Auf der Baselworld 2017 präsentierte sich Jean-Claude Biver in seiner Rolle als Interims-Manager von Zenith und trug eine bemerkenswerte Armbanduhr, die aber nur einer Handvoll Messebesuchern gezeigt wurde.

Das Besondere an dieser Uhr ist das Uhrwerk: Es revolutioniert den Antrieb und den Gangregler einer mechanischen Uhr. Dieses völlig neuentwickelte Uhrwerk gleicht einer Sensation, denn es verfügt weder über eine Unruh, noch eine Spiralfeder. Der Gangregler ist also nicht als Schweizer Ankerhemmung ausgeführt, sondern folgt einem ganz anderen, neuartigen Prinzip.

Als Gangregler setzt Zenith eine vorgespannte, schnell schwingende Komponente aus Silizium ein. Sehr wohl gibt es bereits heute Alternativen zur Schweizer Ankerhemmung, sei es das Senfine genannte Prinzip von Parmigiani Fleurier oder Resonique von De Bethune. Keiner von beiden hat es jedoch bislang geschafft, die als Prototyp vorgestellten Lösungen zur Serienreife zu entwickeln.

Ganz anders bei Zenith. Hier ist die Entwicklung so weit fortgeschritten, dass bereits im September 2017 die ersten 10 Vorserienmodelle präsentiert und an Kunden ausgeliefert werden.

Der Kundennutzen bei dieser neuen Lösung wird sein, dass das neue Uhrwerk nahezu keine Reibungsverluste aufweist und ohne Schmierung auskommen wird. Die Gangautonomie soll nach Angaben von Jean-Claude Biver Dutzende von Tage erreichen und die Ganggenauigkeit mit einer Abweichung von nur einer Sekunde am Tag einen neuen Rekord aufstellen.

Erreicht wird diese hohe Ganggenauigkeit u.a. dadurch, dass der Gangregler mit einer vergleichsweise hohen Frequenz von 15 Hz arbeiten wird und die Amplitude stets konstant bleibt; bei Vollaufzug genauso wie unmittelbar vor Ablauf.

Dies ist nach den Worten von Jean-Claude Biver seit 1656 (als der niederländische Wissenschaftler Christian Huygens die Pendeluhr erfand), der erste große Schritt in eine völlig neue technologische Richtung im Uhrwerksbau. Biver führt weiter aus: „ Zenith transformiert die Tradition in die Zukunft. Die Pendeluhr von Huygens verkörpert die Tradition, Zenith hingegen die Zukunft.“

Diese Weltneuheit soll am 14. September 2017 im Deutschen Museum in München der Weltöffentlichkeit vorgestellt werden. Auf die Frage, weshalb gerade in Deutschland und in München, antwortet Biver: „Die Deutschen begeistern sich für Genauigkeit und Präzision.“

Die angekündigten 10 Einzelstücke werden nur an Kunden abgegeben, die bereit sind, nach Le Locle zu Zenith zu reisen, 30.000 CHF auf den Tisch des Hauses zu legen und die Uhr dort persönlich in Empfang zu nehmen. Ein erste Klasse Ticket für die Anreise per Flugzeug ist im Preis enthalten.

Die späteren Serienmodelle sollen dann in der Preisklasse zwischen 8.000 und 9.000 CHF positioniert werden. Diese werden zur Baselworld 2018 vorgestellt werden.

„Das Besondere an diesen ersten Exemplaren wird aber auch die Legierung sein, aus der das Gehäuse gefertigt wird. Es handelt sich um einen ultraleichten und hochfesten Aluminium-/Carbonverbundwerkstoff, der in den Werkstofflabors von Hublot entwickelt wurde. Dieses neue Material, mit der Bezeichnung Aeronite, ist einzigartig und wird gleichfalls noch für reichlich Furore sorgen“, so Biver weiter.

 

 

Quelle:

Das Interview führte SJX mit Jean-Claude Biver in Singapur, auszugsweise Übersetzung durch Deutsches Uhrenportal

 

 

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