Der Genfer Automobilsalon ist soeben zu Ende gegangen. Und er hat dieses Jahr seit Langem wieder einmal richtig Spaß gemacht. Es gab tolle Autos zu sehen. Tolles Design, einige gar zum Niederknienen, so schön. Der „Haben Wollen Effekt“ war wieder zurück. Und es waren auch wieder zahlreiche Uhren zu sehen. Nicht nur zahlreiche Apple-Watches an den Handgelenken einiger Manager oder Fachjournalisten, nein die hochwertige Mechanik war es, die Spaß gemacht hat, neben einzigartigen Automobilen präsentiert zu werden.

Neben über 10.000 Journalisten aus aller Welt konnte die Messeleitung rund 690.000 Eintritte vermelden.

 

87. Internationaler Auto Salon

Im Bild: Blick in die Messehalle 5

Die Verleihung des renommierten Titels „Car of the Year“ findet seit einigen Jahren im Rahmen der Eröffnung des Genfer Automobilsalons statt. Wir waren in diesem Jahr erstmalig dabei und tief beeindruckt von Vorgehensweise und Transparenz der Auszeichnung.

 

Jeder kann exakt nachvollziehen, wieso und weshalb die einzelnen Teilnehmer so und nicht anders beurteilt wurden. In diesem Jahr erhielt der neue Peugeot 3008 die begehrte Auszeichnung, knapp vor der neuen, wunderschönen Alfa Romeo Giulia.

Der Chef von Peugeot, Jean Philippe Imparato, und sein Team nahmen die Auszeichnung entgegen.

Im Bild: Der neue Peugeot 3008, ausgezeichnet mit dem begehrten Titel: „Car of the Year“

Im Bild: Das Interieur des neuen Peugeot 3008. Modernes Design und hochwertige Materialien beherrschen das Bild.

87. Internationaler Auto Salon

Ein Thema, welches jetzt doch in Fahrt zu kommen scheint, ist die Elektromobilität. Reichweiten von 400km und mehr scheinen nicht mehr nur das Privileg von Tesla zu sein. Der ein oder andere hat dann doch rasch dazugelernt. Aber leider nicht alle.

Im Bild: Der erfolgreich überarbeitete und absolut alltagstaugliche Renault ZOE mit nunmehr 400km, vom Hersteller angegebener Reichweite

Am Pressetag war selbstredend auch viel Rennsport-Prominenz anzutreffen.

Im Bild: Formel 1 Legende Alain Prost (li.) mit seinem Sohn Nicolas Prost (re.), der erfolgreich für den Schweizer Rennstall Rebellion fährt und zudem in der Formel-E bei Renault mit von der Partie ist.

Und dann spielten auch hochwertige Uhren wieder eine bemerkenswerte Rolle. Einige Hersteller von Luxusuhren kooperieren mittlerweile erfolgreich mit zu ihrem Auftritt und Image passenden Automobilmarken.

Im Bild: Richard Mille kooperiert erfolgreich mit Renault Racing und das Modell RM 010 gibt am Handgelenk von Nicolas Prost eine gute Figur ab.

Bereits zum dritten Mal in Folge war TAG Heuer mit einem eigenen, rund 1000 m2 großen Messestand vertreten. Die Themen waren primär der Rennsport und die historische Rolle, die TAG Heuer darin einnimmt, aber auch neue Technologien.

TAG Heuer auf dem 87. Internationalen Auto Salon

 

Im Bild: Formula E Rennwagen

Im Bild: Porsche 911R

Im Bild: Heuer Carrera Chronometer, Cal. 6

Ebenfalls ein spannendes Thema bei TAG Heuer ist die Virtual Reality.

TAG Heuer ist im Bereich der Uhren ganz sicher einer der Pioniere schlechthin, wenn es um die Implementierung und Nutzung neuer Technologien geht. Das für die Sony Playstation 4 entwickelte Spiel „Gran Turismo Sport“ vermittelt in absolut fotorealistischer Darstellung ein Rennsporterlebnis par excellence. Weltweit wurden bereits über 76 Mio. Lizenzen verkauft. Bei einer durchschnittlichen Nutzung von 10 – 15 Usern je Lizenz ergibt das eine Reichweite von 900 Mio. Fans.

Und TAG Heuer tritt hierbei als offizieller Zeitnehmer auf. D.h. während des Spiels sind entlang der Rennstrecke immer wieder Einblendungen des Markenlogos von TAG Heuer zu sehen. Mehr und effektivere Werbung in Richtung der jungen Generation geht nicht.

 

Im Bild: Kazunori Yamauchi (li.), Executive Vice-President of Sony Interactive Entertainment Worldwide, und Jean-Claude Biver (re.), CEO von TAG Heuer, beim schon traditionellen Schneiden des berühmten Schweizer Käse „Gruyère“ aus dem Hause Biver

Getreu dem Motto von TAG Heuer, „Don´t Crack Under Pressure“ haben die beiden Herren den Käselaib gemeinsam durchtrennt und präsentieren die beiden Hälften den wartenden Gästen.

Im Bild: Jean-Claude Biver auf der virtuellen Rennstrecke von GranTurimo Sport, rechts neben ihm Kazunori Yamauchi

Nun rascher Szenenwechsel: Von der virtuellen Welt des Rennsports bei TAG Heuer nun zurück in die Realität und zur Pressekonferenz bei Opel. Der deutsche Traditionshersteller wurde seit mehreren Jahren immer wieder von Verkaufsgerüchten heimgesucht. Seit Thomas Neumann das Unternehmen leitet und Schritt für Schritt mit neuen Modellen aus der Krise führt, schien sich die Lage beruhigt zu haben. Aber eben nur scheinbar.

Im Bild: Die ungeduldig wartende Presse am Opel Messestand

Im Bild: Dr. Thomas Neumann, der Mann, der Opel wieder nach vorne brachte, mit seinem Opel Diplomat V8 von 1966.

Im Bild: Neben den Neuigkeiten Opel Crossland und neuer Opel Insignia wurde die zweite Generation des rein elektrisch fahrenden Opel Ampera mit einer Reichweite von 520 km der Weltöffentlichkeit vorgestellt

Nach der Präsentation der Neuigkeiten und zum Abschluß der Pressekonferenz bei Opel kamen Carlos Tavares, CEO von PSA, Peugeot und Citroen und Dan Ammann President von GM zu Dr. Thomas Neumann, CEO von Opel, auf die Bühne, um den Verkauf von Opel und Vauxhall an die französische PSA Gruppe per Handschlag zu dokumentieren. Dabei wurde erneut betont, dass der Verkauf und die Übernahme als europäische Lösung und für den Erhalt von Arbeitspätzen zu verstehen ist.

Im Bild: Carlos Tavares (li.), CEO von PSA, Peugeot und Citroen, Dr. Thomas Neumann (mitte), CEO von Opel und Dan Ammann (re.) President von GM

Der neue Crossland, welcher in Genf erstmals der Presse gezeigt wurde, ist bereits ein erstes Modell, welches von beiden Firmen gemeinsam entwickelt wurde.

Aber was wäre Genf ohne die Supercars? Und eines dieser spannenden Unternehmen und Start-Ups kommt aus einem Land (bislang) ohne eigene Automobilindustrie. Mate Rimac hat sein Unternehmen 2009, wie er selbst ausführte, in der sprichwörtlichen Garage  gegründet und sich vom Start weg dem elektrischen Antrieb verschrieben.

Im Bild: Mate Rimac, CEO von RIMAC Automobili

RIMAC Automobili ist unweit der kroatischen Hauptstadt Zagreb, in dem kleinen auch bei deutschen Touristen beliebten Urlaubsland Kroatien, beheimatet und zählt heute bereits mehr als 250 Mitarbeiter.

Im Bild: RIMAC Concept ONE, das Supercar als Aushängeschild von Rimac.

Der Concept One geht jetzt übrigens in den Verkauf. Erste Händlerverträge wurden in Genf unterzeichnet. Mit einer Leistung von 1088 PS rein elektrisch und einer Beschleunigung von 6 Sek. von 0 – 200 km/h lässt dieses Supercar so ziemlich alles hinter sich.

Mate Rimac entwickelt und baut aber nicht nur das eigene Auto. Das Unternehmen verdient sein Geld hauptsächlich mit Fremdaufträgen für renommierte Kunden, so auch für Koenigsegg. Für den Hybridantrieb im neuen Regera liefert Rimac die Elektrik-Komponenten.

Im Bild: Koenigsegg Regera; Supersportwagen mit Hybridantrieb: Systemleistung 1500 PS, und einem max. Drehmoment von 2000 Nm

Aber auch Grossserienhersteller, wie Audi, stellen High-Performance Fahrzeuge aus, wie hier am Beispiel des Audi Q8 Sport Concept Car zu sehen ist.

 

Im Bild: Audi Q8 Sport Concept Car

Auf dem Stand von BMW war natürlich der neue 5er der Star. Aber wirklich neu sieht er eigentlich nicht aus, eher wie ein großes Facelift.

Im Bild: Neuer BMW 5er

Im Bild: BMW 4er Cabrio

Das Design bei BMW wird zwischen den einzelnen Modellreihen immer ähnlicher und damit auch einen Schuss langweiliger. Schade eigentlich

Ganz anders bei Mercedes. Dort ist man um stärkere Differenzierung bemüht. Das ist bei der ungeheuren Modellvielfalt aber auch dringend notwenig.

Im Bild: Der frisch und dynamisch wirkende Stand von Mercedes

Im Bild: Mercedes E400 Cabrio

Im Bild: Mercedes E400 Cabrio; das Interieur sehr edel mit großflächigem Breitbandmonitor, auch im Bereich der Instrumentierung

Wie bereits eingangs ausgeführt, gab es in Genf einige neue Autos mit sensationellem Design zu bewundern. Der neue Kia Stinger ist so ein Wagen. Die Handschrift von Peter Schreyer, dem ehemaligen Audi und heutigen Chefdesigner von Hyundai/Kia ist unverkennbar. Das ist mutiges Design, kombiniert mit einem Schuß südländischer Eleganz und Leichtigkeit.

Im Bild: Sportlimousine Kia Stinger

Und am Stand von Alfa Romeo gab es natürlich „echtes“ italienisches Design zu bewundern. Die neue Alfa Romeo Giulia, ein Auto zum Niederknien. Die neue Giulia wurde bei der Wahl zum „Car of the Year“ nur ganz knapp vom Peugeot 3008 geschlagen.

Im Bild: Alfa Romeo Giulia

Und Alfa Romeo lässt es sich natürlich auch nicht nehmen, dem Trend folgend, einen SUV auf die Räder zu stellen. Der neue Stelvio ist ebenso gekonnt gezeichnet, wie die neue Giulia.

Im Bild: Alfa Romeo Stelvio

Selbst die Rückansicht gefällt bei diesem Fahrzeug. Bei SUV´s zuweilen ein heikles Thema.

Im Bild: Alfa Romeo Stelvio

Bleiben wir in Italien und gehen zu Italdesign. Das in Montcalieri, südlich von Turin gelegene Designstudio gehört heute zum VW-Konzern, zeichnet aber immer noch für spektakuläres Design und mutige Konzepte veranwortlich. Der in Genf gezeigte Supersportwagen ZeroUno demonstriert das sehr eindrucksvoll.

Der Luxusuhrenhersteller Roger Dubuis präsentiert, passend zu dem nur in 5 Exemplaren gebauten Supercar ZeroUno, die in nur 8 Exemplaren gefertigte Excalibur Spider Italdesign zum Stückpreis von 172.000 CHF.

Im Bild: Italdesign Supersportwagen ZEROUNO

Im Bild: Roger Dubuis Excalibur Spider Italdesign, Limited Edition

Die Fotos sprechen für sich! Das ist Automobil- und Uhrendesign vom Allerfeinsten.

Verlassen wir gedanklich Italien und die Schweizer Uhrmacherkunst und gehen zu Hyundai. Jener Marke, die hinsichtlich Design weitaus weniger spektakuläre Fahrzeuge vorstellt als dies bei der Schwesterfirma KIA der Fall ist. Spannend bei Hyundai sind jedoch die alternativen Antriebe. Der neue Hyundai IONIQ ist nicht nur als Hybrid, wahlweise Plug-In Hybrid, sondern auch vollelektrisch erhältlich. Eine Plattform, die voll auf diese Antriebskonzepte hin ausgelegt wurde, ohne dabei den praktischen Nutzen des Fahrzeugs, auch hinsichtlich Platzangebot, zu verlassen.

Im Bild: Hyundai IONIQ electric

An einigen Messeständen wurde eindrucksvoll demonstriert, nicht nur wie die Entwicklung moderner Fahrzeuge vonstatten geht, sondern wie das Verhalten von neuen Fahrzeugen, bevor sie als Prototyp das erste Mal auf der Straße fahren, im Simulator zu bewerten ist. Mittels VR-Technologie wird der Fahrer in eine fotorealistische Umgebung versetzt. Der Simulator gibt dabei alle haptischen Elemente an den Fahrer weiter, so dass auch die Abstimmung des Fahrwerks beurteilt werden kann.

So können Entwicklungsabläufe erheblich gestrafft und verkürzt werden.

Im Bild: VR-Fahrsimulator bei Hyundai

Kehren wir auf dem Stand von Rebellion zum Motorsport zurück. Das Schweizer Rennsport-Team Rebellion hat für den Presse- und Fototermin das komplette Team versammelt.

Im Bild: Der Schweizer Rennstall Rebellion mit Nick Heidfeld (re. im Bild)

Rebellion kümmert sich aber nicht nur um Erfolge auf der Rennstrecke, sondern auch am Handgelenk.


Im Bild: Rebellion Predator 2.0, Regulator Tourbillon

 

Im Bild das Team von Rebellion: Von links Bruno Senna, Julien Canal, Mathias Beche, David Heinemeier Hansson, Nelson Piquet jr., Nicolas Prost, Nick Heidfeld

Im Bild: Bruno Senna (li.) Nelson Piquet jr. (mitte), Nicolas Prost (re.)

Im Bild von links: Julien Canal, David Heinemeier Hansson, Nelson Piquet jr. und Mathias Beche mit ihren extravaganten Uhren von Rebellion

Im Bild: Nick Heidfeld

Im Bild: Wristshot Rebellion Predator Chronograph, signiert „Nick Heidfeld“

Im Bild: Rebellion Predator 2.0 Regualtor Tourbillon, am Handgelenk von Mathias Beche, ebenfalls mit entsprechender Signatur „Mathias Beche“

Im Bild: Wristshot einer Rebellion Prometheus mit 1000 Stunden Gangreserve! Noch Fragen?

Zurück zu feinem Design, diesmal aus England. Die Marke LandRover war schon immer stark, hat sich aber unter der Führung von Dr. Ralf Speth, einem ehemaligen BMW-Manager aus der Ära Wolfgang Reitzle, zu einem Anbieter hochwertiger Automobile gewandelt, der höchsten Respekt verdient.

Mit dem neuen, erstmalig in Genf gezeigten Range Rover Velar hat die Marke erneut bewiesen, über welche Kompetenzen und Fähigkeiten sie verfügt. Dass sich Tradition und Moderne nicht ausschließen, beweist dieses neue Fahrzeug sehr eindrucksvoll.

Im Bild: Neuer Range Rover Velar

Und da schöne Autos und schöne Uhren immer häufiger eine Symbiose eingehen, so zeigt der Traditionshersteller Zenith mit der neuen Serie „Range Rover“ nicht minder eindrucksvoll, dass sich automobiles Design hervorragend über die Uhr ans Handgelenk transportieren lässt.

Im Bild: Neue Zenith Range Rover Velar

Auch am Handgelenk macht dieses mit viel Liebe zum Detail gestaltete und aufwendig gefertigte Modell eine gute Figur. Das keramisierte Gehäuse aus federleichtem und dabei extrem kratzfesten Aluminium passt zur Leichtbauweise des neuen Range Rover Velar genauso, wie das Leder der Armbänder, welches für die Sitze dieses überzeugenden Fahrzeugs Verwendung findet.

Autos und Uhren oder Uhren und Autos, je nach Sicht der Dinge, ist seit jeher ein spannendes Thema. In diesem Jahr ganz besonders, da sich auch die Automobilhersteller alle Mühe gaben, der uniformen Gestaltung den Rücken zu kehren.

Wenn dann, wie das aktuell wieder der Fall ist, auch noch die Technik und die Preise passen, dann kommt wieder Freude auf. Diesen Gang nach Canossa hat die Uhrenindustrie, von wenigen Ausnahmen abgesehen, noch vor sich. Mal sehen, wann die Erleuchtung kommt.

 

Der Autor:
Herr Dipl.-Ing. (FH) Patrick Weigert ist als Geschäftsführer einer Unternehmensberatungsgesellschaft u.a. für die Automobil- und Luxusgüterindustrie tätig und beobachtet und analysiert als Mitbegründer und Gesellschafter beim Deutschen Uhrenportal die Entwicklungen und Trends auf dem Sektor für hochwertige Uhren und neue Technologien.

 

LINKS:

 

It's only fair to share...Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on LinkedIn
Linkedin
Pin on Pinterest
Pinterest
Share on Google+
Google+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.