätmuster auf Band und Zifferblatt

 

Im Bild: Die neue erfolgreiche Fossil Q Sport Smartwatch

 

Im Bild: Für den Sportartikelhersteller Puma ist die Fossil Group nun Lizenznehmer

 

Im Bild: Ebenso hat die Fossil Group das Thema Uhren auch für BMW und BMW Motorsport übernommen

 

Im Bild: Neue BMW-Uhr im eleganten Formgehäuse

 

Frédérique-Constant

Das mittlerweile zur japanischen Citizen Group gehörende Unternehmen ist gerade dabei, am Stammsitz in Genf seine Produktionskapazitäten erheblich auszuweiten, um der gestiegenen Nachfrage von Uhren der Marken Frédérique-Constant und Alpina besser gerecht zu werden.

War auf der Baselworld 2018 die Hybrid-Uhr von Frédérique-Constant, eine Kombination aus mechanischem Uhrwerk und elektronischem Funktionsmodul, das Highlight, so rückte 2019 die Mechanik wieder etwas stärker in den Fokus.

 

Im Bild: Am Stand von Frédérique-Constant und Alpina

Mit der neuen Frédérique-Constant Slimline Power-Reserve stellt der Hersteller hochwertiger und dennoch bezahlbarer Uhren seine Kompetenz unter Beweis, auch in der Liga der Hersteller von Manufakturkalibern ein wichtiges Wort mitzureden.

 

Im Bild: Die neue Frédérique-Constant Slimline Power-Reserve

 

Im Bild: Frédérique-Constant Hybrid

 

Alpina

Auch die Schwestermarke Alpina hatte zwei Neuigkeiten vorzustellen. Die erfolgreiche Alpiner Serie wurde um ein preislich attraktives Quarzmodell ergänzt, ebenso die Damenlinie Comtesse.

 

Im Bild: Das neue, sehr hochwertig gearbeitete Einstiegsmodell Alpiner von Alpina

 

Im Bild: Die Erweiterung des Modellportfolios der Serie Alpina Comtesse mit elegantem Zifferblatt aus Perlmutt und aufgesetzten Brillanten

 

Das im vergangenen Jahr auf Kickstarter platzierte Projekt Alpiner X wurde erfolgreich abgeschlossen und die von den Teilnehmern am häufigsten konfigurierten Designs wurden in die Serienproduktion übernommen. Die Alpiner X sowie die anderen Hybridmodelle aus der Serie Horological Smartwatch leisten bei Frédérique-Constant und Alpina mittlerweile einen Beitrag von gut 20% des Umsatzes.

 

Im Bild: Die aus Kickstarter hervorgegangene Serienkollektion Alpiner X

 

Garmin

Garmin, als einer der weltweit erfolgreichsten Hersteller von Smartwatches, war als Aussteller auf der Messe Basel nicht erwünscht. Da fragt sich der sachkundige Branchenkenner, wie weit eine Messe noch sinken muss, um endlich zur Kenntnis zu nehmen, dass die Welt der Uhren nicht mehr nur aus Quarz und langlebiger Mechanik (Ausnahme sind die billigen Plastikwerke der Swatch Group) besteht, sondern mit stark steigender Tendenz auch aus intelligenten, weil smarten Uhren.

Apple, als bekanntester Anbieter dieser neuen Gattung, hat Rolex als bisher umsatzstärksten Uhrenhersteller der Welt längst abgelöst und ist zur absoluten NUMMER EINS aufgestiegen. Aber viele in der Branche tun noch immer so, als hätte es diesen Wechsel an der Spitze nie gegeben.

Nachdem Garmin nun kein Platz auf der Messe angeboten wurde, hat das Unternehmen, wie übrigens rund 30 andere Aussteller auch, eine Ausstellungsfläche im gegenüberliegenden Hotel Hyperion bezogen.

 

Im Bild: Im Eingangsbereich des Hotel Hyperion

 

Im Bild: Banner von Garmin im Hotel Hyperion

Da es Garmin, anders als so manchem Mitbewerber, gelungen ist, mit seinen hochwertigen Produkten auch den stationären Premiumfachhandel zu erreichen, geht das Unternehmen nun den nächsten Schritt und bietet im Preissegment oberhalb 1500 EUR mit der neuen Modellreihe MARQ für den anspruchsvollen Kunden verschiedene Oberklasse-Modelle an.

 

Im Bild: Die brandneue Serie MARQ von Garmin in hochwertigster Verarbeitung und Materialwahl und speziellem After Sales Service

 

Im Bild: Die absolut konkurrenzlos professionelle Uhr für Piloten: D2 Delta von Garmin

 

Louis Moinet

Louis Moinet hatte im Jahre 1816 den Chronographen erfunden. Und mit dieser überaus bedeutenden Erfindung ist die Uhrenmanufaktur auch heute noch untrennbar verbunden. Insofern überrascht es nicht, dass Louis Moinet auf dem Gebiet dieser beliebten Komplikation immer wieder für eine Überraschung gut ist.

 

Im Bild: Zu Besuch bei Louis Moinet, dem Erfinder des Chronographen

 

 

Im Bild: Das neue Modell „Chronosphere“ von Louis Moinet mit digitaler und retrograder Sekundenanzeige.

 

Aber Louis Moinet bietet auch ein weites Spektrum anderer Komplikationen an. Sehr beeindruckend ist das Modell Ultravox mit integriertem Schlagwerk, welches akustisch mitteilt, was die Stunde geschlagen hat.

 

Im Bild: Louis Moinet Ultravox mit Stundenschlagwerk

 

Im Bild: Louis Moinet Ultravox mit Stundenschlagwerk und zwei getrennten Aufzugsystemen. Eines für das Uhr-, das zweite für das Schlagwerk.

 

Ebenfalls neu die beiden 3-Zeigermodelle Moon und Mars. In beiden findet sich auf dem der Oberfläche des jeweiligen Planeten nachempfundenen Zifferblatt ein kleines Gesteinsstück eines Mond- bzw. Mars-Meteoriten.

 

Im Bild: Louis Moinet Moon and Mars

 

Patek Philippe

Obgleich wir den Schwerpunkt unserer Betrachtungen auf Uhren mittlerer Preisklassen konzentrieren, gehört es einfach dazu, den Blick in die eine oder andere Richtung schweifen zu lassen, auch um wichtige Trends zu erkennen. Und der Uhrenhersteller schlechthin, das Non-Plus Ultra an Marke und Qualität, ist Patek Phillippe.

Und dort fiel uns auf, dass der Trend zu hochwertigster Mechanik nun auch verstärkt die Damenhandgelenke erreicht. Hier am Stand haben wir Modelle entdeckt, die einfach nur noch schön sind; ein Genuß für jedes Auge.

 

Im Bild: Patek Philippe Calatrava automatic Haute Joaillerie mit insgesamt 348 Diamanten und 354 Saphiren

 

Im Bild: Patek Philippe Complications World-Timer mit Diamantlünette

Aber Patek Philippe kann auch sehr reduziert und in Understatement. Der neue Regulateur, der sogar ganz ohne Markenemblem auskommt, machts möglich.

 

Im Bild: Patek Philippe Regulateur mit Jahreskalender

Leider entzieht sich auch Patek Philippe nicht dem fragwürdigen Trend, das spröde Material Silizium für die Spiralfeder einzusetzen.

Raketa

Gehen wir im Alphabet weiter und kommen zu Raketa. Raketa ist eine alte russische Uhrenmarke, die nach einigen Verwerfungen, ausgestattet mit frischem Geld, nun wieder aktiv ist. Was macht den Hersteller interessant? Nun russische Uhren waren in der Vergangenheit u.a. dafür bekannt, eigene, zumeist robuste und langlebige Uhrwerke einzusetzen.

So auch wieder bei Raketa. Nach Angaben des Herstellers wird selbst die technologisch aufwendige Spiralfeder im eigenen Haus produziert.

 

Im Bild: Schlichte 3-Zeiger Uhr von Raketa

 

Im Bild: Rückansicht einer Raketa mit hauseigenem Manufakturkaliber

 

TAG Heuer

Bei TAG Heuer waren wir gespannt, wie sich das Unternehmen nach dem Rückzug von Jean-Claude Biver an dessen Spitze präsentiert. Die Pressekonferenz verlief zwar nicht mehr ganz so energiegeladen wie mit J.C. Biver, der hierfür bekanntermaßen über ganz besondere Fähigkeiten verfügt, aber die neue Mannschaft, mit Stéphane Bianchi an der Spitze und Frédéric Arnault als Digital Director, hat einen überzeugenden Einstand gegeben.

Der Höhepunkt war aber sicher der Vortrag von Guy Sémon, dem General Manager des TAG Heuer Research Institute. Er stellte die neue Spiralfeder aus Carbon vor. Einem extrem leistungs- und widerstandsfähigen Werkstoff, wie er aus vielen Anwendungen bekannt ist, im Flugzeug- oder Fahrzeug-, aber auch vermehrt Uhrenbau. Bei Uhren kommt das Material bislang hauptsächlich für Gehäuse zum Einsatz.

Neben dem Material Nivarox setzen zahlreiche Hersteller für die Anwendung bei der Spiralfeder auf das in hohen Stückzahlen preiswert zu produzierende Silizium. Dieser 100% antimagnetische Werkstoff ist aber definitiv nicht Uhrmachers Liebling. Silizium ist extrem spröde und damit hochgradig bruchgefährdet.

Hier kommt nun Carbon als die bessere Alternative ins Spiel. Dieses Material besitzt alle positiven Eigenschaften von Silizium, ohne jedoch seine Sprödigkeit und Bruchgefahr zu besitzen. Carbon ist ein vergleichsweise zähes Material, weshalb es in Flugzeugen z.B. für hochbelastete Strukturteile eingesetzt wird.

Die erste Uhr von TAG Heuer, bei der die Carbon-Spirale nun in Großserie eingesetzt wird, ist die neue Autavia Isograph.

 

Im Bild: TAG Heuer Autavia Isograph, eine schöne klassische Uhr mit neuartiger Spiralfeder aus Carbon

 

Im Bild: TAG Heuer Autavia Isograph

 

TAG Heuer pflegt und entwickelt aber auch seine smarten Produkte weiter und präsentierte die Modular 45 Golf Edition. Für dieses auch am Handgelenk überaus sportlich erscheinende Modell wurde für ambitionierte Golfspieler eine eigene Software entwickelt.

 

Im Bild: TAG Heuer Modular 45 Golf Edition

 

Yunik

Ein vergleichsweise sehr junges Unternehmen ist Yunik. Gegründet von einem der Väter der Tissot Rock Watch, die Ende der 1980er Jahre die Handgelenke eroberte. Für die damalige Herstellung des Gehäuses, und damit Bearbeitung des Gesteins, waren sehr spezielle Werkzeuge und Techniken erforderlich.

Drei Jahrzehnte später werden diese Dinge wieder in Erinnerung gerufen, um aus Muranoglas Gehäuse für Uhren zu produzieren und daraus – ähnlich wie damals bei der Rock Watch – echte Unikate entstehen zu lassen. Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt.

 

Im Bild: Yunik Watch, gefertigt aus Murano Glas, im Formgehäuse

 

Im Bild: Yunik Watch, gefertigt aus Murano Glas, im runden Gehäuse

 

Zenith

Last but not Least lassen sehen wir uns bei Zenith um und betrachten die Neuigkeiten zur Messe. 2019 ist für das traditionsreiche Unternehmen insofern ein sehr bedeutsames Datum als das Chronographenkaliber El Primero seinen 50igsten Geburtstag feiert. Das Zenith El Primero ist und bleibt eines der schönsten und spektakulärsten Uhrenkaliber auf dem Markt.

Diesem Jubiläum wurde denn auch eine würdige Sonderedition im klassischen Design der 70er Jahre gewidmet.

 

Im Bild: Zenith El Primero 50th Anniversary Edition

 

Ein weiterer erfolgreicher Klassiker ist die Pilotserie von Zenith

 

Im Bild: Zenith Pilot Type 20 Extra Special Silver, Limited Edition

 

Im Bild: Zenith Pilot Type 20 Extra Special mit Bronzegehäuse und grünem Zifferblatt

 

Aber auch im Bereich High-Tech markiert Zenith wieder einen Meilenstein. Nach den vorab verkauften ersten 10 Exemplaren der Zenith Defy Lab mit dem revolutionären Hochfrequenz-Schwingsystem, ist nun die Serienfertigung angelaufen.

 

Im Bild: Zenith Defy Lab mit einer Schwingfrequenz von sagenhaften 15 Hz

Die Defy Lab ist damit die präziseste mechanische Armbanduhr auf dem Markt. Zum Abschluß unseres Rundgangs sicher ein technisches Highlight.

 

Fassen wir zusammen:

Allen Unkenrufen zum Trotz konnte sich die Branche, aber auch die Messe vergleichsweise gut behaupten. Dass die Schweizer Hersteller deutlich weniger zahlreich vertreten waren als zu den besten Zeiten der Baselworld ist zwar bedauerlich, aber kein Beinbruch.

Wenn namhafte Größen wie die Swatch Group oder auch die Movado Group glauben, mit eigenen Veranstaltungen gleichwertige oder gar bessere Ergebnisse zu erzielen, so mag das singulär betrachtet vielleicht so sein, eine langfristig erfolgreiche Strategie lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Auch so traditionsreiche Hersteller wie Eterna oder Corum verschwinden dann einfach aus der Wahrnehmung.

Gerade die Digitalisierung schreit geradezu nach einer Messe. Nicht, um primär Ware zu bestellen; nein, das geht heute das ganze Jahr über online, aber um die neuen Kollektionen zu sehen, zu tasten und zu (er)fühlen. Die Haptik und die fühl- und spürbare Qualität kann kein noch so gutes digitales Medium vermitteln. Dazu muss sich aber auch die Messe weiter öffnen. Denn was nützt es dem interessierten Kunden, wenn er sich bei Porsche zwar in die ausgestellten sündhaft teuren Autos setzen darf, die ausgestellten, viel preiswerten Uhren, um die es auf der Baselworld eigentlich geht, hingegen nur hinter Panzerglas betrachten kann.

Und den unmittelbaren Vergleich zwischen einzelnen Anbietern und Herstellern kann ebenfalls nur eine Messe bieten. Zu einer professionellen Uhrenmesse gibt es folglich keine Alternative! Ob sich diese nun Baselworld, SIHH oder sonst wie nennt, verliert hingegen zunehmend an Bedeutung. Und ob die Messe in Genf oder in Basel stattfindet, ist weniger ein inhaltliches als vielmehr ein politisches Thema, welches es zu aufzulösen gilt.

Die von uns besuchten und interviewten Hersteller waren dennoch überwiegend zufrieden und blicken, trotz bekannter Unwägbarkeiten, zuversichtlich auf das Jahr 2019.

Damit der Kunde auch weiterhin Gefallen am Luxusgut Uhr findet, müssen Qualität und Service jedoch weiter verbessert werden. Der Wettbewerbsdruck ist enorm und selbst kleinste Ausrutscher verzeiht der Kunde immer weniger. Das betrifft nicht nur das Einkaufserlebnis und das Produkt als solches, sondern ganz besonders den After Sales Service. Und an dieser Stelle gibt es bei so manchem Anbieter noch reichlich Potenzial.

Auf der Produktseite sind viele frische und durchaus mutige Designs mit z.T. kräftigen Farben auszumachen, wobei hier auch kurzlebige modische Trends ihren Einfluß ausüben. Das Rückgrat bilden bei den meisten Anbietern nach wie vor die Klassiker und das ist auch gut so. Inwiefern neue Hightech-Lösungen wie beispielsweise die Defy Lab von Zenith mit ihrem Hochfrequenzschwingsystem sich einem breiteren Publikum erschließen, bleibt hingegen abzuwarten.

Sehr erfreut konnten wir feststellen, dass das Thema „Mechanik“ auch wieder mehr die Handgelenke der Damen erreicht. Nachhaltigkeit und Langlebigkeit spielen auch hier bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle.

Bedauerlicherweise kommt das mittlerweile allgegenwärtige Thema der smarten Uhren viel zu kurz. TAG Heuer hat zwar eine Smartwatch, auch Frédérique Constant und Alpina sowie künftig auch vermehrt Citizen. Aber den Hauptumsatz machen zahlreiche bekannte, bislang branchenfremde Hersteller wie Apple, Samsung oder Garmin.

Die Baselworld täte gut daran, sich dieser neuen Technologie und auch deren Käuferkreis nicht weiter zu verschließen.

 

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Besuchsbericht Baselworld 2019, Teil 1

Deutsches Uhrenportal

Breaking News: Baselworld 2020, Bye Bye Breitling, oder Reisende soll man nicht aufhalten

Nun ist es also „amtlich“. Breitling hat sich für die Baselworld 2020 abgemeldet. Als Grund lässt Georges Kern, der CEO von Breitling, verlauten, der neue Messetermin für die Baselworld in 2020, der in Abstimmung mit dem SIHH gewählt wurde, sei für Breitling zu spät und könnte mit den internen Planungen nicht in Einklang gebracht werden.

Breitling würde daher in 2020 eigene Veranstaltungen und Roadshows ausrichten.

Die Swatch Group, unter Nick Hayek, benutzt eine ähnliche Argumentation, jedoch ging es hierbei weniger um die Frage nach einem Termin, sondern ganz einfach ums Geld.

Erhebliche finanzielle Einsparungen waren der Grund, sich bereits in 2019 abzumelden. Von einem hohen zweistelligen Millionenbetrag war die Rede.

Und letztlich ist davon auszugehen, dass es bei Breitling nicht viel anders sein wird. Es geht um die in hohem Maße angespannten Finanzen. Die Dollars, Euros, Yen´s und Yuans schwappen bei Breitling & Co. nicht mehr so üppig in die Kassen. Der Verdrängungswettbewerb lässt grüßen.

Da ist es dann auf den ersten Blick durchaus nachvollziehbar, dass der ein oder andere auf die Bremse tritt.

Ob sich durch das Fernbleiben von der Messe der gewünschte Erfolg einstellt, darf indes bezweifelt werden. Und wie heißt es so schön: Reisende soll man nicht aufhalten.

Also kann man Breitling, der Swatch Group und so manch anderen, die jetzt auf eigene Faust versuchen, ihr Glück zu finden, nur die besten Wünsche hinterher schicken.

Die Baselworld und der SIHH sollten hingegen überlegen, ihre Auftritte komplett zu verschmelzen. So wäre wieder eine kritische Masse an Ausstellern zusammen und würde sicherlich für eine völlig neue Dynamik sorgen.

 

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SIHH

Chronoswiss: Flying Grand Regulator jetzt in neuen Farbkombinationen

Seit mehr als 20 Jahren ist der Handaufzugs-Regulator in markantem 44 mm Gehäuse eine feste Größe in der Chronoswiss Kollektion. 2017 bekam der Klassiker ein Upgrade und fällt seitdem als Flying Grand Regulator vor allem durch seine innovative 3D-Zifferblatt-Konstruktion auf. Neben der seriösen Variante im Edelstahlgehäuse mit galvanisch blauem Zifferblatt bereichern 2019 zwei limitierte Editionen in ausdrucksstarken Farbkombinationen die Kollektion.

 

Sondermodell Flying Grand Regulator Gelb-Schwarz

In extremen Kontrast zum tiefen Schwarz des DLC-Gehäuses leuchtet das Zifferblatt in einem intensiven Gelb, das eigens für Chronoswiss kreiert wurde und das raffinierte Guillochemuster perfekt zur Geltung bringt. Je nach Lichteinfall verändert sich das komplexe Design. Für Abwechslung sorgt eine Rot-Nuance, die für Zeiger und Ziffern eingesetzt wird. Über diese Variante können sich 30 Uhrenliebhaber freuen.

 

Sondermodell Flying Grand Regulator Gelb-Schwarz
Sondermodell Flying Grand Regulator Gelb-Schwarz

 

Sondermodell Flying Grand Regulator Grau-Schwarz

Dynamisch ist auch die Wirkung der zweiten neuen Farbkombination, die zum DLC-Gehäuse ein graues Blatt kombiniert. Hier bringen neben Rot (ein Korallen-Ton veredelt Zeiger und Sekundenskala) auch Gelb und Türkis frische Farbe ins Spiel. Die Türkis-Akzente vom Zifferblatt finden sich in der Naht des Bandes mit markanter Alligator Hornback-Struktur wieder. Auch diese Variante ist auf 30 Zeitmesser limitiert.

 

Sondermodell Flying Grand Regulator Gelb-Schwarz
Sondermodell Flying Grand Regulator Gelb-Schwarz

 

 

Der Flying Grand Regulator zeichnet sich durch eine aufwändige Zifferblattkonstruktion in mehreren Ebenen aus: Während die untere mit dem im hauseigenen Atelier entworfenen charakteristischen Guilloche-Muster geschmückt ist, wurde darüber auf verschraubten Sockeln eine zweite Ebene mit der Skala für die zentrale Minute konstruiert. Gekrönt wird das Zifferblatt von den trichterförmigen Anzeigen für Stunde und Sekunde, die sich wiederum über die Minuterie erheben. Unter dem Minutenzeiger bildet ein kleineres Pendant spiegelverkehrt auf einer zentralen Miniaturskala genau die Bereiche der Minuterie ab, die durch die Überlappung der großen Skala mit dem Stundentrichter dem Blick entzogen sind. Dieser Kniff ermöglicht unbeschwerte Freude am raffinierten Design, da sich die Minute präzise ablesen lässt.
Technisch zeichnet sich das ästhetisch anspruchsvoll gestaltete Handaufzugswerk durch einen Sekundenstopp aus: Durch Ziehen der Krone wird ein Schieber ausgelöst, der die Unruh blockiert. So lässt sich auch der Sekundenzeiger ganz präzise stellen und anhalten.

 

 

Details zum Sondermodell Flying Grand Regulator

 

 

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