Angespornt von Konsumenten, die der Rhetorik großer Marken überdrüssig sind und stattdessen den wahren Wert der von ihnen gekauften Produkte gerne kennenlernen möchten, hat die Idee der Transparenz vor allem in der Modebranche im Laufe der Jahre deutlich an Bedeutung gewonnen.

Für einige großen Marken gehört das goldene Zeitalter des Konsums, in dem sie dem Endkunden die von ihnen beworbenen Produkte zu jedem beliebigen Preis schmackhaft machen konnten, der Vergangenheit an.

Der aufgeklärte und gut informierte Konsument nimmt bei seinen Einkaufsgewohnheiten mittlerweile eine vollkommen neue und andere Rolle ein. Die neue Spezies der Konsumenten verfolgt aufmerksam die aktuellen Nachrichten über Marken und ihre Produkte und fordert Transparenz und Ehrlichkeit ein. Die Kunden von heute möchten wissen, wie und von wem das Produkt hergestellt wurde. Diese neue Ausrichtung steht jetzt im Mittelpunkt des Kaufgeschehens und verlangt nach Informationen zu Produktionskosten und Verkaufspreisen.

Aber welches sind die Auswirkungen auf das Einkaufserlebnis und wie passen sich die Marken an diese neuen Erwartungen der Verbraucher an?

Detaillierte Erläuterungen zu Kosten und Herkunft

Als Reaktion auf die wachsende Nachfrage ihrer Konsumenten zeigen sich zahlreiche, vor allem jüngere Marken und Start-Ups offen für Informationen zu Kosten und Herkunft ihrer Produkte. Dazu zählen unter anderem:

  • Die Kosten der Rohstoffe und Vormaterialien oder auch einzelner Komponenten sowie deren Herkunft
  • Arbeitskosten sowie die Produktionsstandorte
  • Die Kosten für den Transport

So stellt der amerikanische Versandhändler Everlane seinen Besuchern sämtliche Informationen zu Kosten und Herkunft seiner Produkte zur Verfügung. Everlane fordert die Kunden sogar auf, sich vor jedem Kauf die folgenden zwei Fragen zu stellen:

1) In welcher Fabrik wurde das gewünschte Produkt hergestellt?

2) Wie hoch sind dessen Herstellkosten?

 

Quelle: everlane.com

 

Auch das französische Bekleidungshaus Maison Standards legt die Produktionskosten Stück für Stück und Schritt für Schritt offen. Zudem werden zahlreiche Fotos aus den Fabriken auf der Webseite präsentiert.

 

Quelle: maisonstandards.com

 

Und wie profitiert nun der Verbraucher davon?

Die Vorteile für den Verbraucher, die volle Transparenz über Kosten und Herkunft zu erhalten, liegen auf der Hand:

  • Zugang zu allen Informationen über das Produkt: Produktionsmethoden, Produktionskosten, Produktionsstandort und Marge, die vom Unternehmen aufgeschlagen wird.
  • Die sozialen Auswirkungen: Der Verbraucher ist Teil eines verantwortungsvolleren und ökologischen Prozesses.
  • Bessere Qualität: Ein transparentes Unternehmen kann keine Kosten in Bezug auf die Qualität der verwendeten Komponenten oder Rohstoffe sparen, so dass der Verbraucher nicht länger im Unklaren gehalten werden kann.
  • Ein fairer Preis: Das transparente Unternehmen muss seine eigene Marge begrenzen, um dem Kunden einen stimmigen Verkaufspreis offerieren zu können.

Ist das, was in der Mode bereits praktiziert wird, auch in der Welt der feinen Uhren denkbar?

Was die Uhrmacherei anbelangt, hat die Entwicklung – hin zu mehr Transparenz bei Kosten und Herkunft – bei den Hauptakteuren der Branche bislang wenig Anklang gefunden. Viele Uhrenmarken verhalten sich insbesonders in Bezug auf die Herkunft ihrer Komponenten extrem zurückhaltend. Während viele Prêt-à-porter-Marken – von Zara bis Hermès – nicht mehr umhin kommen, die Ursprünge ihrer Kollektionen bekannt zu machen, ist dies bei Uhren bislang eher nicht der Fall.

Intransparenz dominiert nach wie vor die Uhrenwelt. Die meisten großen Marken vertrauen immer noch sehr stark ihrem guten Image sowie ihrer Bedeutung auf dem Markt.

Dieses gute Image, an da sie so lange und so intensiv hingearbeitet haben, könnte durch die Transparenz zur Herkunft von Bauteilen oder ganzer Produktionsschritte, die bei vielen Herstellern mittlerweile fest in China etabliert sind, erheblichen Schaden nehmen. Ganz zu schweigen von den hohen Gewinnmargen, die die großen Uhrenmarken – aus gutem Grund – nicht offenlegen wollen.

Aber wird das so bleiben oder wird Transparenz in der Konsumwelt von morgen doch zur Norm?

Das Schweizer Uhren Start-Up CODE41, aber auch einige andere sind fest davon überzeugt, dass der uneingeschränkten Transparenz die Zukunft gehört – auch im Uhrenmarkt. Der moderne, aufgeklärte Kunde ist immer weniger bereit, die Katze im Sack zu kaufen und jeden x-beliebigen Preis zu bezahlen.

Quelle: CODE41.com

Deshalb ist CODE41 zum Vorreiter der Uhrenbranche geworden, indem das Unternehmen dieses Konzept in einer bislang geheim gehaltenen Welt vorantreibt. Dies ermöglicht es dem Start-Up, die wachsende Nachfrage von Liebhabern der Feinmechanik, die nach Transparenz fragen, zu folgen und gleichzeitig eine enge Beziehung zu den Kunden aufzubauen, was es schließlich ermöglicht, hochwertige mechanische Uhren zu unschlagbaren, weil ehrlichen und fair kalkulierten Preisen anzubieten.

Quelle: CODE41.com

 

Mit der Einführung des TTO-Labels (Total Transparency on Origin), das allen Uhrenmarken offen steht, ist CODE41 sogar noch einen Schritt weiter gegangen.

CODE41 hat unter dem Pseudonym „Goldgena“ bereits in 2016 die Total Transparency Kampagne gestartet und seine nach diesen Grundprinzipien entworfenen und gefertigten Uhren unter der Marke CODE41 über Kickstarter sehr erfolgreich auf dem Markt positioniert.

 

LINKS:

It's only fair to share...Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on LinkedIn
Linkedin
Pin on Pinterest
Pinterest
Share on Google+
Google+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.