Das Jahr 2016 war aus Sicht vieler Uhrenliebhaber, aber auch der Hersteller und des Handles, und zwar unabhängig davon, ob selbige nun klassisch mechanisch oder elektronisch angetrieben wird, kein wirklich gutes. Nahezu überall rückläufige Tendenzen.

Nun mögen sich diejenigen, welche den intelligenten Uhren eine negative Zukunft vorhergesagt haben, die Hände reiben und postulieren, ich hab´s ja gleich gewußt. Aber bekanntlich sollte man den Tag nicht vor dem Abend loben. Denn nun geht kein geringerer als Google in die nächste Runde und rollt Anfang Februar das lang erwartete und stark verbesserte Betriebssystem Android Wear 2.0 aus.

Damit bekommen die bekannten Smartwatches vom Schlage einer Sony Smartwatch 3, Motorola Moto 360, TAG Heuer Connected, Fossil Q-Wander endlich die schon lang ersehnte lange Leine. Mag heißen, die Abhängigkeit vom Smartphone wird deutlich abnehmen.

Richtig profitieren werden von diesem mächtigen Software-Update jedoch hauptsächlich neuere Modelle, bei denen statt der stromfressenden Intel-Prozessoren nun der optimierte und speziell für diese Anwendung konzipierte Qualcomm Snapdragon 2100 zum Einsatz kommt. Zudem sind seit jüngster Zeit auch energieeffizientere Sensoren zur Verabeitung des GPS-Signals verfügbar. Beides ist beispielsweise in der neuesten Schöpfung aus dem Hause CASIO in Form der neuen PRO TREK WSD-F20 (lieferbar ab April 2017) bereits anzutreffen.

Im Bild: CASIO PRO TREK WSD-F20

Was sind nun die wichtigsten Neuerungen von Android Wear 2.0 gegenüber der Vorgängerversion?

  • Die Smartwatch wird unabhängiger vom Smartphone, da mehr Funktionen autark abgewickelt können
  • Entwickler von Applikationen können nun, wie es z.B. zuvor Pebble bereits vorgemacht hat, eigenständig operierende Apps entwickeln
  • Dazu soll es dann einen eigenen App-Store geben, von dem aus sich die Smartwatch die Applikationen per WLAN direkt einspielt
  • Dadurch kann auch das Zusammenspiel mit iOS wesentlich verbessert werden. Android Wear 2.0 wird damit erstmals zur echten Konkurrenz für die Apple Watch
  • Die Bedienung soll intuitiver und einfacher werden.
  • Die Fitnessfunktionen unter Google-Fit sollen weiter verbessert werden
  • Last not least wird Google zwei eigene Modelle auf den Markt bringen und dazu, so unser Informationsstand, dann wohl auch mit Android-Pay aufwarten. Alsdann wird der Druck vermutlich groß genug werden, das Thema „Kontaktloses Bezahlen“ auch in Deutschland voranzubringen. Mit der in der Smartwatch integrierten NFC-Technologie wäre dann erstmals ein USP (unique selling point) verbunden, der mit dem Tragen der virtuellen Geldbörse am Handgelenk eine neue Situation schaffen und die Akzeptanz beim Kunden weiter erhöhen könnte.

Den vollen Durchbruch der Technologie werden wir wohl dann sehen, wenn die sogenannte e-SIM Karte (embedded SIM) Einzug hält. Dann wird über das integrierte LTE-Modul die 100%ige Unabhängigkeit hergestellt sein, was wiederum neue Anwendungsmöglichkeiten erschließt.

Die Fahrt ist also noch lange nicht zu Ende. Android Wear 2.0 ist da nur ein wichtiger und konsequenter weiterer Schritt.

 

Der Autor:

Herr Dipl.-Ing. (FH) Patrick Weigert ist als Geschäftsführer einer Unternehmensberatungsgesellschaft u.a. für die Automobil- und Luxusgüterindustrie tätig und beobachtet und analysiert als Mitbegründer und Gesellschafter beim Deutschen Uhrenportal die Entwicklungen und Trends auf dem Sektor für hochwertige Uhren und neue Technologien.

 

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