Das seit mehreren Monaten anhaltende Wachstum bei den Schweizer Uhrenexporten schwächt sich ab und könnte damit ein Vorbote der insgesamt zunehmenden Unsicherheiten auf den globalen Märkten sein.

Die Exporte der Schweizer Uhrenindustrie legten im März 2018 zwar weiter zu, allerdings deutlich weniger stark als noch in den beiden Vormonaten Januar und Februar. Die Umsätze beliefen sich auf 1,7 Milliarden Franken, 4,8% mehr als im März 2017, was in Summe immer noch ein respektables Ergebnis ergibt. Wobei auf Uhren lediglich 3,2% entfallen und bei sonstigen Produkten ein Zuwachs von immerhin 28,9% zu verzeichnen war.

Uhren aus Stahl verbuchten mit +7,2% die größten Zuwächse. Bicolor-Uhren konnten ebenfalls eine Zunahme von +3,6% verzeichnen, Uhren aus Edelmetallen verharrten hingegen auf Vorjahresniveau. Alle sonstigen Materialien wurden weniger stark nachgefragt und mussten einen Rückgang um rund 3% hinnehmen.

 

 

Sehen wir uns die einzelnen Preiskategorien näher an, so stellen wir fest, dass Uhren mit einem Exportpreis von weniger als 500 CHF weiter an Boden verloren haben und zwar sowohl bei Stückzahl als auch Umsatz. Die Nachfrage im mittleren Preissegment (Exportpreis 500-3.000 CHF) zog hingegen – wie schon in den Vormonaten – deutlich an. Uhren mit einem Exportwert von mehr als 3.000 CHF kamen kaum voran. So zeigt sich letztlich ein uneinheitliches Bild. Durch den erneuten Einbruch im unteren Segment ging die ausgelieferte Stückzahl abermals um -5,2% zurück. Durch den starken Anstieg im mittleren Preissegment konnte der Umsatz dann in Summe doch leicht um +3,2% zulegen.

 

Länder Mio. CHF Veränderung in %
Hong Kong 230,3 10,20%
USA 177 4,10%
China 120,3 -6,90%
Japan 112,3 13,30%
Singapur 89,9 8,40%
Deutschland 86,1 5,20%
Italien 79,5 -6,40%
Frankreich 78 12,60%
Süd Korea 78 33,50%
Vereinigtes Königreich 76,4 -22,30%
Summe der TOP 10 Länder 1127,8 4,10%

 

Uneinheitlich zeigen sich denn auch die einzelnen Märkte. Hongkong (+ 10,2%) meldet seit fast einem Jahr anhaltendes und vergleichsweise stabiles Wachstum. Die Vereinigten Staaten verzeichneten mit + 4,1% im zweiten Monat in Folge einen leichten Gewinn. China meldet mit -6,9% hingegen erstmals seit 18 Monaten wieder einen Rückgang. Die Trendwende in Japan konnte im März abermals bestätigt (+ 13,3%) werden.

Die Situation in Singapur (+ 8,4%), Deutschland (+ 5,2%), Frankreich (+ 12,6%) und Südkorea (+ 33,5%) hat sich mit unterschiedlicher Intensität durchweg zum Positiven verändert.

Auf der anderen Seite zeigen der erneute Rückgang in Italien (-6,4%) und der unerwartet starke Einbruch im, in den Vormonaten so erfolgreichen Vereinigten Königreich (-22,3%) dass die Gesamtsituation angespannt bleibt und die Branche vor weiteren Überraschungen nicht sicher sein kann.

Was der Branche hingegen helfen wird, ist der zum EURO wieder etwas weichere Kurs des Schweizer Franken, der sich aktuell der Marke von 1,20 annähert. Damit kehren wieder ähnliche Verhältnisse zurück, wie noch vor der Freigabe des Frankenkurs durch die Schweizer Notenbank vor 3 Jahren. Die Uhren müssten dadurch (zumindest theoretisch) wieder günstiger angeboten werden können, denn mit raschen Preiserhöhungen war so mancher Hersteller damals auch nicht zögerlich.

Stand 03/2018

 

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