Die Inhorgenta 2018 fand zum dritten Mal im neuen Hallen-Layout statt. In Halle A1 waren bis auf einige Ausnahmen wieder bevorzugt die Premium Uhren-Marken untergebracht.

Für andere Uhrenhersteller oder Handelsorganisationen, die neben Uhren auch Schmuck anbieten, oder sich in erster Linie dem Fashion-Bereich zugehörig zählen, waren als Ausstellungsort die Schmuckhallen vorgesehen.

Insgesamt berichtet die Messeleitung von einem Austellerplus von rund 4% gegenüber dem Vorjahr. Wobei uns keine Angaben darüber vorliegen, wie sich diese positive Veränderung auf den Uhren- bzw. den Schmuckbereich aufteilt.

 

 

Die Besucherzahl blieb mit rund 27.000 hingegen auf Vorjahresiniveau.

Wir waren insgesamt 3 Tage vor Ort und haben uns intensiv bei Uhren aber auch bei Schmuck umgesehen.

Die Halle A1, in der ausschließlich Uhren ausgestellt wurden, erlebte u.E. aber weder einen neuen Aussteller- noch einen Besucherrekord. Die Gänge waren wie schon im Vorjahr reichlich breit angelegt, der ehemals große Stand von Bruno Söhnle fehlte, jener von Junghans ist sichtbar geschrumpft und eine auffallend hohe Besucherfrequenz konnten wir zumindest über die ersten drei Tage hinweg nicht ausmachen.

 

Halle A1: Der Besucheransturm hält sich in Grenzen

Ganz anders in den „Schmuckhallen“. Dort herrschte sichtlich mehr Betrieb. Die Besucher, so schien es, waren einmal mehr am Thema Schmuck, denn am Thema Uhren interessiert. Ein Eindruck, den wir bereits im letzten Jahr mitnehmen konnten und der sich zu manifestieren scheint.

Das spiegeln auch die Zahlen wieder, die der Bundesverband der Juweliere anlässlich der Pressekonferenz zu berichten wusste. Der Absatz von Uhren und Schmuck auf dem deutschen Markt im vergangenen Jahr war zwar insgesamt leicht positiv, spielt sich jedoch in einem, so scheint es, weitgehend gesättigten Markt ab.

Das geringe Umsatzplus in der Gesamtbetrachtung i.H. von 0,5 % geht einher mit einem Wachstum bei Schmuck von 1% und einem Rückgang bei Uhren i.H. von 0,6%. Insbesondere das sonst starke Weihnachtsgeschäft ließ 2017 auf sich warten und blieb letztlich aus. Und, es sei angemerkt, dass sich diese für den Handel nicht ganz einfache Situation in einem Marktumfeld von Hochkonjunktur und Vollauslastung abspielt. Insofern haben wir es mit einer durchaus fragilen Gemengelage zu tun.

Bindet man aus Sicht der Hersteller die globale Betrachtung mit ein, so können sich derzeit jene Anbieter glücklich schätzen, die in Asien gut aufgestellt sind. Die Märkte in China und Hong Kong ziehen wieder deutlich an, wohingegen die USA und Europa ein ähnliches Bild vermitteln, wie der deutsche Markt, Stagnation oder leichte Rückgänge.

Da die Gesamtumsätze aber auch global betrachtet kein wirklich fundamentales Wachstum aufweisen, befinden wir uns im klassischen Verdrängungswettbewerb. Wenn ein neuer Anbieter kommt und gute Geschäfte macht, dann geht das folglich zulasten eines anderen.

Und werfen wir schließlich noch einen kurzen Blick auf das neue Geschäftsfeld der Wearables, so versucht die Inhorgenta zwar seit gut 3 Jahren dem Thema eine Plattform zu bieten, allein der Handel kann oder will hier noch nicht so recht aufspringen. Das wird nur allzu deutlich, sieht man sich die überschaubaren Besucherzahlen bei den in diesem Jahr wieder guten und informativen Fachvorträgen zu selbigem Thema an.

 

Könnte es sein, dass hier jemand etwas verpasst hat?

Die im vergangenen Jahr 120 Mio. weltweit verkauften Wearables – davon allein 18 Mio Apple Watches – landen an Handgelenken, die für eine „normale Uhr“ fortan nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Disruption lässt grüßen.

Begeben wir uns mit diesem Wissen im Hinterkopf auf einen Messrundgang durch die „Uhrenhalle“ und halten Ausschau nach Neuerungen. Unseren Rundgang clustern wir dabei in „Traditionelle Uhren“,  „Smarte Uhren“ und „Ausgefallene Uhren“.

 

Traditionelle Uhren

 

Junghans

 

 

Bei Junghans steht die Modellpflege im Zeichen der Inhorgenta. Die Familie der im vergangenen Jahr vorgestellten „Form“ Serie wird weiter ausgebaut und zwar sowohl im Quarz- wie auch im Mechanikbereich. Dazu gesellen sich neue Farben für die Zifferblätter sowie Bänder in ansprechenden Materialien und Farben.

 

Junghans Form A automatic

 

Junghans Form A Damenmodell

 

Junghans Form C Chronograph

Daneben legt Junghans auch behutsam Hand an bei der Überarbeitung der klassischen Uhrenlinie „Max Bill“.

 

Junghans „Max Bill“ in sandgoldfarbenem Gehäuse

 

POINTtec

Am Stand von POINTtec wird, neben den bekannten Marken JUNKERS und Zeppelin, eine weitere, neue Marke präsentiert: „Iron Annie“. So wurde eine in den USA in den 1970er Jahren für Flugshows im Einsatz befindliche Junkers JU52 von den Amerikanern liebevoll genannt. Diesem Flugzeug, welches heute bei der Lufthansa mit dem Zulassungszeichen D-AQUI für Rundflüge und Veranstaltungen wieder im Einsatz ist, widmete POINTtec für sein 30-jähriges Firmenjubiläum 2017 ein limitiertes Sondermodell.

 

Jubiläumsmodell „Iron Annie“ Limited Edition

 

Der Erfolg dieses Sondermodells inspirierte die Geschäftsleitung von POINTtec, mehr daraus zu machen und das Label für dieses Sondermodell als neue Marke zu etablieren und mit weiteren Modellen zu ergänzen.

 

Iron Annie Bauhaus Chronograph automatic

 

Iron Annie „Cockpit“

 

Aber auch die bekannten Marken werden weiter ausgebaut und gepflegt. So erhielt die Uhrenserie „Eisvogel“ von JUNKERS ein dezentes Facelift.

 

Junkers Modell „Eisvogel“

Und die legendäre Marke Zeppelin wartet mit neuen attraktiven Mechanik-Modellen bei der Serie „Rome“ auf. Das von Selitta neuentwickelte Kaliber SW 280 mit Mondphasenanzeige kommt dort in einer wunderschönen Zifferblattgrafik erstmalig zum Einsatz.

 

Zeppelin „LZ120 Rome“

Die Serie „100 Jahre Zeppelin“ wurde um eine Variante mit dunkelgrün schimmerndem Zifferblatt ergänzt.

 

100 Jahre Zeppelin mit grün schimmernden Zifferblatt

Last but not Least präsentierte sich auf dem Stand von POINTtec auch die deutsche Traditionsmarke Rosenthal wieder. Die in reiner Manufakturarbeit entstehenden Zifferblätter auch hochwertigstem Porzellan sind immer wieder eine Augenweide. Dazu gab es am Stand auch eine Vorführung.

 

Rosenthal: In reiner Manufakturarbeit gefertigte Zifferblätter aus reinem Porzellan

 

Dugena

Sehen wir uns bei einer weiteren deutschen Marke um und besuchen Dugena. Dugena ist neben Junghans der Inbegriff einer deutschen Traditionsmarke und feierte 2017 sein 100-jähriges Bestehen. Mit diesem Ereignis schien ein regelrechter Ruck durch das Unternehmen gegangen zu sein und Simone Groß stellte uns ein paar neue Modelle vor, die den Retro-Look alter Dugena Modelle aus den 70er Jahren wiederbeleben.

 

Die neue Vintage Serie von Dugena

 

Dugena „Surfers“

Dugena geht aber auch einen Schritt in Richtung Technologie und bringt seine erste Funkuhr auf den Markt.

 

Dugena Funkuhr

Die Frage nach einer smarten Connected Watch blieb hingegen unbeantwortet.

 

Smarte Uhren

 

M&M

Auf diese Frage hatte die im hochwertigen Fashion-Bereich positionierte Uhrenmarke M&M eine passende Antwort. Die neue M&M Connected ist eine elegant gestylte Hybridwatch mit integriertem Display bei 6 Uhr.

 

M&M Connected

 

M&M Connected mit kleinem Zusatzdisplay bei 6 Uhr

 

M&M Connected; Rückansicht mit Pulssensor

Eine erste Begutachtung zeigt, dass der Hersteller sich intensiv mit dem Thema befasst hat und dem Fachhandel in Ergänzung der bestehenden Kollektion nun ein Produkt anzubieten vermag, was in die Zeit passt, ohne dass dieser die neue Technologie von einem anderen, möglicherweise unbekannteren Wettbewerber beziehen müsste.

 

Casio

Ein Unternehmen, welches mit neuen und insbesondere smarten Technologien ohnehin keine Berührungsängste hat, ist Casio. Der Uhrenhersteller aus Japan feiert mit seiner Marke G-Shock in diesem Jahr deren 35-jähriges Bestehen. 35 Jahre G-Shock und 35 Jahre Uhren mit digitaler Display-Anzeige sind eine robuste Ausgangsbasis für Neues.

 

 

So stellt Casio auf der Inhorgenta in Deutschland erstmals die neue „Rangeman“ vor. Eine smarte Uhr für das Outdoor Abenteuer. Unkaputtbar und mit allem ausgestattet – einschließlich GPS-Navigation – was der Abenteurer benötigt.

 

Extrem robuste Outdoor Uhr Casio „Rangeman“ mit integrierter Navigation

Die Rangeman strapaziert mit einem VK von über 700 EUR das Budget schon ziemlich. Wer mit weniger Technik zufrieden ist, aber dennoch „Connected“ sein möchte, für den bietet Casio für sehr viel weniger Geld (für 119 EUR) beispielsweise das Modell G-Squad.

 

Casio G-Squad Connected via Bluetooth mit dem Smartphone

Und Last but not Least ist natürlich die bereits seit zwei Jahren auf dem Markt befindliche Serie der smarten Outdooruhren mit dem Spitzenmodell WSD-F20 nach wie vor ein spannendes Thema. Aktuell hat der Mineralölkonzern Total die Uhr wegen ihrer einzigartigen Produkteigenschaften in explosionsgeschützten Bereichen zur Erhöhung der Sicherheit seiner Mitarbeiter in einem Großversuch im Einsatz.

 

Casio Smartwatch WSD-F20 Limited Edition in weiß

Dennoch: Wir wünschen uns für einen nachfolger der WSD-F20 dringend einen Pulssensor, NFC-Funktionalität, eine induktive Ladeschale sowie eine geringere Baugröße, damit auch Damen die Möglichkeit erhalten, diese überaus robuste Uhr zu tragen.

 

Fossil

Denken wir an smarte Uhren, dann denken wir auch zwingend an die Fossil Group. Kein anderer Hersteller traditioneller Uhren hat sein Portfolio so rigoros umgekrempelt, wie der im texanischen Richardson (nördlich von Dallas) beheimatet Hersteller von Uhren und Modeaccessoires.

 

 

Das Management der Fossil Group vertritt offenbar die feste Überzeugung, dass die Zukunft der intelligenten Uhr gehört, denn wie erklärt es sich sonst, dass innerhalb kürzester Zeit hunderte neuer smarte Modelle und zwar Hybrid-Uhren wie auch Smartwatches mit Volldisplay auf dem Markt platziert wurden.

 

Skagen Hybrid

 

Das erfolgte in einer Geschwindigkeit, die den Fachhandel an der ein oder anderen Stelle wohl etwas überforderte und die Qualität der Produkte war auch nicht immer 100%-ig ausgereift, so einige Stimmen vom Markt. Aber das scheint nun alles im Griff, denn der Aktienkurs machte einen Sprung nach oben und die Fossil Group setzte 2017 allein mit Wearables bereits 300 Mio. US$ um. Wenn das keine guten Aussichten sind.

 

Skagen Connected mit Display auf Basis Android Wear

 

Komsa

Bleiben wir noch etwas bei den smarten Uhren und begeben uns zum Stand von Komsa. Komsa, der Anbieter und Dienstleister aus Chemnitz, versteht sich als Bindeglied zwischen dem Uhrenfachhandel und zahlreichen neuen Anbietern smarter Uhrentechnologie aus der IT- und Technologiebranche. Dazu zählen u.a. so bekannte Namen wie Samsung, Huawei, LG oder Fitbit.

 

Gamin Pilotenuhr D2 Charlie

Aber auch Garmin ist mit von der Partie. Der Hersteller von professionellen Marine- und Avionik-Geräten hat sich seit einigen Jahren auch im Bereich der Wearables als feste Größe etabliert. Garmin zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass immer wieder spezielle Modelle für ganz spezifische Einsatzfälle auf den Markt kommen. Sei es eine Uhr speziell für Piloten, Taucher oder Golfer; es gibt kaum etwas, was Garmin nicht bedienen kann.

 

Smartwatch Viita Active HRV

Ebenfalls am Stand von Komsa hat sich ein neuer Anbieter aus Oberösterreich eingefunden: Die Firma Viita, bekannt durch leistungsfähige Brustgurte, stellt nun erstmalig eine Smartwatch für den engagierten Sportler vor, der die wichtigsten Körperfunktionen – einschließlich des Wasserverbrauchs – erfassen möchte. Dazu kommt eine Akkulaufzeit von mindestens 2 Wochen. Das ist ein Wort!

Doch auch die aktuellen Modelle von Samsung liegen bei Komsa vor. Hier präsentiert Komsa eine interessante Idee, um den Verkauf im Uhrenfachhandel vom Erwerb beim Elektronik-Discounter abzugrenzen.

 

Samsung Gear Sport

 

Für die Samsung Gear Modelle wird ein eigenes Bundle angeboten, welches neben der eigentlichen Uhr noch ein zusätzliches Wechselarmband enthält, sowie einen Gutschein für ein weiteres Modell, welches der Kunde dann Online abrufen kann.

 

Samsung Gear Sport im speziellen Bundle für den Fachhandel

 

Wenden wir uns zum Abschluß wieder der traditionellen Uhr zu, jedoch mit Fokus auf das Außergewöhnliche. Auch hierzu wurden wir auf der Inhorgenta fündig.

 

Außergewöhnliche Uhren

 

Alexander Shorokhoff

Die Marke Alexander Shorokhoff steht für „Art on the Wrist“, also Kunst am Handgelenk. Die Uhr als Kunstobjekt wird immer wichtiger in einer Zeit, in der die Uhrzeit am allgegenwärtigen Smartphone abgelesen wird und in einer Zeit, in der Kinder und Jugendliche häufig keine Uhren mehr tragen.

 

Alexander Shorokhoff Modell „Kandy Avantgarde“

Alexander Shorkhoff versteht es, Uhren mit außergewöhnlichen Designs zu entwerfen. Es gibt Modelle, da spielt sich die Kunst auf der Zifferblattseite ab und es gibt Modelle, bei denen ist das Uhrwerk ein wichtiger Teil der kunstvollen Darbietung.

 

Alexander Shorokhoff „Individual“ Uhren, die ganz nach Kundenwunsch gefertigt werden.

 

Alexander Shorokhoff mit kunstvoll graviertem Werk

Lavaro

Eine ebenfalls ganz außergewöhnliche Uhr trafen wir bei Lavaro am Stand von Filius-Zeitdesign an. Der in Hamburg beheimatete Uhrenhersteller Lavaro hat das Modell Abacus präsentiert, bei dem eine umlaufende Kugel die aktuelle Zeit, ähnlich einer Einzeigeruhr, anzeigt. Da die Uhr über kein Deckglas verfügt, kann der Träger mit der Kugel spielen und sie nach Belieben drehen.

 

Lavaro „Abacus“ goldfarben

 

Lavaro „Abacus“ in intensivem blau gehalten

Wird das Handgelenk zur Anzeige der Zeit, ähnlich wie man/frau von der Apple Watch her kennt, angehoben, so positioniert ein Magnet die Kugel exakt dort, wo der Stundenzeiger die Uhrzeit anzeigen würde.

 

Lilienthal Berlin

Nicht ganz so reduziert, aber mit ebenfalls sehr geradlinigen und klarem Design warten die Uhren der noch jungen Marke „Lilienthal Berlin“ auf. Nicht nur das Design weckt das Interesse am Produkt, sondern auch die nachhaltige Produktion in Deutschland mit Komponenten von bekannten Zulieferern, bis hin zu den außergewöhnlich angenehmen und geschmeidigen Armbändern.

 

Lilienthal Berlin „Zeitgeist automatic“

Dass daneben dann auch noch der Preis passt – 199 EUR für das Quarz-Modell und 499 EUR für die Automatic-Variante mit Sellita SW200 – unterstützt die Sympathie zusätzlich.

 

Lilienthal Berlin Quarz

 

Nivrel

Der kleine, aber feine Uhrenhersteller Nivrel aus dem Saarland wartet immer wieder mit Besonderheiten auf, die er in kleiner und limitierter Stückzahl seiner Fangemeinde anbietet.

 

Im Bild: Piece Unique by Nivrel

 

Im Bild: das Modell Le Chronographe Replique II mit historischem Kaliber Landeron 248 (gebaut bis 1970)

 

 

Sergej Manaenko

Beim Meister des Gravierens und Steinesetzens Sergej Manaenko können wir live miterleben, wie solche Unique Pieces entstehen.

 

Sergej Manaenko beim Gravieren

 

So sieht die Arbeit unter dem Mikroskop aus

 

Ein von Sergej Manaenko veredeltes Uhrwerk

 

Vostok Europe

Vostok Europe, die Uhrenmarke aus Litauen, ist Insidern wohlbekannt für robuste Uhren in hoher Qualität zu bezahlbaren Preisen. Insbesondere die Modelle für Tiefseetaucher haben sich einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Die Uhren zeichnen sich durch ein sehr eigenständiges Design aus, welches einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Die verwendeten Uhrwerke von Seiko sind robust und verrichten ihren Dienst äußerst zuverlässig.

 

Vostok Europe „Ekranoplan“

Aber Vostok Europe kann nicht nur robuste Funktionsuhren, sondern hat mit dem Modell „Undine“ nun auch für die Damen etwas im Angebot. Obgleich stylisch, ist auch dieses neue Modell bis 20atm druckdicht.

 

Vostok Europe Modell „Undine“

 

P. Maier GmbH

Firma P. Maier GmbH, welche die Vertretung von Vostok Europe in Deutschland inne hat, vertritt darüber hinaus auch noch weitere Marken, wie z.B. Sturmanskie des russischen Herstellers Volmax. Das Modell Sturmanskie Gagarin Sport wird in einer limitierten Auflage als Fußballuhr für die Fussball WM 2018 in Russland aufgelegt. Das verwendete Werk ist das robuste Automatik-Kaliber Vostok 2432.

 

Sturmanskie Gagarin Sport WM-2018 Edition

Uns hat überrascht, wie hochwertig die Verarbeitung von Gehäuse und Zifferblatt dieser in Russland gefertigten Uhr mittlerweile ist. Nicht mehr vergleichbar mit den Produkten früherer Jahre und absolut gleichwertig mit „Swiss Made“ oder „Made in Germany“.

Gleiches gilt für das Chronographen-Modell Sturmanskie Open Space, welches mit dem Kaliber NE88 von Seiko ausgestattet ist.

 

Sturmanskie Open Space, ausgerüstet mit Kaliber NE88 von Seiko

 

Goldene Unruh

Besuchen wir abschließend noch die Lounge der „Goldenen Unruh“, gleich gegenüber von Junghans. So gut die Sonderausstellung jener Uhren, die am Vorabend des Messebeginns der Inhorgenta mit Preisen gekürt wurden, ins Gesamtkonzept der Messe passt, so überrascht waren wir doch, als wir vor den einzelnen Vitrinen standen und die Exponate bewunderten.

Da es sich durchweg um Preziosen von Herstellern handelte, die nicht auf der Inhorgenta ausstellten, sind für den Betrachter dieser zum Teil extrem wertvollen Stücke (z.B. A. Lange & Söhne Tourbograph Perpetual “Pour le Mérite” Wert: 480.000 EUR) Hintergrundinformationen unerlässlich, um zu verstehen, welche Andacht er beim Blick auf das Ausstellungsstück eigentlich entfalten sollte.

 

 

Leider Fehlanzeige. Keine Beschriftung am Schaukasten, keine Hintergrundinformation, nichts, was der nicht vorinformierte Betrachter hätte aufnehmen können.

 

A. Lange & Söhne Tourbograph Perpetual “Pour le Mérite” Wert: 480.000 EUR

 

Auch die mit dem Technikpreis prämierte „Defy Lab“ von Zenith erschließt sich dem Betrachter ohne Zusatzinformation nicht.

 

Zenith „Defy Lab“ mit völlig neuartigem Uhrwerk. Ein schnellschwingender Gangregler aus einem einzigen Stück monokritallinem Silizium ersetzt das herkömmliche System aus Unruh, Anker und Ankerrad. Die Ganggenauigkeit soll 0,3 s pro Tag betragen.

Allein der Preisträger von Glashütte Original wurde mit zusätzlichen Informationen in der Vitrine positioniert.

 

Glashütte Original Excellenz Panoramadatum

 

Schade um die ansonsten gut gemeinte Sonderausstellung.

Fassen wir zusammen

Die Uhrenbranche erlebt, beginnend mit 2015, im dritten Jahr in Folge schwere Zeiten. Das bleibt dem Besucher der Uhren- und Schmuckmesse  nicht verborgen. Die zahlreichen Besucher halten sich – wie bereits im Jahr zuvor – vorrangig in den Schmuckhallen auf. Die Halle A1, welche den hochwertigeren Uhrenherstellern eine Heimat gibt, war zu mancher Tageszeit besorgniserregend leer. An so manchem Stand, bei so manchem Aussteller war es ruhig bis sehr ruhig. Andere wiederum wurden hingegen auffallend gut besucht.

 

Halle A1, breite, aber überwiegend leere Gänge

Woran mag das liegen?

  • Am Messekonzept? Ja und Nein! Wichtige Aussteller der vergangenen Jahre waren diesmal nicht mit dabei. Es fehlten beispielsweise Bruno Söhnle oder auch die Marken Ebel, Charriol und Locman. Überhaupt schrumpft das Ausstellerportfolio eher als dass es wächst. Zumindest einige bekannte Marken als Zugpferde würden der Messe gut tun. Mit diesem Phänomen sieht sich auch die Messe in Basel konfrontiert.
  • Es liegt aber auch an den Ausstellern selbst. Der Uhrenmarkt ist gesättigt. Nenneswertes Wachstum findet aktuell nur in China und Hong Kong statt. Alles andere stagniert oder ist rückläufig. Dazu zählt auch der deutsche Markt. So befinden wir uns in einem klassischen Verdrängungswettbewerb. Darauf müssen sich die Hersteller einstellen, darauf müssen sie Antworten finden, wenn sie die Zukunft zu ihren Gunsten entscheiden wollen und das ist keine leichte Aufgabe.
  • Und in dieser Zukunft spielen die smarten Uhren eine immer wichtigere Rolle spielen. Es gibt Aussteller, die haben bereits reagiert und ihr Produktportfolio entsprechend angepasst oder erweitert. Andere tun sich nach wie vor schwer damit und wieder andere lehnen es gar ab. Jeder muss hier seinen eigenen, glaubwürdigen und dem Kunden vermittelbaren Weg finden. Die Inhorgenta leistet dazu in jedem Fall wertvolle Hilfe über hochwertige Fachvorträge zum Thema. Allein die z.T. geringe Teilnahme an Zuhörern lässt vermuten, dass die Botschaft noch nicht überall angekommen ist.
  • Last but not Least bewirkt die Digitalisierung einen Umbruch in der Branche wie er wohl seit der Quarzkrise nicht mehr stattgefunden hat. Der Selektionsprozess hat eben erst begonnen. Wie sagte schon der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Motorenwerke, Eberhard von Kuenheim: „Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen“.

Wie wahr!

 

LINKS:

 

 

 

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