Zusammen mit der bereits zuvor besuchten Ausstellung der Uhrenmanufaktur „Manufacture Royale“, stellt auch „Louis Moinet“, unter dem Wappen des „Crownology Lab“, im schönen Ambiente des Hotel Beau Rivage, am Quai du Mont-Blanc, parallel zur im Palexpo am Flughafen Genf laufenden SIHH aus.  Auch die Uhrenmanufaktur „Louis Moinet“ ist unabhängig und befindet sich in Privatbesitz.

Louis Moinet (1768-1853) verließ im Alter von 20 Jahren Frankreich und ging nach Rom, wo er fünf Jahre Architektur, Bildhauerei und Malerei studierte. Hier lernte er die Mitglieder der Académie de France kennen, die größten Künstler ihrer Zeit. Von Rom ging er nach Florenz. In einer von Graf Manfredini, Minister des Großherzogs der Toskana, zur Verfügung gestellten Werkstatt machte er sich dort mit der Kunstgravur auf Halbedelsteinen vertraut. Zudem schuf er mehrere Gemälde.

 

 

Bei seiner Rückkehr nach Paris wurde er zum Professor der Akademie der Schönen Künste im Louvre ernannt. Gleichzeitig studierte er Theorie und Praxis der Uhrmacherkunst. Vom Jahr 1800 an nahm die Uhrmacherkunst seine ganze Zeit in Anspruch. Bei langen Aufenthalten in der Schweiz zwischen Juragebirge und Joux-Tal traf er berühmte Uhrmacher, darunter auch Jacques-Frédéric Houriet.

Louis Moinet wurde zum Vorsitzenden der Gesellschaft „Société Chronométrique de Paris“ ernannt. In diesem Rahmen pflegte er häufige Kontakte mit Kollegen: Louis Berthoud, Antide Janvier, Louis-Frédéric Perrelet, Joseph Winnerl oder auch Vulliamy, Uhrmacher des Königs in London.

 

 

Louis Moinet arbeitete viele Jahre eng mit Abraham Louis Breguet zusammen, war ihm ein enger Freund, Vertrauter und Berater und beschäftigte sich mit der Herstellung von Marineuhren wie auch Astronomischen Uhren. In die Geschichte der Uhrmacherei eingegangen ist sein 1816 geschaffener „Compteur de Tierces“ („Terzzähler“), der Louis Moinet zum Erfinder des Chronographen macht.

Zu Ehren des Meisteruhrmachers Louis Moinet wurden im Jahre 2003 von Jean-Marie Schaller und Micaela Bartolucci in Auvernier, im Schweizer Jura die „Ateliers Louis Moinet“ neu gegründet.

Sehen wir uns zuerst die wohl traditionsreichste Uhr des Unternehmens Louis Moinet an, den Chronographen. Diese bis zum heutigen Tage wegweisende Erfindung schuf er 1815, um sie für ein astronomisches Instrument nutzen zu können, welches er bereits einige Zeit zuvor gebaut hatte.

Zum 200. Geburtstag der Erfindung des Chronographen schuf die Manufaktur Louis Moinet eine ganz außergewöhnliche Kreation, das Modell Louis Moinet „Memoris“.

 

 

Wie das Original von 1816 besitzt die neue Entwicklung einen Eindrückermechanismus zur Steuerung des Chronographen. Zudem wurde der gesamte Schaltmechanismus, des aus insgesamt 302 Einzelteilen bestehenden Chronographenwerkes, einschließlich der Schaltradsteuerung, auf die Zifferblattseite verlegt. Durch die Öffnung des Zifferblattes wird nun jedes funktionale Detail des Stoppmechanismus sichtbar.

 

 

Dennoch, auch die Rückseite dieses einmalig schönen Chronographen weiß die Blicke auf sich zu ziehen.

 

 

Unbedingt sehenswert auch das eingefügte Video:

 

 

Nicht weniger faszinierend das Modell „Sideralis“, angetrieben von zwei gegenläufig arbeitenden Tourbillons.

 

 

Zusätzlich zur Anzeige der Zeit mittels konventioneller Zeiger werden durch die im oberen Zifferblatt befindliche Öffnung die Planten Mars, Merkur und Mond zur Anzeige gebracht. Dazu drehen sich zwei übereinanderliegende Scheiben gegenläufig.

Die genaue Funktionsweise wird in einem kurzen Video eindrucksvoll demonstriert.

 

 

Das Modell „Sideralis“ nun auch noch in skelettierter Variante mit zwei kurvenförmig gegenläufigen Scheiben oben, statt der zuvor gezeigten Gestirne, erzeugt bei längerem Betrachten einen geradezu hypnotischen Effekt.

 

 

 

Louis Moinet zeigte uns zu den Uhren der Superlative abschließend auch noch ein Modell, welches sich in einem erschwinglicheren Rahmen bewegt, mit seinem teilskelettierten 3-D Zifferblatt aber deshalb nicht weniger aufwendig gestaltet ist.

 

Louis Moinet

 

Das „Metropolis“ genannte Modell wird in einer limitierten Auflage von 60 Stück zu einem Preis von 10.500 CHF angeboten.

 

 

Hochwertigste Verarbeitung ist auch bei diesem Einsteigermodell in die Riege der Haute Horlogérie an vielen Details sicht- und spürbar.

Louis Moinet ist – wie auch zuvor schon die Manufacture Royale – eine Uhrenmanufaktur für den Individualisten. Menschen, die sich differenzieren wollen, auch in der gebotenen persönlichen Betreuung. Diese von den Eigentümern geführten Unternehmen versprühen einen ganz besonderen Spirit, den die großen Konzerne mit ihrem austauschbar gewordenen Management leider immer mehr vermissen lassen.

 

 

LINKS:

 

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