Baselworld 2019, der Termin steht.

Die Baselworld 2019 scheint gesichert. Nun gibt es einen Termin für 2019:

2019 findet die Baselworld vom 21.03.2019 bis 26.03.2019 statt.

Nachdem die Baselworld 2018 von vielen Unwägbarkeiten begleitet war und bis kurz vor Torschluß nicht klar war, wie sich Breitling und Chopard verhalten und eine mögliche weitere Teilnahme zugunsten einer Umsiedelung nach Genf oder alternativer Szenarien zur Diskussion stellten, ist dieser Druck nun aus dem Kessel gewichen. Nachdem, trotz gewisser Nebengeräusche, davon auszugehen, dass auch die Swatch-Group dabei bleibt, kann 2019, wohl wie ursprünglich geplant, stattfinden.

Wie es jedoch darüber hinaus weiter geht, bleibt indes offen. Jean-Claude Biver, CEO von TAG Heuer und verantwortlich für die Uhrensparte bei LVMH, schlägt im Interview mit CNN ungewohnt kritische Töne an. Er behält sich vor, längerfristig andere Konzepte zu verfolgen, sollte die Baselworld sich nicht grundlegend verändern.

Zu den Forderungen von Jean-Claude Biver zählen,

  • dass die SIHH und die Baselworld sich terminlich abstimmen, so dass Besucher aus Übersee nur einmal anreisen müsse und es sich somit um eine Messe mit zwei, lediglich 2 1/2 Auto- oder Bahnstunden, voneinder entfernten Standorten handelt,
  • und die Eintrittspreise für Endkunden drastisch gesenkt werden. Er nennt als Beispiel den Automobilsalon in Genf, wo das Ticket an den Besuchertagen für 16 CHF erhältlich ist (nicht 55 CHF, wie auf der Baselworld) und so auch die ganze Familie die Messe besuchen kann, ohne das Budget zu überdehnen. Denn gerade die jungen Leute sind die Käufer von morgen. Das wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Kundennähe und Kundenorientierung.
  • Zudem muss die Messe künftig eine Informations- und Diskussionsplattform bieten, beispielsweise in Form von Foren, Vorträgen und Workshops und sich viel aktiver mit Zukunftsthemen befassen. Was tut sich im Silicon Valley und welche dieser Trends mögen Auswirkungen auf die Uhrenbranche haben?
  • Sollte einer der großen Player die Lust und Laune an der Baselworld verlieren, so steht seiner Auffassung nach die Messe auf verlorenem Posten. Und genau das sollte nicht passieren, denn das würde letztlich eine Kettenreaktion auslösen.
  • Die Baselworld muss als Messe erhalten bleiben, dieses Ziel gilt es zu verfolgen. Denn kein anderer Platz bietet eine solch hervorragende  Möglichkeit des Netwerkens; jedoch muss die Transformation von einer reinen Ordermesse hin zu einer modernen Informations- und Kommunikationsplattform gelingen und vorangetrieben werden.

 

 

Unsere Meinung dazu:

Die Branche sollte endlich aufhören, sich bevorzugt selbst zu feiern und sich stattdessen endlich demjenigen öffnen und zuwenden, an den die Produkte letztlich verkauft werden müssen: Den E N D K U N D E N ! Weshalb kann die Automobilindustrie das, die Uhren- und Schmuckbranche jedoch nach wie vor nicht? Vermutlich muss der ein oder andere noch von seinem hohen Roß heruntergebeten werden. Ein kleiner Fußmarsch würde manchem Verantwortlichen nicht schaden. Dazu würde auch ein Umgang auf Augenhöhe zwischen Messeleitung und Ausstellern (speziell mit kleineren) gehören. Denn Arroganz war bekanntlich noch nie ein guter Ratgeber.

 

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Baselworld 2018, und was nun?

Das Deutsche Uhrenportal war in diesem Jahr länger als jemals zuvor auf der Baselworld zu Besuch, der weltweit immer noch größten und bedeutendsten Uhren- und Schmuckmesse. Mit dem heutigen Tag geht die Messe zu Ende und auch wir sind wieder zu Hause.

Wir waren gerne auf der diesjährigen Messe, haben eine überwiegend gute Stimmung vorgefunden, viele gute Gespräche geführt, und rund 3000 Fotos aufgenommen, die jetzt auf Sichtung und Bearbeitung warten.

Von den – im Vergleich zum Vorjahr – rund 600 fehlenden Aussteller haben wir kaum jemand wirklich vermisst. Es gab soviel Neues und Interessantes, dass es kein Nachteil war, wenn ein paar Aussteller weniger dabei waren. Diese versuchen ihr Glück jetzt wohl mit irgendwelchen Straßen-Ausstellungen (auf Neudeutsch: Roadshow). Uns erinnert das eher an den umherziehenden Hamburger Fischmarkt, aber nicht an die Präsentation hochwertiger Luxusartikel unter einem Dach, in gediegener Wohlfühlatmoshäre. Aber jeder muss selbst wissen, wie er sich präsentiert und die gebotene Aufmerksamkeit für seine Produkte generiert.

Dass die Messe Basel – oder sagen wir besser deren Organisation – dennoch beträchtliches Optimierungspotenzial besitzt, ist indess unstrittig.

Denn so gut die Stimmung auf der Produktseite war, so schlecht war sie, wenn das Gespräch auf die Organisation der Messe oder auch die damit verbundenen Kosten gelenkt wurde. Der Zufriedenheitsmonitor zeigte bei den Ausstellern dann deutlich nach unten. Die Messeleitung scheint im Besonderen weder auf die Wünsche ihrer Kunden einzugehen, noch bewegen sich die Kosten in einem verträglichen Rahmen. Selbst für Kleinigkeiten werden horrende Preise und Nachforderungen veranschlagt. Kundenorientierung scheint somit (noch) nicht zu den Stärken dieser Organisation zu zählen. Wen wundert es da, dass der ein oder andere bereits nach Genf zur SIHH abgewandert ist, oder sein Glück jetzt anderswo und anderswie (siehe oben) sucht.

Zuletzt hat bekanntlich auch Breitling damit gedroht, den auslaufenden Vertrag mit der Baselworld nicht zu verlängern. Neuesten Meldungen zur Folge scheint sich für 2019 nun doch eine Einigung anzubahnen.

Der Gang nach Genf wäre für Breitling ohnehin kaum eine Alternative. Die Kompatibilität der Marke mit der Richemont Gruppe ist gering bis nicht vorhanden, zumal der neue Breitling CEO, Georges Kern, den Konzern nicht unbedingt im besten Einvernehmen verlassen hat. Also müsste Kern, ähnlich wie es LVMH exerziert, auf einem Schiff anheuern, oder sich in einer sonstigen externen Location niederlassen.

Der entfachte Wettbewerb zwischen Genf und Basel ist aber ohnehin kontraproduktiv. Insbesondere kleinere Aussteller, welche der SIHH die Treue geschworen haben, kommen immer zahlreicher auch zur Baselworld. Ob so exklusive Marken, wie Greubel Forsey, die zu Chopard gehörende Marke Ferdinand Berthoud, bis hin zu Moser & Cie, sie alle kommen zusätzlich auch nach Basel, nicht zwingend auf die Messe selbst, präsentieren ihre Produkte dann aber in umliegenden Hotels.

Und weshalb machen sie das? Nun, weil zwischen der SIHH und der Baselworld ganze 8 Wochen liegen und immer weniger Händler und auch Journalisten bereit sind, innerhalb einer solch kurzen Zeitspanne zweimal in die Schweiz zu reisen. Viel Zeit und viel Geld gehen damit einher, was von den Betroffenen immer weniger verstanden und toleriert wird. Und so geht eben der eine Besucher nach Genf und der andere nach Basel. Die Hersteller sind dann an beiden Orten präsent; Effizienz ist etwas anderes.

Vielleicht liegt es mit daran, dass es für die Baselworld 2019 bislang noch keinen Termin gibt. Vielleicht verhandeln beide Messen ja gerade darüber, die Termine nach vielen Jahren einmal wieder so zu legen, dass beide Veranstaltungen in unmittelbarer Abfolge stattfinden, wenn schon kein Weg gefunden werden kann, aus Zwei Eins zu machen; ein ganz klein wenig Optimismus darf schon sein, oder?

So etwas gab es in der Tat bislang noch nicht und stellt der Messeleitung nicht unbedingt das Zeugnis hoher Profession aus. Der Besucher fährt nach Hause und hat keinen Folgetermin im Notizbuch stehen. Die Planungen für 2019 liegen für Aussteller und Besucher somit bis auf Weiteres auf Eis. Steht die Messe wirklich auf so wackeligen Füßen, dass solch grundlegende Dinge nicht schon im Vorfeld hätten geklärt werden können?

Baselworld Quo Vadis?

Die wirklich gute Seite der Medaille waren jedoch, wie bereits zuvor erwähnt, die zahlreichen, wirklich spannenden Produkte und die insgesamt gute Stimmung. Das stimmt zuversichtlich, dass es auch 2019 wieder einen Termin geben wird. Wann auch immer dieser stattfinden mag.

Wir warten gespannt auf den Input von offizieller Seite. Unseren Output zu den vielen schönen Uhren gibt es demnächst auf unserer Plattform.

 

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Die Swatch Group hat 2017 in der Schweiz nahezu eine von zehn Uhren verkauft

Das Jahr 2017 brachte die Uhrenbranche zu einem dynamischen Wachstum zurück und sorgte gleichzeitig für einen guten Start in 2018. Das gilt auch für die Einstiegspreisklasse sowie die zukünftige Connected Watch im Portfolio der Swatch Group.

Die Ausdünnung in der Schweizer Uhrenindustrie geht weiter und die Swatch Group profitiert mehr davon als viele ihrer Wettbewerber. Dies ist im Wesentlichen die Botschaft, die von Nick Hayek, CEO der Swatch Group, anlässlich der Bilanzpressekonferenz 2017 am 14.03.2018 in der neuen Omega-Produktionsstätte in Biel ausgesendet wurde.

Ende Januar 2018 zeigen die Zahlen eine klare Rückkehr zu Wachstum bei Umsatz (+ 5,4% auf CHF 7.960 Mrd.) sowie einen Anstieg des Nettogewinns um 27,3% auf CHF 755 Millionen. Genug, um die Aktionäre zufriedenzustellen, deren Dividenden um mehr als 11% auf CHF 7.50 pro Inhaberaktie und CHF 1.50 pro Namenaktie steigen werden.

Diese positiven Ergebnisse sind auf die im zweiten Halbjahr 2017 deutlich verbesserte Geschäftsentwicklung des Segments Uhren & Schmuck (+ 12,2%) und noch mehr auf den Anstieg im 4. Quartal zurückzuführen

Wird es bis Ende 2018 eine Connected Watch von der Swatch Group geben?

Nick Hayek sprach unter anderem auch über die zukünftige intelligente Uhr der Swatch Group, die die Marke Tissot voraussichtlich Ende 2018 oder Anfang 2019 auf den Markt bringen wird.

„Wir haben immer an die Möglichkeit geglaubt, dass die Connected Watch auch für die Swatch Group ein Thema ist. Aber wir dürfen nicht alles durcheinanderbringen: Viele der aktuell auf dem Markrt befindlichen Connected Watches sind keine Uhren, in dem Sinne, was wir in der Schweiz unter einer Uhr verstehen, sondern sie gehören eigentlich in das Feld der Unterhaltungselektronik. Aber wir besitzen auch auf diesem Gebiet genügend Kompetenz, und viele Elektronikgiganten gehören zu unseren Kunden oder möchten einer von ihnen werden.“

Die Smartwatch, welche Tissot auf den Markt bringen wird, soll zu einem Preis zwischen 400 und 1000 Franken angeboten werden; das passt perfekt in das Produktportfolio der Marke. Zu den Schwächen der aktuellen Connected Watches, die die Swatch Group mit ihrer speziellen Lösung zu überwinden gedenkt, sind die völlige Kontrolle über die Daten in der Schweiz sowie eine größtmögliche Autonomie.

Zur Überwindung der erste Hürde und um zu garantieren, dass die Daten nicht in fremde Hände gelangen oder gar von Geheimdiensten ausspioniert werden, entschied sich die Swatch Group, ein eigenes unabhängiges Betriebssystem zu entwickeln, das federführend am CSEM in Neuchâtel entstand. „Wir werden den Vorteil haben, die völlige Kontrolle über diese Daten zu behalten“, betont der CEO.

Was die Autonomie der zukünftigen verbundenen Uhr von Tissot betrifft, verspricht Nick Hayek, dass die ganze Gruppe an dem Thema arbeitet. Mit der Firma Renata ist die Swatch Group bereits an der Spitze der Entwicklung von Batterien der nächsten Generation, aber weitere Fortschritte werden erwartet. „Wir verbessern unsere Batterien ständig und solange wir die technischen Möglichkeiten immer weiter ausschöpfen können, tun wir das natürlich.“

In diesem Zusammenhang deutete Nick Hayek auch an, dass die Europäische Gemeinschaft daran interessiert sei, neue Produktionsstätten auf dem Gebiet der Batterietechnologie mit Subventionen zu unterstützen. „Wir antworteten darauf, dass die Swatch Group diese Aktivität jedoch in der Schweiz weiter ausbauen wird“, so Hayek weiter.

Welche Zukunft hat das Einstiegsniveau?

Für den Patron der Bieler Gruppe hat die Schweizer Uhrenindustrie den Kampf um die Einstiegsuhr noch nicht verloren. Nick Hayek kündigt sogar zu Jahresbeginn Zuwächse im Segment unter CHF 500.- an.

„Bis auf die Swatch Group hat kein anderer Schweizer Uhrmacher in diesem Segment investiert. Wahrscheinlich, weil die Margen niedriger sind, erfordert es ein leistungsfähige industrielle Herangehensweise und beträchtliche Stückzahlen.

Aber die Nachfrage ist da, versichert der CEO, es sind die Einzelhändler, die manchmal aufgegeben haben, zumal der starke Schweizer Franken die Margen hat weiter schrumpfen lassen. „Aber in unserem eigenen Vertriebsnetz sehen wir einen realen Fortschritt, sogar in den Vereinigten Staaten. Und jetzt, da die Wechselkurse wieder günstiger sind, verbessern sich auch die Margen. Und dort wo andere bereits aufgegeben haben, sind wir eingesprungen und fahren nun die Ernte ein.“

Gemäss der Analyse der Swatch Group bleibt Europa mit 39,9% des Umsatzes der führende Markt. Die Schweiz allein macht 9,4% des Umsatzes aus, das ist fast ein Zehntel der in der Schweiz verkauften Uhren.

China Mainland ist der zweitgrößte Markt (35,1%), vor dem Rest von Asien und dem Nahen Osten (24,2%), Amerika (8,5%), Ozeanien (1%) und Afrika (0,7%). Im Vergleich zur gesamten Schweizer Uhrenindustrie bleibt die Swatch Group in Asien sehr exponiert, auf dem amerikanischen Kontinent jedoch vergleichsweise schwach.

Quelle: AGEFI.com  /  Übersetzung aus dem Französischen durch das Deutsche Uhrenportal

 

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Der 88. Genfer Automobilsalon im Zeichen des Wandels

Der Genfer Automobilsalon ist soeben zu Ende gegangen. Und der Besuch hat sich auch in diesem Jahr wieder gelohnt. Viel Neues, neben Altbewährtem. In Zeiten des Wandels eine durchaus gesunde Mischung. Das erhöht den Spannungsbogen und zeigt, von wo bis wo die Gedankenspiele aktuell gehen. Aber es sind eben nicht nur Gedankenspiele, sondern vor allem bereits realisierten Projekte und Produkte, die letztlich die Faszination ausmachen.

 

Beispiel: Supersportwagen Rimac C-Two aus Kroatien / vollelektrisch, 1.912 PS, 412 km/h, 2.300 Nm

 

Es darf aber auch Retro sein: Der Ur-Mini als Neuauflage von David Brown

 

Es gab tolle Autos und viel Prominenz zu sehen: Tolles Design, tolle Technik und vor allem klare Statements in einer Zeit der Verunsicherung und der z.T. hysterisch und unsachlich geführten Anti-Diesel-Kampagnen. Aber es gab auch klare Aussagen zur Autowelt von Morgen, den künftig zu pflegenden Absatzkanälen und einem völlig veränderten Kauf- und Kundenverhalten bis hin zum Autonomen Fahren, selbst fliegende Autos waren ein Thema.

 

Peter Schreyer (mi), Design-Chef von Hyundai Motor Cooperation

 

Und es waren auch wieder viele Uhren zu sehen. Eindeutig mehr Apple-Watches an den Handgelenken von Managern und Fachjournalisten auf den Pressekonferenzen als noch im Vorjahr. Aber auch hochwertige Mechanik ist nach wie vor En Vogue und ziehrte wieder so manches Handgelenk. Auch die Kooperationen zwischen Automobil- und Uhrenherstellern haben nichts von ihrem Reiz verloren.

 

Die Apple-Watch ist an Handgelenken immer häufiger anzutreffen

 

Daneben gab es noch zwei Highlights: TAG Heuer, dieses Jahr zum dritten Mal mit einer eigenen Ausstellung auf dem Automobilsalon vertreten und auch Chopard lud zu einer eigenen Pressekonferenz gemeinsam mit den Veranstaltern der Mille Miglia ein.

 

Jacky Ickx bei der Enthüllung der neuen Chopard Mille Miglia 2018 Race Edition

 

Neben über 10.000 Journalisten aus aller Welt konnte die Messeleitung rund 660.000 Besucher (-4,5% gegenüber dem Vorjahr) registrieren. Von solch einer Frequenz und Reichweite können andere Messen nur träumen.

 

Sonderausstellung von TAG Heuer auf 1000 m2 Ausstellungsfläche

 

Der leichte Rückgang sollte denn auch nicht überbewertet werden, wenngleich auch der Genfer Automobilsalon, wie viele andere Messen auch, die vielfältigen Veränderungen zu spüren bekommt.

 

Blick in die Messehalle 5

 

Die Verleihung des renommierten Titels „Car of the Year“ findet seit einigen Jahren am Vorabend der Eröffnung des Automobilsalons statt. Wir waren in diesem Jahr wieder dabei und erneut sehr beeindruckt von Vorgehensweise, Qualität und vor allem Transparenz der Auszeichnung. An dieser Stelle hat die Uhrenfakultät noch erhebliches Lernpotenzial.

 

Preisverleihung „Car of the Year“

 

Jeder kann exakt nachvollziehen, warum und weshalb die einzelnen Teilnehmer so und nicht anders beurteilt wurden. In diesem Jahr erhielt der neue Volvo XC40, mit deutlichem Abstand vor dem Zweitplatzierten, dem neuen Seat Ibiza, die begehrte Auszeichnung. Die Einzelergebnisse lassen sich auf der Webseite von  „Car of the Year“ einsehen.

 

Preisübergabe durch Frank Janssen (li) an den Volvo-Chef, Hakan Samuelsson (re)

 

Car of the Year 2018: Der neue Volvo XC40

 

Volvo XC40

 

Das Interieur des neuen Volvo XC40: Modernes Design, digitale Instrumente und hochwertige Materialien beherrschen das Bild

 

Ein Thema, welches jetzt doch sichtbar an Fahrt aufnimmt, ist die Elektromobilität. Reichweiten von 400km und mehr scheinen nicht mehr nur das Privileg von Tesla zu sein. Der ein oder andere hat rasch dazugelernt.

 

Der überarbeitete und alltagstaugliche Renault ZOE mit 400km Reichweite

 

Bis hin zur Formel-E, in der nun auch Jaguar ein gewichtiges Wörtchen mitredet.

 

 

Kein geringerer als der Brasilianer Nelson Piquet jr. fährt in der Saison 2018 für die Briten.

Dazu passt natürlich der von Jaguar auf dem Automobilsalon erstmals vorgestellte neue Elektrik-SUV I-Pace. Dieser von der britischen Nobelmarke zusammen mit Magna Steyr in Graz entwickelte und gebaute weltweit erste Vollelektro-SUV weist eine Reichweite von 480 km Reichweite auf. Und extrem schick ist das Auto obendrein auch noch.

 

Der neue vollektrische Jaguar I-Pace

 

Heckansicht des Jaguar I-Pace

 

Dagegen haben die deutschen Anbieter Audi/VW oder BMW und Mercedes nur einfache Hausmannkost anzubieten und rutschen damit in die Bezirksliga ab.

 

Auf der Pressekonferenz von Hyundai

 

Als einer der wenigen Fullsortimenter präsentierte sich der koreanische Senkrechtstarter Hyundai. Neben den konventionellen Antrieben Benzin und Diesel werden die Elektroantriebe in unterschiedlicher Ausprägung als Mildhybrid, Hybrid, Plug-In und vollelektrischem Antriebsstrang angeboten. Zusätzlich, und da kann derzeit nur Toyota mithalten, wurde mit dem neuen Hyundai Nexo auch ein voll alltagstaugliches, mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug vorgestellt.

 

Hyundai zündet bis 2025 ein Feuerwerk an Neuheiten im Bereich alternativer Antriebe. Von Hybrid über Vollelektro bis hin zu Wasserstoff

 

Der neue Hyundai Nexo bedient sich einer Brennstoffzelle, um aus dem Energieträger Wasserstoff die für die Fortbewegung erforderliche Elektrizität zu gewinnen. Abgase entstehen keine. Bei der Oxidation von Wasserstoff in der Brennstoffzelle ensteht lediglich Wasser. Die Reichweite wird mit knapp 500 Kilomtern beziffert. Die Strecke München – Mailand kann so ohne Tankstopp zurückgelegt werden. Das Befüllen der beiden, im Unterboden – unterhalb der Rücksitze – angeordneten Tanks soll in weniger als 5 Minuten erledigt sein.

 

Ein Schnittmodell des neuen Hyundai Nexo mit Brennstoffzelle für die Erzeugung von Elektrizität aus dem Energieträger Wasserstoff

 

Auch hier haben die deutschen Hersteller das Nachsehen. Zwar arbeitet Mercedes-Benz seit vielen Jahren ebenfalls an dieser Technologie, aber serienreif und damit alltags- und kundentauglich sind die Fahrzeuge bislang nicht.

Ein Thema, bei dem Mercedes-Benz jedoch gehörig Dampf macht, ist eine völlig neue Art der Kundenorientierung. Ganz nach dem Motto: Wir haben verstanden, unsere frühere Arroganz abgelegt und begegnen dem Kunden jetzt auf Augenhöhe und lesen ihm seine Wünsche sogar vom Gesicht ab. Das gilt auch für jegliche Form des Erwerbs von Fahrzeugen, oder sagen wir besser Mobilität.

 

Pressekonferenz bei Mercedes-Benz. Wichtige Botschaft: Eine völlig neue Form der Kundenorientierung.

 

Möchte der Kunde ein Auto beim Händler kaufen? Bitte sehr. Möchte der Kunde sein Auto online bestellen und beim Händler abholen? Bitte sehr. Möchte der Kunde gar kein Auto kaufen, sondern nur Mobilität und Fahrspaß auf Zeit erwerben? Bitte sehr. Mercedes-Benz geht davon aus, dass der Erwerb von Fahrzeugen in Zukunft zu 25% online erfolgt und diesen Trend will der Automobilhersteller sogar forcieren und damit aktiv mitgestalten.

Aber auch andere Formen der Mobilität will der Autokonzern voranbringen. Kunden, die jeden Monat ein anderes Fahrzeug fahren möchten, können das tun und den jeweiligen fahrbaren Untersatz ganz nach Belieben gegen einen anderen eintauschen. Bei diesem Geschäftsmodell steht nicht mehr der Besitz im Vordergrund, sondern das Erlebnis!

 

Das Mobilitätskonzept „Snap“ von Rinspeed

 

Aber auch alle möglichen Formen der alternativen Fortbewegung nehmen weiter an Fahrt auf. Ganz weit vorne spielt natürlich das Thema Autonomes Fahren. Zahlreiche Hersteller stellen hierzu ihre Lösungsansätze vor. Der Schweizer Thinktank Rinspeed geht dabei so weit, die Fahrgastzelle vom Antriebsstrang zu trennen, sodass die Unterflurkonstruktion je nach Bedarf mit einer Fahrgastzelle zum Transport von Fahrgästen oder aber – je nach Bedarf – auch mit einer Zelle für den Transport von Gütern kombiniert werden kann. Der Wechsel der unterschiedlichen Aufsätze erfolgt innerhalb weniger Minuten. Damit einher gehen natürlich auch alle denkbaren Formen von Hardware-Updates.

Einen noch gewagteren Gedankensprung vollzieht die Audi Tochter Italdesign in Kooperation mit Airbus. Die automobile Fahrzeugkabine wird durch das Andocken an eine Drohne plötzlich zum fliegenden Objekt. Science Fiction, Ja oder Nein ist hier die Frage.

 

Mobilitätsstudie von Italdesign gemeinsam mit Airbus

 

Und was hat all dies mit Uhren zu tun? Eine ganze Menge! Wo Autos sind, sind zumeist auch Uhren. Wo teure Autos sind, finden sich fast immer auch Kunden, die bereit sind, für eine Uhr etwas mehr Geld auszugeben. Und, wo die Automobilhersteller Innovationen vorantreiben, sind die Uhrenhersteller durchaus gut beraten, dieser Fakultät über die Schulter zu sehen und die für sie richtigen Schlüsse zu ziehen

Neben den neuartigen Antriebstechnologien, weg vom Verbrennungsmotor, hin zum elektrifizierten Antrieb hieße das übertragen auf die Uhr: Weg vom mechanischen Uhrwerk hin zum elektronischen und smarten Innenleben. Aber auch dem Kunden mal einen Ausblick in die Zukunft gewähren.

 

Modular aufgebaute Rennsportuhr von der schwedischen Firma Halda. Das analoge, mit mechanischem Werk ausgestattete Anzeigemodul lässt sich – je nach Bedarf – mit einem Handgriff gegen ein volldigitales, elektronisches Modul austauschen

 

Die Halda Race Pilot in analoger Version

 

Im Mechanikmodul verwendet Halda das edle Automatikkaliber 685 von Zenith

 

Und betrachtet man die Veränderungen bei den Anzeigeinstrumenten, so weichen die mechanischen Zeigerinstrumente immer mehr großflächigen Displays, mit ganz vielfältigen Anzeige- und Konfigurationsmöglichkeiten. Die Apple Watch lässt grüßen. Statt Zifferblatt mit mechanischem Zeiger nun das hochauflösende, frei konfigurierbare Display.

 

Volldigitales Cockpit im neuen Peugeot 508

 

Für die echten Freaks gibt es aber natürlich immer noch die Hochleistungsverbrennungsmotoren mit konventionellen Anzeigeinstrumenten im Interieur, eben ganz der Klassiker. Die ganz großen Stückzahlen werden das in Zukunft wohl nicht mehr sein. Was heißt das für die Uhren? Die Antwort kennen wir. Sie wird ähnlich ausfallen. Freaks wird es immer geben. Nur, sie werden in ihrer Zahl weiter abnehmen.

 

Der Rennstall „Rebellion Racing“ macht sich nicht nur im Rennsport einen Namen, sondern auch mit seinen außergewöhnlichen Uhren: Synthese geglückt!

 

Rebellion kümmert sich eben nicht nur um Erfolge auf der Rennstrecke, sondern auch am Handgelenk.

 

Die Rebellion T-1000 mit 40 Tagen (=1000 Stunden) Gangreserve

 

 

Rebellion Predator 2.0, Regulator Tourbillon

 

Rebellion Predator Three Hands & Date Automatic

 

Welchen Schluss ziehen wir aus den gewonnen Eindrücken? Die Revolution in der Antriebstechnik – nicht nur im Automobilbau – hat soeben begonnen. Die Auswahl für den Kunden ist größer und besser denn je.

 

Der Autor:
Herr Dipl.-Ing. (FH) Patrick Weigert ist als freier Journalist und Geschäftsführer einer Unternehmensberatungsgesellschaft u.a. für die Automobil- und Luxusgüterindustrie tätig und beobachtet und analysiert als Mitbegründer und Gesellschafter beim Deutschen Uhrenportal die Entwicklungen und Trends auf dem Sektor für hochwertige Uhren und neue Technologien.

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Aston Martin und TAG Heuer als gemeinsame Red-Bull Formel 1 Sponsoren

Aston Martin und Red Bull vertiefen die Zusammenarbeit. Als weiterer Partner kommt TAG Heuer hinzu.

Der britische Sportwagenhersteller Aston Martin wird mit Beginn der Rennsaison 2018 als Titelsponsor des Formel-1-Teams aus Milton Keynes auftreten. Aston Martin ist mit seinem Schriftzug auf den Fahrzeugen von Max Verstappen und Daniel Ricciardo zu sehen. Beide Unternehmen entwickelten gemeinsam den Supersportwagen Aston Martin Valkyrie.

 

Aston Martin Valkyrie auf dem Genfer Automobilsalon 2018

 

„Nachdem wir 2016 gemeinsam den Aston Martin Valkyrie erfolgreich entwickelt und gebaut haben, wurde die Zusammenarbeit verstärkt. Wir freuen uns, dass wir die Verbindung noch enger knüpfen und ab 2018 als Aston Martin Red Bull Racing antreten werden“, sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

 

Christian Horner, Teamchef Red-Bull Racing

 

„Dieses Titelsponsoring ist der nächste logische Schritt in unserer innovativen Partnerschaft mit Red Bull“, kommentiert Andy Palmer, CEO von Aston Martin. „Wir genießen die globale Aufmerksamkeit einer wiedererstarkten Formel 1. Auch die Diskussionen über die künftigen Antriebe sind für Aston Martin von Interesse“, führt Palmer weiter aus.

 

Andy Palmer, CEO Aston Martin

 

Diese Chance nutzt TAG Heuer. Der erfolgreiche Red-Bull Formel 1 Sponsor aus La Chaux de-Fonds spannt sich nun zusätzlich mit Aston Martin zusammen – und zwar über die Formel 1 hinaus. TAG Heuer ist fortan nicht nur Partner für die Rennsportdivision von Aston Martin, sondern für die Marke Aston Martin generell.

 

Red-Bull Formel 1

 

Jean-Claude Biver, CEO von TAG Heuer

Jack Heuer

 

Dazu wurden von TAG Heuer neue Sondermodelle entworfen und den geladenen Gästen präsentiert.

Diese neue Verbindung wurde auf dem Genfer Automobilsalon im Rahmen einer Pressekonferenz bekanntgegeben, bei der auch Seine Durchlaucht Fürst Albert II von Monaco und Ehefrau Charlène anwesend waren.

 

S.D. Fürst Albert II von Monaco mit Ehefrau Charlène

 

Dies war schließlich auch der Anlass, da TAG Heuer die Partnerschaft mit der Gulf Oil Motorsport erneuert hat. 50 Jahre nach dem Erfolg der Gulf Racing mit den blauen und orangefarbenen Streifen wurde auf dem Genfer Automobilsalon 2018 eine neue TAG Heuer Monaco Gulf Special Edition präsentiert.

 

TAG Heuer Monaco Gulf Special Edition

 

TAG Heuer Aston Martin Carrera, Calibre Heuer 01

 

 

Über TAG Heuer

Der Name TAG Heuer steht seit 1860 für die Avantgarde der Schweizer Uhrmacherkunst. Dabei definiert die traditionsreiche Manufaktur konsequent die Grenzen des Möglichen neu und bricht mit althergebrachten Regeln. So überwindet die Stärke des menschlichen Geistes immer wieder technologische Hürden und lässt faszinierende Uhren und Chronographen entstehen. Dauerhafte Partnerschaften mit Motorsport-Teams und charismatischen Botschaftern bieten die Basis, um Zeit mit beispielloser Präzision zu beherrschen, statt einfach nur den Konventionen des Handwerks zu folgen. Der fest in der DNA von TAG Heuer verankerte Rennsport sowie die Ausnahmeathleten des Dream-Teams der Marke reflektieren dabei perfekt ihre Kernwerte: mentale Stärke, Mut und Zielstrebigkeit. DONʼT CRACK UNDER PRESSURE. Das ist kein Slogan, sondern ein Bekenntnis.

 

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