Jetzt ist es offiziell: Das zum Verkauf stehende Traditionsunternehmen Breitling geht in Britische Hände. Der Finanzinvestor CVC Capital übernimmt Breitling mehrheitlich mit einem Anteil von 80%.

Was ist über CVC Capital bekannt, außer dass es mit Luxusuhren bislang keine Berührungspunkte hatte?

CVC wurde 1981 in London gegründet und entstand als europäischer Arm des Private-Equity-Bereichs der US-amerikanischen Bank Citigroup. Seit einem Management-Buy-out im Jahr 1993 besitzt das Management von CVC das Unternehmen.

CVC ist an verschiedenen Unternehmen beteiligt. Z.B. in Frankreich und im Vereinigten Königreich an Unternehmen wie Kwik-Fit (2002–2005), The AA (2004), Debenhams (2003), Halfords (2002) und Minit (2006). Zu den größten Erwerbsbeteiligungen gehörte 2005 der Kauf von 86% der Anteile am Unternehmen SLEC Holdings. SLEC ist das Holdingunternehmen der Formel One Group, inklusive der Formula One Administration, Eigentümerin der sportlichen Verwertungsrechte an der Formel-1-Weltmeisterschaft.

Im Oktober 2006 wurden 75% an dem Unternehmen PBL Media von CVC erworben. Im Juli 2007 erwarb CVC das US-amerikanische Unternehmen Samsonite (Hersteller von Koffern). 2009 kaufte CVC das Osteuropageschäft der Brauerei Anheuser-Busch für ca. 3 Milliarden Dollar und gründete die StarBev. Im Jahr 2012 verkaufte CVC StarBev für 2,65 Milliarden Euro an den nordamerikanischen Brauereikonzern Molson Coors. Heute zählt CVC Capital zu den weltweit 10 größten Private Equity Firmen.

 

 

Die treibenden Kräfte hinter dem Deal um Breitling sind der ehemalige Deutschlandchef bei der Investmentbank Goldman Sachs und heutiger Deutschland-Chef von CVC, Alexander Dibelius, sowie der CVC-Senior-Managing Director Daniel Pindur.

Wie steht es nun um Breitling und was beabsichtigt CVC mit dem Erwerb? Zum einen wohl um das eigene Geschäft zu diversifizieren, zum anderen, um Geld zu verdienen.

Bereits im Herbst 2016 waren Informationen an die Öffentlichkeit gelangt, dass die Eigentümerfamilie um Théodore Schneider beabsichtigt, sich von Breitling zu trennen. Der Finanzinvestor CVC Partners hat einen Anteil von 80% an der Grenchner Firma erworben. Die bisherige Eigentümerfamilie behält eine Tranche von 20%. Über die finanzielle Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Laut Schätzungen von Exerten erwirtschaftet Breitling mit etwa 900 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 400 Mio. Schweizer Franken. Der Firmenwert wird mit etwa dem Doppelten des Umsatzes taxiert.

Auch zu den Motiven für den Eigentumswechsel wurde offiziell nichts mitgeteilt. Der Finanzinvestor geht aber offenbar davon aus, dass sein international etabliertes Netzwerk dazu beitragen wird, das zweifellos vorhandene Wachstumspotenzial von Breitling weiter zu stärken. Die Marke soll bekannter gemacht werden und der Umsatz weiter gesteigert werden.

Alles nichts Neues. Schließlich will ein Finanzinvestor in erster Linie Geld verdienen und dazu ist ihm (fast) jedes Mittel recht.
Das ist der große Unterschied zum Verkauf von Frédérique Constant an Citizen. Citizen baut mit dem Erwerb primär seine strategisch Position im Uhrenmarkt aus und erweitert damit konsequent sein Produktportfolio.

Die Zukunft wird zeigen, ob die Entscheidung der Familie Schneider, mit dem Verkauf der Mehrheitsanteile von Breitling an einen angelsächsischen Finanzinvestor einen anderen Weg einzuschlagen, zielführend ist.

 

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