Geschäftsergebnis 2016 der Swatch Group

Heute stellte Nick Hayek die Unternehmensergebnisse für das abgelaufene Jahr 2016 vor. Das Resultat fiel schlechter aus, als von Analysten erwartet.

Der Umsatz der in Biel ansässigen Swatch Group fiel um 10,6% auf 7,55 Mrd. CHF, der Nettogewinn halbierte sich nahezu (-47% gegenüber 2015) auf 593 Millionen Franken. Die operative Marge fiel damit auf 10,7%, was einem Minus von -44,5% entspricht.

Von den insgesamt 35.700 Beschäftigten wurden im Rahmen der Fluktuation 600 Arbeitsplätze abgebaut. Entlassungen gab es keine. Hayek betonte bei der Bekanntgabe der Zahlen, dass es auch weiterhin Ziel und Strategie der Swatch Group sei, Arbeitsplätze und Mitarbeiter zu erhalten, um bei der erwarteten Verbesserung der Geschäftslage in 2017, flexibel reagieren zu können.

In einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung, stellte der Analyst der Bank Vontobel, René Weber, fest, dass die jetzt berichtete Marge, i.H. von 10,7%, das  schlechteste Ergebnis seit 1997 sei. Er übte auch deutliche Kritik an der mangelhaften Kostenkontrolle des Unternehmens. Der Personalaufwand stieg um 2%, andere Aufwendungen erhöhten sich um 3%, ein Gegensteuern sei nicht zu beobachten.

Negative Entwicklung des Drittkundengeschäfts

Die Swatch Group musste ferner feststellen, dass die Auslastung ihrer Produktionstätten zurück geht. Zahlreiche Drittkunden, die von der Gruppe mit Uhrwerken und Komponenten beliefert werden, haben ihre Bestellungen und Abnahmemengen spürbar reduziert. Die Eigenmarken der Swatch Group konnten diesen Rückgang nicht kompensieren.

Kürzung der Dividende

Entsprechend werden die Ausschüttungen an die Aktionäre der veränderten Situation angepasst. Der Vorstand schlägt vor, die Dividende um 75 Cent auf 6,75 Schweizer Franken pro Inhaberaktie abzusenken und um 15 Cent auf 1,50 Schweizer Franken pro Namensaktie. Nick Hayek betont hierbei, dass die Swatch Group schließlich Uhren verkaufe und keine Aktien; insofern zeigte er sich mit dem Ergebnis insgesamt zufrieden.

Vermögensentwicklung der Familie Hayek

Das ursprüngliche Ziel, den Umsatz der Swatch Group erstmalig über zehn Milliarden Franken zu hieven, wurde also weit verfehlt. Der Börsenwert des Unternehmens hat gut ein Fünftel seines Wertes verloren, trotz einem teurem Aktienrückkaufprogramm. Dies trifft nach einer Aufstellung vom Schweizer Fachmagazin auch die Familie Hayek unmittelbar und hart.

Das Vermögen ist gegenüber 2015 um 1,25 Mrd. CHF geschrumpft und fällt damit unter das Niveau von 2007 zurück. Das Aushängeschild für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung ist das nicht.

Ausblick 2017

Was das gerade angelaufene Jahr betrifft, so ist die Swatch Group optimistisch. Hayek geht von einem Wachstum in lokalen Währungen aus.

„Der Verbraucher habe wieder Appetit auf Schweizer Uhren und die Nachfrage werde auch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau bleiben“, bemerkte Hayek. „Die Swatch Group stelle fest, dass die Umsatzentwicklung in Asien und dem Nahen Osten bereits wieder eine steigende Tendenz zeige, das gelte im übrigen auch für das Luxussegment, welches besonders große Rückgänge zu verkraften hatte.“

Vergleich zum Wettbewerb

Es bleibt also spannend und wir werden sehen, wie die Entwicklung tatsächlich verläuft. Auch ob die Swatch Group gut beraten ist, die Flaute, getreu dem Prinzip Hoffnung, mehr oder weniger auszusitzen, wird weiter zu beobachten sein. Der Wettbewerb verfährt mit dem Thema deutlich anders.

Die Konkurrenz von Richemont ist gerade dabei, den Konzern zu straffen, umzustrukturieren und mit neuen Verantwortlichkeiten zu besetzen. LVMH hat mit Veränderungen deutlich früher begonnen und verschiedene Maßnahmen bereits mit Erfolg umgesetzt. Die Leitung der Uhrensparte bei LVMH kann bereits erste positive Ergebnisse, in einem insgesamt schwierigen Umfeld, vorweisen und ist damit derzeit der klare Platzhirsch.

Wer am Ende recht behalten wird und die bessere Strategie verfolgt hat, wird sich zeigen müssen.

 

Links und Quellen:

 

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