Der im zweiten Jahr in Folge anhaltende Rückgang der Schweizer Uhrenexporte scheint zumindest vorerst gestoppt. Erste positive Signale zum Jahreswechsel 2016/17 zeichneten bereits eine mögliche Trendwende ab. Die Bemühungen der Hersteller, insbesondere die Einstiegspreisklassen wieder stärker in den Fokus zu nehmen, tragen erste Früchte.

Die Gesamtbilanz über alle Märkte zeigt einen Anstieg im Umsatz von 7,5% gegenüber dem Vorjahresmonat. Auf zahlreichen wichtigen Märkten nimmt die Kaufbereitschaft wieder deutlich zu.

China nimmt mit einem Zuwachs von 37,7% gegenüber dem Vorjahresmonat eine Spitzenposition ein. Aber selbst der nahezu ausgebrannte Markt in Hong Kong beginnt sich zu stabilisieren und zeigt mit einem Plus von beachtlichen 18,1% erfreuliche Anzeichen. Mit einem Plus von + 8,3% gilt dies auch für Japan.

Waren die USA mit einem Negativumsatz von 26,2% im Februar noch unangenehm aufgefallen, so verkehrt sich dieses Bild, mit einem Zuwachs von +15,2% im März, nun fast ins Gegenteil. Gegenüber dem Vormonat Februar entspricht das einem Anstieg von rund 40%. Da stellt sich unweigerlich die Frage, woher diese unerwartete Kehrtwende kommt und wie nachhaltig diese sein mag.

Die insgesamt gute Konjunktur in Europa macht sich in diesem Umfeld leider nicht durchgängig bemerkbar. Allein der Markt in England befindet sich wegen der anhaltenden Schwäche des Britischen Pfund mit einem Plus von 15,2% weiterhin auf der Sonnenseite. Italien (-9,1%) und Deutschland (-12,1%) hingegen bilden das Schlusslicht. Frankreich beginnt sich zu stabilisieren und weist mit einem Rückgang von -0,8% nur noch eine geringe Verlustquote auf.

Aber auch die Vereinigten Arabischen Emirate zeigen mit einem Rückgang von -20,8%, dass dort, wo reichlich Geld vorhanden ist, dies nicht zwangsläufig den Uhrenverkäufen zugute kommen muss.

 

Länder Mio. CHF Veränderung in % Anteil in %
Hong Kong 208,8 18,10% 13,20%
USA 169,8 15,60% 10,70%
China 129,2 37,70% 8,10%
Japan 99,1 8,30% 6,30%
Vereinigtes Königreich 98,1 15,20% 6,20%
Italien 83,6 -9,10% 5,30%
Summe der 6 Länder 788,6 14,90% 49,70%

 

Die der Exportstatistik entnommenen Zahlen beinhalten jedoch einen Sondereffekt, der zur Vorsicht in der Gesamteinschätzung rät. Der Monat März 2017 hatte zwei volle Arbeitstage mehr als der März 2016, was einem realen Plus von knapp 10% entspricht. Wird dieser Sondereffekt herausgerechnet, so neutralisiert sich der Gesamtzuwachs wieder. Insofern sollte bei der Interpretation des Zahlenmaterials weiterhin Vorsicht die Mutter der Porzellankiste sein.

Nach wie vor ist ein großes Überangebot an Ware im Umlauf und der Graumarkt entwickelt sich zum Leidwesen der Hersteller immer noch prächtig. Die in den letzten Jahren von zahlreichen Uhrenherstellern aufgebauten Überkapazitäten rächen sich jetzt.

 

 

Sehen wir uns die Entwicklung innerhalb der einzelnen Preiskategorien näher an, so partizipieren Modelle mit einem Werksabgabepreis von 200 – 500 CHF von der positiven Entwicklung am meisten. Abgehängt wurden hingegen die preiswerten Einstiegsmodelle bis 200 CHF. Hier ging der Umsatz sogar neuerlich um 2 Prozentpunkte zurück. Uhren im Segment 500 – 3.000, und solche jenseits der 3.000 Schweizer Franken, bilden den Schwerpunkt des Gesamtwachstums.

Damit meldet sich erstmals auch das obere Luxussegment mit positiven Zahlen zurück, wobei Uhren aus Edelmetallen (-0,8%) weiterhin weniger gefragt sind als solche aus Stahl (+12,5%) oder Bi-Color (+15,1%), die wieder voll im Trend liegen. Mehr denn je gilt: Der Kunde ist wählerisch geworden und hält konsequent Ausschau nach „Good Value for Money“.

Stand 04/2017

 

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