Am 17. Juli 2015 eröffnete Seiko Deutschland in Frankfurt am Main, Große Bockenheimer Straße 19, eine eigene Marken-Boutique.

 

 

Am darauffolgenden Tag luden SEIKO und das UHREN-Magazin interessierte Kunden zu einer Eröffnungsfeier ein.

 

 

Begrüßt wurden die Gäste vom Geschäftsführer von Seiko Deutschland, Herrn Deckert.

 

 

Dieser stellte den Anwesenden das Team der Boutique vor und sprach u.a. darüber, wie wichtig die Eröffnung der eigenen SEIKO Markenboutique in Frankfurt sei, denn dies ist ein besonderer Meilenstein in der weiteren Entwicklung der Marke SEIKO. Mit knapp 100 m² Fläche gibt es nun im Herzen Frankfurts die größte Boutique Europas, in welcher die Besucher in einem angenehmen Ambiente die Welt von SEIKO erleben und eine umfassende Beratung erhalten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der nun verstärkten Präsenz der Marke Grand SEIKO in Deutschland. Grand SEIKO ist erst seit 2010 offiziell auf dem deutschen Markt erhältlich, besitzt unter Uhrenliebhabern aber seit jeher ein hohes Maß an Begehrlichkeit.

 

VIDEO von UHREN-MAGAZIN, Chefredakteur Thomas Wanka

 

Thomas Wanka; Chefredakteur des UHREN-MAGAZINs hielt einen kurzen Vortrag über die eindrucksvolle Geschichte von SEIKO und im Besonderen von Grand SEIKO.

SEIKO ist eine japanische Uhrenmanufaktur, die sich auf die Technologien Mechanik, Quarz, Solar, Kinetic und Spring Drive spezialisiert hat. Kintarō Hattori eröffnete am 1. September 1877 im Alter von 18 Jahren sein eigenes Uhrenreparaturgeschäft in einem Tokioter Stadtteil. 1881 gründete er die Firma Hattori Tokeiten , ein Reparatur- und Verkaufsgeschäft für gebrauchte Uhren.

Im Mai 1892 kaufte K. Hattori zusätzlich in Ishiwara-chō, eine nicht mehr benutzte Glasfabrik und gründete dort Seikōsha als Wanduhrenfabrik. Ab 1895 stellte er Taschenuhren, ab 1899 Wecker und schließlich im Jahr 1913 Armbanduhren her. 1917 wurde die Firma in Kabushiki-gaisha (engl. K. Hattori & Co., Ltd.) umfirmiert.
1923 zerstörte ein Erdbeben die Hauptverwaltung in Ginza und die Seikōsha-Fabrik; der Firmengründer Kintarō Hattori baute diese mittels seines privaten Vermögens wieder auf.

Im Jahr 1934 verstarb er im Alter von 75 Jahren. 1937 wurde die Uhrenproduktion als K.K. Daini – die heutige Seikō Instruments K.K. – abgespalten. 1959 wurde das Werk in Suwa aus der Daini Seikōsha ausgegliedert und fusionierte mit dem dort ansässigen Unternehmen Y.K. Daiwa Kōgyō zur K.K. Suwa Seikōsha, dem späteren Seikō Epson (kurz: Epson).

1955 kam die erste automatische Seiko-Armbanduhr heraus. 1960 war das Geburtsjahr der Grand SEIKO. Das Ziel der Väter von Grand SEIKO war genauso einfach wie anspruchsvoll – es sollte schlichtweg die beste Luxusuhr der Welt entwickelt werden. Zuvor mussten jedoch noch die Standards definiert werden, welche diese Uhr zu erfüllen hat. So entstand der „Grand Seiko Standard“, der für jede Uhr Prüfungen in sechs Lagen und in drei unterschiedlichen Temperaturbereichen an insgesamt 17 Tagen vorschreibt.

Unter dem Markennamen Grand SEIKO wurden 1960 bis 1974 hochwertige und teure mechanische Uhren produziert.

 

 

Im Jahr 1963 gestattete das Observatoire Cantonal de Neuchâtel in der Schweiz die Teilnahme von SEIKO am Uhrenwettbewerb. Vier Jahre lang arbeitete die Firma an der Entwicklung wettbewerbsfähiger Uhrwerke, und 1967 wurden zwei Seiko-Zeitmesser mit einem zweiten und dritten Platz ausgezeichnet. Im Jahr 1968 belegte SEIKO den ersten Platz in der Kategorie „Mechanische Armbanduhr“ beim Wettbewerb des Genfer Observatoriums.

Am 25. Dezember 1969 brachte Seiko die erste Quarzarmbanduhr der Welt, die „Astron“. auf den Markt. Ihr in Eigenproduktion hergestellter Stimmgabel-Quarzoszillator hatte eine Frequenz von 8.192 Oszillationen pro Sekunde (Hz) und sollte auf fünf Sekunden pro Tag genau gehen. Die „Astron“ wurde in einer limitierten Auflage von hundert Stück hergestellt.

Die Schweizer vermarkteten ihre ersten Quarzuhren erst im Jahr 1970. Im Jahr 1970 wurde Seikōsha zu einem eigenständigen Unternehmen. Seit 1972 produzierte Seiko in Großserie und bemühte sich um ständige Innovationen für hochwertige Quarzuhren. In der Zeit der sogenannten Quartzkrise stellte auch SEIKO die Produktion der aufwendigen und vergleichsweise teuren mechanischen Werke für die Grand SEIKO ein.

 

 

Erst im Jahr 1998 wurden die Uhren und Uhrwerke im Zuge der „Wiederentdeckung der Mechanik“ neu aufgelegt und Zug um Zug weiterentwickelt. Im deutschen Sprachraum sind Uhren von Grand SEIKO offiziell seit 2010 erhältlich.

Um die energetische Wirksamkeit mechanischer und automatischer Uhren mit der Genauigkeit von Quarzuhren zu kombinieren, entwickelten SEIKO- Ingenieure das Automatic Generating System, später als Kinetic System bezeichnet, mit einem eingebauten Generator. Dieses wurde im Jahr 1988 vorgestellt. Seit Kinetic-Uhren eingeführt wurden, hat Seiko eine weitere neue Technologie entwickelt. Sie heißt Spring Drive und ersetzt das schwächste Teil eines traditionellen mechanischen Gehwerks, die Hemmung, durch eine Technologie, die es möglich macht, den Ablauf eines mechanischen Gehwerks durch Quarztechnologie zu regeln. So wird die alte und neue Technologie kombiniert und der Batterieaustausch überflüssig. 1999 kam die erste Uhr mit Spring Drive-Technologie auf den Markt.

2001 wurde die Seikō Watch K.K, engl. Seiko Watch Corporation gegründet, die auch das Uhrengeschäft übernahm. Die Seikō K.K. wurde dadurch zu einer reinen Holdinggesellschaft mit Seikō Watch, Seikō Clock, Seikō Precision und Seikō Optical Products als Tochtergesellschaften.

Sehr bemerkenswert ist, dass SEIKO sämtliche Komponenten einer Uhr an den beiden Standorten (Shizuku – Ishi in Nordjapan und Shinshu in der Hochgebirgsregion der japanischen Hauptinsel) selbst entwickelt und fertigt. Selbst die für die Herstellung benötigten Werkzeugmaschinen, fertigt SEIKO zum Teil selbst. Damit wird eine Fertigungstiefe erreicht, wie sonst kaum von einem anderen Uhrenhersteller.

 

 

 

Nach der umfassenden und informativen Einführung bot SEIKO den Gästen die Möglichkeit, dem Meisteruhrmacher Satoshi Hiraga, aus dem Uhrenatelier in Morioka, bei seiner Arbeit über die Schulter zu sehen.

 

 

Er zeigte den Zusammenbau und die Reglage eines mechanischen Grand SEIKO-Kalibers aus der Serie 9S. Sehr anschaulich demonstrierte Herr Hirage unter anderem das Auswuchten der Unruhfeder; als einziges Werkzeug benutzt der Uhrmacher hierfür eine speziell geformte Pinzette und eine Aufnahmevorrichtung für die Unruh, mit aufgesetzter Spiralfeder. Die eigentliche Justagearbeit erfolgt dann unter dem Mikroskop.

 

 

 

Für den Zusammenbau des schön finissierten Manufakturkalibers bediente sich Herr Hirage erstaunlicherweise aber keinerlei optischer Hilfsmittel. D.h. die sonst eigentlich obligatorische Uhrmacherlupe wird von ihm nicht benutzt. Eine erstaunliche Fähigkeit, mit dem bloßen Auge in solch einer Präzision zu arbeiten.

 

 

Die Mitarbeiter der SEIKO Boutique führten den Gästen auch je ein Modell aus einer der drei Linien von GRAND SEIKO vor:

  • Quartz
  • Mechanik
  • Spring Drive

Quartztechnologie:
Das Besondere an der Quartztechnologie von Grand SEIKO ist der extrem hochwertige, künstlich gealterte und temperaturkompensierte Quartz, sowie die elektronische Feinregulierung, die im Ergebnis zu einer Gangabweichung von nurmehr +/- 5 Sekunden/Jahr führen.

 

 

Mechanik:
Die Kaliberfamilie der Serie 9Sxx wurde 2009 um das Kaliber 9S85 36.000 High Beat (Schnellschwinger) erweitert. Das bekannte und konventionelle Kaliber 9S65 arbeitet hingegen mit den üblichen 28.800 Schwingungen/Stunde. Die Technologie des Schnellschwingers beherrschen neben Grand SEIKO nur ganze wenige andere Unternehmen, darunter Zenith.

 

 

 

Spring Drive Technologie:
Bei der Spring Drive Technologie handelt es sich um ein Uhrwerk, bei dem die Hemmung durch ein Regulierungssystem ersetzt wurde, das sowohl mechanisch als auch elektrisch arbeitet. Die Grundidee dieser Technologie stammt vom Seiko-Epson-Ingenieur Yoshikazu Akahane aus dem Jahre 1973. Erst 26 Jahre später, 1999 war die Technologie marktreif. Seiko entwickelte einen neuen Microchip, der eine Leistungsaufnahme von nur 25 Nanowatt hatte. Dies entspricht einem Tausendstel der Leistungsaufnahme der ersten Quarzuhr.

 

 

Die Spring Drive Uhrwerke verfügen, wie jede andere Automatik Uhr auch, über ein Räderwerk mit automatischem Aufzug und Zugfeder, die ihre Energie an das Räderwerk abgibt. Statt einer konventionellen Hemmungsbaugruppe, bestehend aus Ankerrad, Anker, Unruh und Unruhspirale, wird ein Gleitrad angetrieben, dessen Geschwindigkeit elektronisch mittels einer Wirbelstrombremse reguliert wird. Die aktuelle Geschwindigkeit des Gleitrades wird gemessen und mit dem Takt eines Quarzkristalles verglichen. Die Drehgeschwindigkeit des Gleitrades wird so absolut konstant gehalten. Die für die Elektronik erforderliche Energie wird ebenfalls aus der Wirbelstrombremse gewonnen.

 

 

Das Räderwerk läuft so vollkommen kontinuierlich ab, ohne jegliche Ruckbewegung, was die Reibung, die bei mechanischen Uhren den mechanischen Verschleiß verursacht, deutlich verringert und den Sekundenzeiger absolut fließend fortbewegt. Dies soll den immerwährenden Fluss der Zeit widerspiegeln.
Wenn die Uhr ganz aufgezogen wird, läuft sie 72 Stunden lang mit einer Genauigkeit von ±15 Sekunden pro Monat. Das entspricht nahezu der Genauigkeit einer Quartzuhr.

 

 

Zu bewundern waren in der Boutique zudem auch zwei Exponate der Premium-Marke CREDOR. Darunter befand sich eine von CREDOR geschaffene, einzigartige dezimale Minutenrepetition, die von einem ganz speziellen Spring Drive Kaliber angetrieben wird. Das aus insgesamt 660 Einzelteilen bestehende Uhrwerk erzeugt aufgrund der Spring Drive Technologie kein tickendes Geräusch und läuft völlig geräuschlos ab. Umso mehr können sich die Töne der Minutenrepetition in absoluter Reinheit, frei von tickenden Nebengeräuschen entfalten.

In der Boutique in Frankfurt nimmt die Premiummarke Grand SEIKO einen hohen Stellenwert ein. Zudem feiert Grand SEIKO in diesem Jahr den 55. Geburtstag!
Herr Deckert versicherte den Gästen zudem, dass die SEIKO Boutique in Frankfurt auch stets bemüht sein wird, interessierten Kunden Modelle zugänglich zu machen, die es für gewöhnlich nur in Japan zu kaufen gibt.

Anlässlich dieses Geburtstages präsentiert SEIKO auch das Projekt „Grand SEIKO Through Three Photographers Eyes“. Dabei zeigen drei weltberühmte Fotografen die einzigartige japanische Schönheit von Grand SEIKO aus ihrem Blickwinkel.

 

 

Gegliedert ist die Ausstellung in die Themen-Schwerpunkte:

  • Portraits (Fotograf Sakkiko Nomura)
    Hier stellen 23 Schwarz-Weiß Portraits Frauen und Männer dar, die für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Grand SEIKO stehen.
  • Parts (Fotograf: Keiichi Tahara)
    Es werden kleinste Uhrwerksteile unter besonderen Lichtverhältnissen in Szene gesetzt.
  • Time (Fotograf: Yuji Hamada)
    die periodischen Umläufe der leuchtenden Uhrenzeiger werden mittels langer Belichtungszeit festgehalten.

SEIKO ist auch Hauptsponsor der RAY 2015 Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain, Im Rahmen der RAY 2015 präsentiert SEIKO in diesem Sommer in drei verschiedenen Frankfurter Museen, die Werke des Projektes „Grand Seiko Through Three Photographers Eyes“.

 

 

Im Zuge der Fotoausstellung wurden am Eröffnungstag der Boutique auch einige historische Grand SEIKO Modelle ausgestellt.

 


Die erste Grand SEIKO von 1960

 

 


Der erste Schnellschwinger (High Beat) von Grand SEIKO aus dem Jahre 1968

 

 

Anschrift der Boutique:

Große Bockenheimer Str. 19
60313 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 10.00 – 20.00 Uhr
Samstag 10.00 – 19.00 Uhr

 

LINKS:

 

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