Die Situation der Schweizer Uhrenexporte im Februar 2017

Wer optimistisch ins neue Jahr blickte und glaubte, für die Uhrenbranche sei das Schlimmste überwunden und in 2017 würden wieder bessere Ergebnisse zu erwarten sein, sah sich bislang getäuscht.

Allein der Markt in China (+6,7%) zeigt eine Stabilisierung bei gleichzeitig besseren Umsätzen. Andere wichtige Märkte wie Hong Kong (-12,1%) oder auch die USA (-26,2%) und Japan (-17,3%) setzen die Talfahrt unvermindert fort. Das gleiche gilt auch für wichtige Märkte in Europa. Das konjunkturell vergleichsweise robuste Deutschland (-12,1%) liefert keine besseren Ergebnisse als Italien (-13,9%) oder Frankreich (-9,8%).

 

Länder Mio. CHF Veränderung in % Anteil in %
Hong Kong 186,8 -12,1% 12,50%
USA 147,6 -26,2% 9,90%
China 107,7 +6,7% 7,20%
Vereinigtes Königreich 94,9 +1,9% 6,40%
Japan 92,7 -17,3% 6,20%
Italien 84,8 -13,9% 5,70%
Summe der 6 Länder 714,5 -12,6% 48,00%

Insofern haben die Rückgänge also keineswegs, wie so oft behauptet, nur mit externen Faktoren zu tun. Der hohe Kurs des Schweizer Franken ist längst eingepreist und die Antikorruptionsgesetze in China haben ihren ersten Schrecken ebenfalls verloren. Denn just dieser Markt erholt sich langsam wieder.

Aber die Märkte in Japan und in der westlichen Hemisphäre leiden weiterhin ganz erheblich. Hier machen sich die hausgemachten und viele Jahre lang ignorierten Probleme der Uhrenbranche bemerkbar.

 

 

Besonders hart trifft es die Einstiegspreisklasse 0 – 200 CHF (-21,6%). Hier hinterlassen unverkennbar die neuen Connected Watches, Smartwatches und Wearables der großen IT-Konzerne ihre Spuren. Die Einschätzung, dass jemand, der eine Smartwatch kauft, zusätzlich auch zum Kauf einer konventionellen Uhr animiert wird, erweist sich als fatal und schlichtweg falsch.

Ebenfalls höchst problematisch zeigt sich der Bereich der Luxusuhren in der Preisklasse oberhalb von 3000 CHF mit einem Umsatzrückgang von – 10,4%. Hier trifft es die Schweizer Edelmarken ins Mark. Uhren als Statussymbol nehmen an Bedeutung ab. Getreu dem Motto „My Home is my Castle“ werden in vielen Regionen mehr und mehr andere Dinge als die teure Uhr für erstrebenswert und sexy eingestuft. Der Smart Buyer strahlt die neue Bescheidenheit bei gleichzeitig hohem Preisbewußtsein aus. Die hemmungslosen Preisorgien der letzten Jahre und die mancherorts kaum noch vorhandene Servicequalität rächen sich jetzt.

Mit einem blauen Auge kommen die mittleren Preisklassen davon. In den Preiskategorien 200 – 500 CHF und 500 – 3000 CHF bewegen sich die Rückgänge mit -6,7% bzw. -3,1% noch in einem halbwegs beherrschbaren Rahmen. Der Kunde, der für überschaubare Beträge nach „Good Value for Money“ Ausschau hält, orientiert sich bevorzugt innerhalb dieses Rahmens.

Stand 03/2017

 

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