Die SIHH 2016 war auch in diesem Jahr wieder eine Messe der Superlative. Den rund 15.000 geladenen Gästen sowie 1.500 Journalisten aus aller Welt wurden die neuesten Kreationen aus der Welt der feinen Uhren präsentiert. Neben den zur Groupe Richemont gehörenden Firmen sind aber auch – wie schon in den Jahren zuvor – einige befreundete Unternehmen mit zugegen. Dazu zählen so bekannte Namen wie Audemars Piguet oder auch Parmigiani Fleurier.

 

 

Neu auf der SIHH haben sich insgesamt neun kleinere Aussteller eingefunden. Nachdem Ralph Lauren seine Teilnahme abgesagt hat, wurde auf der frei gewordenen Ausstellungsfläche ein sogenanntes Carré des Horlogers eingerichtet. Von Moser & Cie über HYT bis hin zu Voutilainen gaben sich dort jene Firmen ein Stell-Dich-Ein, die eher mit kleinen oder sogar ganz kleinen Stückzahlen, bis hin zu Einzelanfertigungen, ihren Umsatz bestreiten, dafür in aller Regel einem exklusiven und zahlungskräftigen Kundenkreis aber umso außergewöhnlichere Zeitmesser feilbieten.

Bei unserem Besuch der SIHH 2016 haben wir unter den großen Marken eine repräsentative Auswahl der absoluten Top-Adressen getroffen, um die aktuellen Trends für das Jahr 2016 in der Welt der exklusiven Luxusuhren aufnehmen und analysieren zu können.

 

A. LANGE & SÖHNE

A. Lange & Söhne stellte ein buntes Programm an bemerkenswerten Neuheiten vor. Im wesentlichen handelt es sich um mit behutsamer Hand weiterentwickelte Modelle. Die weitere Erhöhung der Zahl an Komplikationen sowie deren Verknüpfung in unterschiedlicher Kombinatorik unterstreichen einmal mehr den von A. Lange & Söhne konsequent eingeschlagenen Weg.

DATOGRAPH PERPETUAL TOURBILLON
Das jüngste Meisterwerk aus Sachsen, ein Chronograph mit ewigem Kalendarium und Tourbillon, kombiniert drei Komplikationen und fünf Zusatzfunktionen. Damit präsentiert A. Lange & Söhne einen einzigartigen Zeitmesser, der technisch überzeugt und trotz der Fülle an Anzeigen durch ein klares Design besticht.

 

 

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung einer Mehrfachkomplikation besteht darin, das perfekte Zusammenspiel verschiedener hochkomplexer Mechanismen in einem stimmigen Erscheinungsbild zu realisieren.

 

 

Das schwarze, massiv silberne Zifferblatt des neuen Modells steht in effektvollem Kontrast zu dem 41,5 Millimeter messenden Platingehäuse sowie den rhodinierten Goldzeigern und -indizes. Limitiert ist der exklusive Zeitmesser auf 100 Exemplare.

Die GROSSE LANGE 1 MONDPHASE „Lumen“ verbindet eine brillante Mondphasenanzeige mit einem geheimnisvoll leuchtenden Großdatum im charakteristischen Design der Markenikone.

Bereits 2013 präsentierte A. Lange & Söhne mit der GROSSEN LANGE 1 „Lumen“ eine Uhr mit semitransparentem Zifferblatt aus Saphirglas, das den genialen Scheibenmechanismus des Lange-Großdatums sichtbar macht.

 

 

Die GROSSE LANGE 1 MONDPHASE „Lumen“ erweitert den Funktionsumfang nun um eine gekonnt in das Erscheinungsbild integrierte und extrem genau arbeitende Anzeige der Mondphase.

 

 

Das aufwendig finissierte Handaufzugskaliber L095.4 besitzt alle Qualitätsmerkmale der Zeitmesser von A. Lange & Söhne. Die mit einem Glashütter Bandschliff veredelte Dreiviertelplatine aus naturbelassenem Neusilber setzt die sieben verschraubten Goldchatons wirkungsvoll in Szene. Die klassische Schraubenunruh ist mit einer freischwingender Unruhspirale aus hauseigener Fertigung bestückt. Und das große Federhaus erlaubt eine Gangautonomie von bis zu 72 Stunden. Der exklusive Zeitmesser ist auf 200 Exemplare limitiert.

LANGE 1 TOURBILLON EWIGER KALENDER
Dank der übersichtlichen Anordnung des Kalendariums um die Zeitanzeige herum lässt sich bei der LANGE 1 TOURBILLON EWIGER KALENDER eine Vielzahl von Informationen auf einen Blick erfassen.

 

 

Die neueste Variante dieses Klassikers präsentiert sich im dezenten Weißgoldgehäuse mit grauem Zifferblatt und verbindet zwei anspruchsvolle Komplikationen mit dem markanten und unverfälschten Design. Das Kalendarium besteht aus Großdatum, retrogradem Wochentag, umlaufendem Monatsring und Schaltjahrindikator. Sämtliche Anzeigen des ewigen Kalenders schalten exakt um Mitternacht weiter und lassen sich dank übersichtlicher Anordnung auf einen Blick erfassen.

 

 

Der Mechanismus ist so konstruiert, dass er erst im Jahr 2100 manuell um einen Tag weitergeschaltet werden muss. Nur ein dezenter Schriftzug unterhalb der Zwölf verweist auf das Tourbillon. Es zeigt sich beim Blick durch den Saphirglasboden in seiner ganzen Komplexität. Das Werk ist mit einem von Lange patentierten Sekundenstopp-Mechanismus ausgestattet, so lässt sich die Uhr sekundengenau stellen.

RICHARD LANGE SPRINGENDE SEKUNDE
Hier ist der Name Programm und interpretiert die wissenschaftliche Beobachtungsuhr auf neue Weise, indem sie das Streben nach höchster Präzision mit bester Ablesbarkeit kombiniert. Ihr Sekunden-Nachspannwerk treibt die Unruh mit konstanter Kraft an.

 

 

Der integrierte Sprungmechanismus erlaubt es, die Zeit auf die volle Sekunde genau zu erfassen. Dank des mit einer Mehrscheibenkupplung ausgestatteten ZERO-RESET-Mechanismus lässt sich die Uhr schnell und komfortabel synchronisieren: Beim Ziehen der Krone springt der Sekundenzeiger exakt auf die Nullposition.

 

 

Die Springende Sekunde oder „Seconde Morte“ gehört zu den klassischen Komplikationen der Präzisionsuhrmacherei.

 

 

Die Entwicklung des neuen Manufakturkaliber L094.1 wurde konsequent auf die Komplikation der Springenden Sekunde ausgerichtet. Seine technische Besonderheit ist eine raffinierte Anordnung, die Konstantkraftantrieb und Sekundensprung auf zwei Räderzüge verteilt. Das Ergebnis ist eine konstante Amplitude über die gesamte Laufzeit von maximal 42 Stunden. In Verbindung mit der Exzenter-Unruh und einer Unruhspirale aus hauseigener Fertigung werden optimale Gangwerte erzielt.

Die 39,9 Millimeter große Platinuhr mit dem markanten Regulatorzifferblatt ist auf 100 Exemplare limitiert.

SAXONIA mit Mondphase und Großdatum
Das neueste Modell der SAXONIA-Uhrenfamilie überzeugt mit einem klaren Design und der spannenden Verbindung von zwei beliebten Komplikationen: einer präzisen Mondphasenanzeige und dem Lange-typischen Großdatum. Sie prägen das Gesicht des ästhetischen Zeitmessers.

 

 

Das in der SAXONIA MONDPHASE zum Einsatz kommende Automatikkaliber L086.5 erreicht die beachtliche Gangreserve von 72 Stunden mit nur einem Federhaus. Ein großer Zentralrotor mit Schwungmasse aus Platin sorgt für einen effizienten Aufzug.

 

 

Die SAXONIA THIN vereint die charakteristischen Merkmale einer Lange-Uhr bei möglichst geringer Bauhöhe. Ein neues Zifferblatt- und Gehäusedesign verhilft der bisher flachsten Uhr aus dem Hause A. Lange & Söhne zu einem noch markanteren Auftritt.

 

 

Mit der SAXONIA THIN wurde bereits im Jahr 2011 ein moderner Klassiker geschaffen. Fünf Jahre nach ihrer Premiere erhielt die flache Zweizeigeruhr jetzt ein dezent überarbeitetes Zifferblatt, das dem aktuellen Design der SAXONIA-Uhrenfamilie entspricht und die puristische Wirkung unterstreicht.

 

 

Die Gestaltung des nur 2,9 Millimeter hohen Handaufzugskalibers L093.1 bringt die markentypische Finissierung aller Werkteile eindrucksvoll zur Geltung.

 

IWC Schaffhausen

2016 wird von IWC auf der SIHH zum Jahr der Fliegeruhr ausgerufen.

 

 

Dies verdeutlicht schon die stilvolle Gestaltung des Messestandes. Eine orginalgetreue „Spitfire“ wurde dazu eigens aus Manchester leihweise zur Verfügung gestellt und an der Hallendecke fixiert. Das Mobiliar sowie die weitere Ausstattung des Messestandes mit Luftfahrtexponaten untermauerten diesen originellen und themenbezogenen Auftritt.

 

 

 

IWC erweitert 2016 die Bandbreite an kleineren Fliegeruhren im Einstiegssegment und möchte mit der stilvollen Pilot’s Watch Mark XVIII und der eleganten Pilot’s Watch Automatic 36 auch Männer mit schmalen Handgelenken sowie Frauen ansprechen, die Wert auf Eleganz und Understatement legen.

 

 

Auf der anderen Seite integriert IWC in die neue Kollektion die voluminöse und authentische Beobachtungsuhr Big Pilot’s Heritage Watch, die stark an die Grosse Fliegeruhr von 1940 erinnert. Sie ist unverkennbar von der historischen Beobachtungsuhr inspiriert, und das nicht nur wegen der mächtigen Gehäusedurchmesser von 48 bzw. sogar 55 Millimetern.

 

 

IWC bringt auch in diesem Jahr eine Weltpremiere auf den Markt, die besonders gut zum Thema Fliegen passt: Mit der Pilot’s Watch Timezoner Chronograph lässt sich zum ersten Mal eine neue Zeitzone inklusive Datum ausschließlich über die Lünette einstellen.

 

 

Um die Pilot’s Watch Timezoner Chronograph (Ref. IW395001) realisieren zu können, hat IWC drei Technologien miteinander kombiniert: den Städtering der Pilot’s Watch Worldtimer, den federnden Drehring, der nicht versehentlich bewegt werden kann, und den Aussen-Innen-Drehringmechanismus der neuen Aquatimer-Uhrengeneration, der die Drehbewegung ins Innere der Uhr überträgt. Das Ergebnis ist eine Weltzeituhr, bei der man mit einem Dreh die neue Zeitzone zusammen mit der neuen Uhrzeit, inklusive 24-Stunden-Anzeige sowie das neue Datum angezeigt bekommt.

 

VACHERON CONSTANTIN

Vacheron Constantin zeigt auf der SIHH 2016 erstmals seine komplett runderneuerte, betont sportliche Overseas Kollektion. Eine der Ikonen im weitgesteckten Produktportfolio der nunmehr 260 Jahre alten Uhrenmanufaktur aus Genf.

 

 

Ausgestattet sind diese neue Generation von Automatikuhren mit Manufakturwerken aus den eigenen Werkstätten. Sämtliche Modelle, die Edelstahl-Varianten, ebenso wie jene aus Gold, sind mit der Genfer Punze versehen und haben – das ist einzigartig – auf Knopfdruck austausch- und wechselbare Armbänder mit höchstem Tragekomfort.

Neben Modellen mit einfachen Anzeigen (der Stunden, Minuten und Sekunden – mit oder ohne Datum), umfasst die Kollektion auch Chronographen sowie extra-flache Zeitmesser.

 

 

Die Ursprünge der Overseas Kollektion reichen in die 1970er Jahre zurück. Dank ihrer verschraubten Lünette und einem verschraubten Gehäuseboden erreichte diese sportliche Uhr bereits eine Wasserdichtigkeit von 120 Meter. Mit ihrer dynamischen Linienführung, der charakteristischen Lünette und einem massiven, mit einer Darstellung des berühmten Dreimasters Amerigo Vespucci verzierten Gehäuseboden ist sie eine Reminiszenz an die Schifffahrt auf den Weltmeeren. Im Laufe der Jahre hat Vacheron Constantin die typischen Merkmale dieser Kollektion stetig weiterentwickelt.

Angetrieben werden sie von Automatikkalibern mit großzügiger Gangautonomie. Durch einen das Werk umschließenden Ring aus Weicheisen vor Magnetfeldeinflüssen geschützt, zeichnen sich die Werke durch eine große Präzision und Widerstandsfähigkeit aus. Die Gehäuse sind mit verschraubtem Saphirglasboden versehen und gewährleisten eine Druckfestigkeit bis 5 Bar bei den extra-flachen Modellen und bis 15 Bar bei allen anderen.

 

 

Neben drei verschiedenen Stahl- bzw. Edelmetallbändern – die sich mühelos verstellen lassen und so für bestmöglichen Tragekomfort sorgen – gibt es auch Leder- und Kautschukbänder dazu. Dank eines ausgeklügelten Wechselsystems für die Armbänder und deren Schließen lassen sich diese ohne Werkzeug austauschen.

Der Overseas Chronograph wird vom neuentwickelten Kaliber 5200 angetrieben.

 

 

Dieses aus insgesamt 263 Komponenten bestehende Kaliber ist mit einem Säulenrad zur Steuerung der Start-, Stopp- und Rückstellfunktion des Chronographen bestückt und besitzt zudem eine vertikale Kupplung, die einen ruckartigen Start des Zeigers beim Einschalten der Chronographenfunktion verhindert.

 

 

Die zwei Federhäuser sorgen für ein gleichmäßig hohes Drehmoment und eine Gangautonomie von mehr als 50 Stunden.

Das aus dem Kaliber 5200 abgeleitete Overseas Kaliber 5100 bietet mit der Anzeige von Stunden, Minuten, Sekunden und des Datums die wesentlichen Grundfunktionen.

 

 

Der mit einem 41-Millimeter-Gehäuse aus Edelstahl bzw. 18-karätigem Roségold versehene Zeitmesser präsentiert sich in vornehmer Zurückhaltung.

 

 

Das Gehäuse ist bis 15 Bar druckfest und dank eines Rings aus Weicheisen, der das Werk umgibt, sehr gut vor Magnetfeldeinflüssen geschützt.

Das Modell Overseas Ewiger Kalender extra-flach zeigt seine technische Komplexität mit großer Zurückhaltung.

 

 

Dieser mit der Genfer Punze zertifizierte Zeitmesser wird von dem berühmten Manufakturkaliber 1120 QP angetrieben, einem extra-flachen Automatikwerk mit ewigem Kalender und Mondphasenanzeige. Mit einer Höhe von gerade einmal 4,05 Millimetern besteht es aus nicht weniger als 276 Komponenten. Der Kalender ist bis zum Jahr 2100 vorprogrammiert und muss erst dann manuell nachjustiert werden.

Das vom ewigen Kalender abgeleitete und mit dem extra-flachen Kaliber 1120 versehene Basis-Modell ist von schlichter Eleganz. Das Werk besitzt eine Bauhöhe von lediglich 2,45 Millimetern bei einer Gangautonomie von rund 40 Stunden.

 

 

Vacheron Constantin präsentierte aber noch ein weiteres Highlight auf dem Messestand: Die komplizierteste Taschenuhr der Welt.

Ein Kunde und Uhrenliebhaber, der nicht genannt werden möchte, platzierte bei Vacheron Constantin den einfach formulierten Auftrag, die komplizierteste Taschenuhr der Welt, die es jemals gab, zu entwickeln und zu bauen.

 

 

 

Insgesamt 8 Jahre lang haben 3 Uhrmachermeister bei Vacheron Constatin in einem eigens dafür eingerichteten Atelier an dem Projekt gearbeitet. Als absolutes Unikat entstand die Referenz 57260. Mit nicht weniger als 57 Komplikationen und 2.800 Einzelteilen ist sie nach wie vor die komplizierteste mechanische Taschenuhr, die je das Licht der Welt erblickt hat.

 

 

Der Eigentümer hat das Einzelstück zur Präsentation auf der SIHH 2016 zur Verfügung gestellt. Der Preis ist ebenfalls Verschlusssache, kann jedoch auf > 5 Mio. Euro geschätzt werden.

 

PIAGET

Bei PIAGET ist schon an der Gestaltung des Messestandes auszumachen, dass es hier weniger um technische Inhalte ging, die zu präsentieren waren, sondern vielmehr um Ästhetik. PIAGET hat demnach auch keine Mühe gescheut, die hohe Kompetenz im Bereich der extravaganten Schmuckuhren entsprechend in Szene zu setzen.

Die Modelle aus der Serie „Limelight Stella“ sind die erste Komplikationsuhr, die von PIAGET speziell für Frauen entworfen und gefertigt wurde. Der Mond, seit Urzeiten überall auf der Welt das Symbol des „Ewig Weiblichen“, wird bei diesem Modell von Piaget neu interpretiert.

 

 

Dazu wurde Limelight Stella mit einer astronomischen Mondphasenanzeige versehen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Mondphasenanzeigen, die bereits nach zweieinhalb Jahren um einen ganzen Tag nachgehen, braucht dieser, aus zwei Monden und einem 135-zähnigen Antriebsrad bestehende Mechanismus nur alle 122 Jahre nachjustiert zu werden.

Angetrieben wird die Limelight Stella vom Kaliber 584P, das über 42 Stunden Gangreserve verfügt und mit der klassischen Frequenz von 21 600 Halbschwingungen pro Sekunde (3 Hz) arbeitet. Das Kaliber wird von PIAGET nach allen Regeln traditioneller Uhrmacherkunst gefertigt und veredelt.

 

 

Unterstrichen von zwei zarten Linien, bestückt mit 14 Brillanten, wird die Mondphasenanzeige bei 12 Uhr betont. Die Limelight Stella aus Roségold gibt es mit polierter oder edelsteinbesetzter Lünette und die Weißgold-Version mit edelsteinbesetzter Lünette.

Für die beiden atemberaubenden Haute Joaillerie-Modelle wählte Piaget jeweils Gehäuse aus Weißgold mit 39 mm Durchmesser aus. Auf der Lünette betonen Diamant-Baguetten das Formenspiel von ovalem Zifferblatt und rundem Gehäuse.

 

 

Der Besatz mit Brillanten oder Diamanten im Baguetteschliff erstreckt sich bis hin zur Faltschließe und Aufzugskrone. Hier zeigt Piaget seine außerordentliche Kompetenz im Bereich der Schmuckuhren. Die Bearbeitung und Fertigstellung in der Joaillerie-Werkstatt erfordert nicht weniger als 400 Stunden.

PIAGET ALTIPLANO 38 MM 900D, die flachste Haute Joaillerie-Uhr der Welt.
Das höchste Ziel der Manufaktur Piaget ist es, der Zeitmessung eine besonders märchenhafte Note zu geben. Dank der Kompetenz auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion ultraflacher Kaliber, in Verbindung mit virtuoser Goldschmiedekunst, gelang es Piaget einmal mehr, die Grenzen des Machbaren neu zu definieren.

 

 

Bei nur 5,60 mm Bauhöhe, verkörpert die Altiplano das Streben der Manufaktur nach perfekter Raffinesse. Uhrwerk und Gehäuse sind durchgängig von außen bis ins Innerste des Kalibers mit Diamanten besetzt ist. Piaget ist es damit gelungen, die flachste, aber wohl auch eine der schönsten Haute Joaillerie-Uhren zu bauen.

 

 

Bei einigen Modellen aus der Altiplano Serie setzt Piaget zudem ganz besondere Kunsthandwerkstechniken ein, die jeweils die Yves Piaget Rose auf dem Zifferblatt verewigen. Die ultraflache Uhr bietet den idealen Hintergrund, um die Schönheit dieser Blume auf verschiedene Art abzubilden.

 

 

Für die SIHH 2016 hat Piaget zwei Handwerkstechniken vorgestellt: Die Holz-/Perlmutt-Marketerie, sowie die Reliefgravur aus Gold. Bei beiden erblüht die Rose auf den Zifferblättern der neuen Altiplano-Modellen auf ganz unterschiedliche Weise.

 

CARTIER: Jenseits der Grenzen der Uhrmacherei

Der Stand von Cartier symbolisiert schon von seiner schieren Größe die Bedeutung der Marke für die Groupe Richemont. In zahlreichen kleineren und größeren Schaufenstern wurden viele historische Modelle von Cartier ausgestellt. Dem Besucher und Betrachter wird so die DNA der Marke vermittelt. Dabei spielt auch das „Markenzeichen“ von Cartier, der Panther, eine große Rolle. Ähnlich wie bereits zuvor bei PIAGET legt auch Cartier viel Wert auf die Kompetenz im Bereich der Herstellung außergewöhnlicher Schmuckuhren. Daneben finden sich selbstredend aber auch die klassischen, mehr maskulinen und damit für die Männerwelt geschaffenen Modelle.

Einige dieser außergewöhnlichen Kreationen stellen wir kurz vor:

Die neue „Drive de Cartier“ unterstreicht einmal mehr die Tradition von Cartier im Schaffen von ausdrucksstarken Modellen für den erfolgreichen und passionierten Mann von heute. Die Charaktereigenschaften dieser stilvollen und unverwechselbaren Uhr werden durch das kissenförmige Gehäuse betont.

 

 

Das Gehäuse aus Stahl oder wahlweise Rotgold verfügt über ein schwarzes, graues oder weißes guillochiertes Zifferblatt mit römischen Ziffern und schwertförmigen Zeigern. Durch den transparenten Gehäuseboden ist das mit Doppelfederhaus ausgestattete Manufakturwerk 1904 MC sichtbar, das in zwei Versionen erhältlich ist: Stunde, Minute, kleine Sekunde und Datum für das 1904-PS MC und zweite Zeitzone, Tag-/Nachtanzeige, Großdatum und kleine Sekunde für das 1904-FU MC. Die Drive de Cartier gibt es zudem in einer Haute Horlogerie-Version mit fliegendem Tourbillon und Kaliber 9452 MC, zertifiziert mit dem „Poinçon de Genève“.

Als neues Element der Handwerkskünste von Cartier entfaltet die Emailgranulation die ganze Vielfalt ihrer Farbpalette rund um die legendäre Wildkatze.

 

 

In der 2014 im Schweizer La Chaux-de-Fonds eingeweihten Maison des Métiers d’Art von Cartier entstand die Uhr „Ballon Bleu de Cartier“ mit Pantherdekor und Emailgranulation vollständig in Handarbeit.

 

 

Bei diesem Anhänger – der Form eines Schmetterlings nachempfunden – gehen straffe Linien und rhythmische Rundungen ineinander über. Die Flügel bestehen aus Saphirglas, der Körper ist mit Diamanten ausgefasst. In der transparenten Zifferblattmitte hängt als Markenzeichen der Uhrmacherei von Cartier ein geheimnisvolles Doppeltourbillon scheinbar in der Schwebe.

Cartier ist bekannt für sein großes Interesse an anderen Kulturen. Aus dem Orient brachte der Juwelier den Drachen in seine Haute Joaillerie-Ateliers. In einer detaillierten Darstellung aus mit Diamanten ausgefassten Schuppen windet sich der phantasievoll gestaltete Drache schützend um das geheimnisvolle Zifferblatt.

 

 

Die Augen bestehen aus Smaragd. Für Spannung und Dynamik sorgt ein Streifen aus Onyx. Zwischen den Hörnern befindet sich ein facettierter Feueropal im Kissenschliff von 23,77 cts. Für das Modellieren, das Besetzen mit Edelsteinen, das Schleifen der Edelsteine und den Schliff auf Maß waren nicht weniger als 1100 Arbeitsstunden erforderlich. Angetrieben wird das außergewöhnliche Schmuckstück von dem Manufakturwerk mit Handaufzug, Kaliber 9981 MC, mit geheimnisvoller Stunden- und Minutenanzeige.

 

 

 

Einige Daten dazu: Kaliber 9981 MC, Handaufzug und geheimnisvolle Anzeige von Stunde und Minute. Durchmesser: 13 3/4 Linien bzw. 31,28 mm, Uhrwerkhöhe: 4,61 mm, Anzahl der Steine: 27, Anzahl der Bauteile: 158, Frequenz: 28.800 Halbschwingungen/Stunde, Gangreserve: mindestens ca. 48 Stunden.

 

 

Von besonderer Schönheit und Eleganz sind die ganz im Stil vergangener Tage gehaltenen Armreife, wie z.B. die im Bild festgehaltenen „Rings of Saturn“ (Ringe des Saturn), bei denen die Anzeige der Zeit zur Nebensache wird. Verbaut ist dort das Miniaturkaliber 101.

 

 

Seine Anfänge gehen als Entwicklung von Jaeger Le Coultre bis ins Jahr 1929 zurück. Bis heute ist es das mit Abstand kleinste mechanische Handaufzugskaliber der Welt.

 

Audemars Piguet

Audemars Piguet zählt zu jenen ausstellenden Firmen, die nicht Mitglied der Groupe Richemont sind und ist die älteste Uhrenmanufaktur, die sich stets im Familienbesitz (Audemars und Piguet) befand. Seit seiner Gründung im Jahre 1875 hat das Unternehmen einige grundlegende Kapitel in der Geschichte der Haute Horlogerie geschrieben und zahlreiche Weltpremieren geschaffen. In Le Brassus, im Vallée de Joux, dem berühmten Tal der Uhrmacher, entstehen in limitierter Auflage Meisterwerke der Uhrmacherkunst: sportliche und kühn gestaltete Zeitmesser ebenso wie klassische und traditionelle Uhren, aber auch bezaubernde Schmuckstücke für Damen und faszinierende Unikate.

 

 

Anlässlich der SIHH 2016 ließ Audemars Piguet der zeitlosen Schönheit und Markenikone „Royal Oak“ eine intensive Modellpflege zuteil werden. Ein ähnlich schwieriges Unterfangen wie – um einen Vergleich aus der automobilen Welt zu wagen – es auch Porsche mit dem Typ 911 sehr erfolgreich umzusetzen versteht.

 

 

Als die Royal Oak 1972 erstmals präsentiert wurde, war sie die erste Luxusarmbanduhr, für die Edelstahl so sorgfältig bearbeitet, poliert und verfeinert wurde als sei dieser Werkstoff ein kostbares Edelmetall. Eine Eigenwilligkeit, die zu dieser Zeit ein gewisses Risiko barg – am Ende aber genau den Erfolg brachte, der vieles verändern sollte. Die Revolution, die die Royal Oak damals auslöste, war der Beginn einer neuen, extrem kreativen Ära, in der Audemars Piguet gleichermaßen mit traditionellen wie mit unkonventionellen Materialien experimentierte: Platin, Karbon, Alarsit, Bronze, Kautschuk, Keramik, Titan und Tantalum.

 

 

Getreu dem Leitmotiv von Audemars Piguet: „Um Regeln brechen zu können, muss man sie zuerst meistern“, bricht das Unternehmen jetzt erneut die Regeln – mit der Rückkehr zum wohl glanzvollsten aller Materialien in der Uhrmacherkunst: Gelbgold.
Die neue Royal Oak Ewiger Kalender ist eine in ihrer Ästhetik perfekte Symbiose aus Gelbgold und einer der klassischsten aller Komplikationen.

 

 

Angetrieben wird die Royal Oak Ewiger Kalender vom neuen Automatik-Kaliber 5134. Das Kaliber 5134 basiert auf seinem Vorgänger, dem Kaliber 2120, wurde jedoch etwas vergrößert, um perfekt in das moderne 41mm-Gehäuse zu passen.

Eine technisches Highlight, einfach und dabei – wie so oft – genial zugleich, ist die Entwicklung einer doppelten Unruh, um Gangabweichungen noch weiter reduzieren zu können. Das Problem eines herkömmlichen Gangreglers liegt darin, dass die Unruhspirale durch ihre einseitige Fixierung nicht vollkommen rotationssymmetrisch ein- und ausfedert. Dadurch verschiebt sich der Schwerpunkt aus der geometrischen Mitte und kommt somit zeitweise neben der Unruhachse zu liegen, was zu sogenannten Lagefehlern führen kann, wenn die Uhr am Handgelenk in verschiedenen Positionen getragen und bewegt wird.

 

 

Dies zu unterbinden, kamen die Entwickler bei Audemars Piguet auf die Idee, einen zweiten Unruhreif mit einer weiteren, um 180 Grad versetzt montierten Spiralfeder auf derselben Achse zu montieren. So heben sich nun beim Ausschwingen der Unruh die Effekte der Unsymmetrie gegenseitig auf. Die Ganggenauigkeit kann so um gut 30% verbessert werden.

 

 

 

Um die neue Technologie auch sichtbar zu machen, hat Audemars Piguet zudem ein neues skelettiertes Automatik-Kaliber auf den Weg gebracht, welches nicht nur die Zweifach-Unruh gebührend in Szene setzt, sondern auch sonst einen tiefen Einblick in die Faszination der Uhrwerksmechanik gewährt.

 

Zusammenfassung

Wenngleich die zur Verfügung stehende Zeit knapp war und nicht alle Aussteller besucht werden konnten, so zeigt die von uns getroffenen Auswahl doch, dass die TOP-Marken, und das konnte an den vorgestellten Neuigkeiten durchweg ausgemacht werden, dem Publikum nicht so sehr spektakulär Neues zeigten, sondern vielmehr ihre Traditionen pflegen oder bestehende Linien konsequent weiterentwickeln. Neben einigen technischen Neuerungen, die hauptsächlich der Optimierung dienen, wie z.B. der weiteren Verbesserung des Gangverhaltens (siehe die Doppelunruh aus dem Hause Audemars Piguet), waren doch einige Highlights im Bereich der Schmuckuhren auszumachen.

Der frühere Trend, in teuren Schmuckuhren für Damen vielfach vergleichsweise einfache Quartzkaliber zu verbauen, scheint gebrochen zu sein. Auch hier besinnen sich die Hersteller vermehrt der Haute Horologerie und setzen zunehmend auf anspruchsvolle Mechanik. Der Phantasie sind bei Schmuckuhren dabei kaum Grenzen gesetzt. Von der geheimnisvollen Zeitanzeige bei Cartier, mit unsichtbarem Antrieb für die Zeiger von Stunde und Minute bis hin zu höchst anspruchsvollen Handwerkskünsten zur Gestaltung eindrucksvoller Zifferblätter, die längst vergessen schienen, sind viele Exponate ein optischer Leckerbissen.

Dass Uhren nicht noch größer werden müssen, zeigen ebenfalls zahlreiche Aussteller; Ausnahmen bestätigen jedoch auch hier die Regel. Die Medium-Modelle werden wieder salonfähig und der Trend zu flachen und damit eleganten Uhren hält unvermindert an. Wenn dann, wie im Falle Cartier, auch wieder Uhrwerke verbaut werden, die zu den kleinsten zählen, die jemals gebaut wurden und deren Historie bis ins Jahr 1929 zurückreicht, so ist das schon ein Wort und zeugt davon, dass es gewisse Trends gibt, die offensichtlich nachhaltigen Bestand haben und in gewissen Zyklen immer wieder auf´s Neue für Faszination und Begeisterung gut sind.

 

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