Die Schweizer Uhrenexporte haben sich im Mai 2017 gegenüber dem Vorjahresmonat mit einem Plus von 9,0% sehr gut entwickelt. Das entspricht einem Exportwert von 1,7 Milliarden Schweizer Franken. Nach dem Monat März ist dies der zweite positive Monat in 2017 und bestätigt eine Trendwende, die sich bereits zum Jahreswechsel 2016/2017 abzeichnete.

Uhren mit Gehäusen aus Edelmetallen verzeichnen erstmals wieder ein deutliches Wachstum. Gleiches gilt im Übrigen auch für solche aus Stahl; lediglich exotischere Materialien tun sich nach wie vor etwas schwerer.

Das trifft im Übrigen auch für Uhren mit einem Abgabe-/Exportpreis von weniger als 200 Franken zu. Hier verharrt der Trend mit einem Abschlag von 9,4% weiterhin im deutlich negativen Bereich. Alle anderen Preissegmente zeigen dagegen ein erfreulich kräftiges Wachstum. Besonders auffällig ist der Anstieg im Luxussegment, mit einem Abgabepreis oberhalb von 3.000 CHF. In diesem Bereich wird zwar nicht mehr (Stückzahl -2,2%) dafür aber wieder umso teurer (Umsatz +11,4%) eingekauft.

Mehrere wichtige Märkte verzeichneten ein starkes Wachstum: Hongkong (+ 18,1%) und China (+ 34,4%) führen den asiatischen Kontinent an, während sich die Situation in Japan (-3,2%) weiter verschlechterte. In den Vereinigten Staaten (-1,1%) ergab sich im Mai 2017 nur eine geringe Veränderung. In Europa entwickeln sich die vier führenden Märkte, Italien (+ 26,7%), das Vereinigte Königreich (+ 12,9%), Frankreich (+ 9,5%) und Deutschland (+ 3,7%) ebenfalls positiv. Italien überholte in der Rangfolge nun sogar China, was darauf hindeutet, dass Touristen ihre Kaufzurückhaltung langsam aufgeben.

Länder Mio. CHF Veränderung in % Anteil in %
Hong Kong 223,7 18,10% 13,10%
USA 171 -1,10% 10,00%
Italien 134,5 27,70% 7,90%
China 116 34,40% 6,80%
Vereinigtes Königreich 102,2 12,90% 6,00%
Japan 99,4 -3,20% 5,80%
Summe der 6 Länder 846,8 13,20% 49,70%

Eine fundierte Erklärung für die nun deutlich erkennbare Trendumkehr, insbesondere im bislang hart gebeutelten Hochpreissegment, lässt sich allerdings schwerlich ausmachen. Alle bislang angeführten Gründe, mit denen der Abschwung erklärt wurde, sei es der starke Schweizer Franken, oder die Antikorruptionsgesetze in China, haben nach wie vor Gültigkeit, können die Trendumkehr also weder erklären noch ursächlich einleiten.

Als wichtiges psychologisches Moment scheint in jedem Fall die Kauflaune zurück gekehrt zu sein. Das gilt zumindest für den Luxusbereich. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der Aufschwung anhält und sich damit auch als substanziell und nachhaltig erweist.

Stand 06/2017

 

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