Die Exporte der Schweizer Uhrenindustrie legen auch im Juli weiter zu und bleiben, wie schon im ersten Halbjahr, auf robustem Wachstumskurs. Die Umsätze beliefen sich auf 1,71 Mrd. Schweizer Franken, und lagen damit um 6,4% höher als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Bezeichnenderweise waren Bicolor Uhren, also zumeist einer Kombination aus Stahl und Gold, mit einem Anstieg von 17,3% am gefragtesten. Bei Uhren aus Edelmetallen, wie Gold oder Platin, fielen die die Zuwächse mit 2% hingegen vergleichsweise gering aus.

 

 

Der Zuwachs beim Umsatz wirkte sich aber auch bei den Stückzahlen überproportional positiv aus. Getrieben durch einen starken Anstieg in der Einstiegspreisklasse, nahm die Stückzahl um satte 9% zu. Das überrascht umso mehr, als just in dieser Klasse den Schweizer Anbietern starke Konkurrenz aus Asien und USA mit ihren überwiegend intelligenten Uhren gegenüber steht. Die Frage sei erlaubt, wie das Bild aussehen würde, hätten die Schweizer Hersteller ebenfalls ein wettbewerbsfähiges Produkt im Angebot?

Mindestens ebenso überraschend ist in diesem insgesamt sehr positiven Umfeld allerdings die Schwäche der Preisklasse 200 – 500 CHF, die einen tatsächlichen Verkaufspreis von etwa 500 – 1500 Euro abbildet.

So positiv die Gesamtentwicklung in Stückzahl und Umsatz auf den ersten Blick auch erscheinen mag, so sehr offenbart ein zweiter, etwas genauerer Blick, die erneute enorme Abhängigkeit des Wachstums von den Märkten in Asien. Hongkong steht wieder voll unter Dampf, aber auch Japan legt weiter mächtig zu. Und Südkorea sowie Singapore überraschen ohnehin.

Obgleich die Wirtschaft in den USA boomt und brummt, wie es besser eigentlich nicht sein kann, übt sich dieser Markt wieder in gedämpfter Zurückhaltung.

 

Länder Mio. CHF Veränderung in %
Hong Kong 259,8 26,80%
USA 179,9 -0,70%
China 130,2 -0,40%
Japan 118 16,60%
Vereinigtes Königreich 110 7,60%
Frankreich 105,6 -1,00%
Italien 95,7 -9,10%
Singapur 95,1 9,40%
Deutschland 93,3 -8,60%
Süd Korea 83,2 41,90%
Summe der TOP 10 Länder 1270,8 7,74%

 

Weniger gut ist es auch in Europa bestellt. Dieser Markt will einfach nicht so recht auf die Beine kommen. Die vereinzelten Lichtblicke im ersten Halbjahr in Deutschland, Frankreich oder Italien erweisen sich als nicht wirklich standfest und zeigen – mit Ausnahme Frankreich – wieder deutlich in die falsche Richtung. Das Vereinigte Königreich liefert im Juli mit + 7,6% zwar erstmals wieder erfreulichere Zahlen, im Mittel über alle 7 Monate gerechnet (-8,3%) gibt dieser in 2017 noch so erfolgreiche Markt jedoch wenig Anlass zur Freude.

In weiterer Folge könnte die erneute Schwäche des Euro gegenüber dem Schweizer Franken – ausgelöst durch die Krise in der Türkei – die Geschäftsentwicklung im Euroraum weitere belasten.

Aber abgerechnet wir bekanntlich zum Schluss, also warten wir die Entwicklung im zweiten Halbjahr ab und blicken mit Spannung auf das in Kürze beginnende Weihnachtsgeschäft.

Stand 07/2018

 

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