Die Exporte der Schweizer Uhrenindustrie für den Monat Juni spiegeln die weltweit rückläufige Konjunktur wider. Sah es zu Beginn des Jahres zunächst so aus, als würde nur das untere und mittlere Preissegment in Mitleidenschaft gezogen und das Luxussegment in der Preisklasse jenseits der 3000 CHF Marke (Exportpreis, entspricht > 7000 EUR Verkaufspreis) wäre davon nicht betroffen, so knickt nun erstmals auch in diesem Bereich die Nachfrage spürbar ein.

Die Stückzahl geht um knapp 7%, der Umsatz um gut 5% zurück. Da aber auch der mittlere Preisbereich erstmals mit einem unerwartet herben Rückgang von rund 20% das Gesamtergebnis weiter nach unten zieht, ist in Summe ein Verlust von 10% zu beklagen. Die Gesamtstückzahl ging gar um durchschnittlich 17% zurück.

Der Einsteigerbereich zeigt einmal mehr einen starken Rückgang, der nun bereits im zweiten Jahr in Folge unvermindert anhält. Dieser Trend ist dem weiteren Erstarken der intelligenten Uhren von neuen Marktteilnehmern wie Apple, Garmin und Samsung geschuldet. Die Schweizer, wie auch die deutsche Uhrenindustrie haben darauf bis heute keine Antwort gefunden, sondern sehen mehr oder weniger tatenlos zu.

 

 

Betrachtet man die angebotenen Gehäusematerialien, so schneiden die Edelmetalle mit einem einem Minus von 6% noch vergleichsweise gut ab. Uhren mit Gehäuse aus Edelstahl gingen hingegen um 15% zurück. In Bezug auf die Stückzahl waren es gar 23%.

 

Länder Mio. CHF Veränderung in %
USA 202,9 11,70%
Hong Kong 198,4 -26,80%
Japan 135,1 3,10%
China 126,2 1,70%
Vereinigtes Königreich 123,8 12,70%
Frankreich 100,2 -23,70%
Singapur 97,6 1,70%
Deutschland 97,4 -2,90%
Italien 83,4 -16,60%
Süd Korea 76,4 -18,00%

Die Lage auf den internationalen Märkten gestaltet sich uneinheitlich. Während einige Märkte einen Anstieg verzeichneten, mussten die meisten einen Rückgang hinehmen, der in bestimmten Fällen sogar unerwartet hoch ausfiel. Die USA übernahmen mit + 7,2% erstmals die Führung, nachdem auf diesem Markt in diesem Jahr bereits regelmäßig Zuwächse verbucht werden konnten.

In Hongkong hat sich die zuletzt Performance jedoch deutlich verlangsamt (-26,8%). Japan (+ 3,1%) und China (+ 1,7%) verzeichneten ebenso wie Singapur (+ 1,7%) leichte Zuwächse.

In Europa verzeichnete das Vereinigte Königreich (+ 12,7%) einen erfreulichen Zuwachs, während andere Absatzmärkte an Boden verloren (Frankreich -23,7%, Deutschland -2,9% und Italien -16,6%).

 

 

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