Die Entwicklung von Wearables in der Prognose bis 2020

Nach den aktuellen Auswertungen der International Data Corporation (IDC) wurden im zweiten Quartal 2016 insgesamt 22,5 Millionen Wearables verkauft. Der Gesamtmarkt wuchs gegenüber dem Vorjahr damit um 26,1%. Bis zum Jahr 2020 kann mit einer jährlichen Steigerung von rund 23% gerechnet werden.

„Das Thema Fitness ist aktuell die tragende Säule bei den Wearables und hier hängen die Früchte nicht allzu hoch am Baum“, führte Jitesh Ubrani, Senior Research Analyst bei IDC Mobile Device Trackers, aus. „Allerdings entwickelt sich der Markt gerade weiter und wir können feststellen, dass die Verbraucher durchaus auch an neuen Funktionen, wie Kommunikation oder mobilen Zahlungen Interesse zeigen“.

Während der Gesamtmarkt für Wearables in Q2/2016 wuchs, haben sich die zwei bestimmenden Kategorien,

  • einfache Wearables und
  • komplexe Smartwatches

jedoch recht unterschiedlich entwickelt.

Betrachten wir zunächst die einfachen Basisgeräte, die keine Anwendungen von Drittanbietern (Apps) unterstützen – also zumeist die kostengünstigeren Fitnesstracker – so stellen wir hier ein fulminantes Wachstum von 49% gegenüber dem Vorjahreszeitraum fest.

Sehen wir uns hingegen jene Wearables etwas genauer an, die mit komplexen Betriebssystemen ausgestattet sind und Anwendungen von Drittanbietern unterstützen – also die sog. Smartwatches – so sank deren Absatz um immerhin 27%. der Hauptverlustbringer war überraschenderweise Apple mit der Apple Watch.

Der Grund hierfür ist rasch ausgemacht. Die aktuellen Fitnesstracker sind bereits mit einer Vielzahl nützlicher Funktionen ausgestattet und aufgrund des in diesem Segment herrschenden Wettbewerbs zu vergleichsweise günstigen Konditionen zu bekommen. Immerhin 83% aller ausgelieferten Wearables sind dieser Kategorie zuzuordnen.

Ein erhöhtes Risiko stellen in diesem Marktumfeld mittlerweile jedoch die große Zahl von Nachahmern und Neueinsteigern dar, die sich ebenfalls ein Stück vom Kuchen abschneiden möchten. Der Markt läuft Gefahr, dass das Angebot die Nachfrage übersteigt.

Dagegen leiden Smartwatches latent darunter, ihren Platz im Markt noch nicht gefunden zu haben. Von den Herstellern und Anbietern muss dazu noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden. Dem Kunden muss noch viel stärker als bisher der mit dem Tragen einer Smartwatch verbundene Mehrwert vermittelt werden. Nur so kann der Kunde motiviert und die Kaufabsicht weiter gesteigert werden.

Eine der häufigsten Fragen lautet immer noch: „Was kann die Smartwatch, was mein Smartphone nicht auch bereits könnte?“ Die gute Nachricht dabei ist, dass die intelligenten Wearables sich noch in den Kinderschuhen befinden und die Anbieter und Hersteller noch reichlich Potenzial sehen, die anspruchsvollen Produkte weiterzuentwickeln. Das bedeutet aber auch, dass es noch ein weiter Weg sein wird, die einfachen Wearables zu komplexeren und damit immer smarteren Wearables hin zu entwickeln. Umgekehrt betrachtet werden die Übergänge zwischen beiden Kategorien fließender werden und der Mehrwert stellt sich mit der größer werdenden Unabhängigkeit vom Smartphone und neuen sinnvollen Funktionen ganz von alleine ein.

 

Die TOP 5 Hersteller von Wearables (einfache Wearables und Smartwatches), ausgeliefertes Volumen (in Mio.), Marktanteil und Veränderung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in %
Hersteller Q2 2015 Ausgelieferte Einheiten
(Mio.)
Q2 2015 Marktanteil Q2 2016 Ausgelieferte Einheiten
(Mio.)
Q2 2016 Marktanteil Veränderung zum Vorjahr
1. Fitbit 4.4 24.9% 5.7 25.4% 28.7%
2. Xiaomi 3.1 17.2% 3.1 14.0% 2.5%
3. Apple 13.6 20.3% 1.6 7.0% -56.7%
4. Garmin 0.8 4.2% 1.6 6.9% 106.7%
5. Lifesense 0.0 0.0% 1.0 4.6% N/A
Andere 5.9 33.3% 9.5 42.1% 59.3%
Gesamt 17.8
100.0% 22.5
100.0% 26.1%
Quelle: IDC Worldwide Quarterly Wearable Device Tracker, 06. September 2016

 

Sehen wir uns die wichtigsten Hersteller im Detail an:

 

Fitbit
Die Dominanz von Fitbit bei den einfacheren Wearables bleibt unangefochten. Der Name ist jetzt Programm und ein Synonym für Fitness Bänder. Die aktuellen Modelle „Charge 2“ und „Flex 2“ tragen entscheidend zum starken Wachstum bei. Die von Fitbit jüngst vorgenommene Akquistition im Bereich des mobilen Zahlungsverkehrs soll über neue Geschäftsfelder den langfristigen Erfolg absichern.

 

XiaoMi
Die Mi Fitness Bänder des Herstellers XiaoMi erfreuen sich in China nach wie vor größter Beliebtheit. Der Hersteller hat es verstanden, sich in diesem Technologiebereich mit anspruchsvoller Technik und gleichzeitig enorm günstigen Preisen zu positionieren und fokussiert sich damit ganz klar auf den preisbewussten, smarten Verbraucher. Der Preis für das jüngst eingeführte Mi-Band 2 liegt incl. Herzfrequenz-Tracking in China noch unter US$20. Die große Herausforderung für XiaoMi wird jedoch sein, sich international, über die Grenzen Chinas hinaus, zu positionieren.

 

Apple
Apple ist einer der wenigen Anbieter von Wearables, der einen heftigen Rückgang im Absatz für sein Produkt, die Apple Watch, hat hinnehmen müssen. Der Markt hatte längst ein Nachfolgemodell erwartet, aber Apple lieferte nicht und verzögerte die Vorstellung des neuen Modells. Die Kunden quittierten dieses Zögern mit zunehmender Kaufzurückhaltung. Ob sich die Sitaution mit der Apple Watch 2 wieder entspannt, bleibt abzuwarten.

 

Garmin
Garmins zunehmende vertikale Integration und stete Erweiterung seines ConnectIQ App Store haben dazu beigetragen, die Marktpräsenz zwar langsam aber stetig auszubauen und das Interesse bei den Verbrauchern weiter zu steigern. Während sich das Unternehmen mit seinen Produkten zwar weiterhin auf Freizeitsportler und Athleten fokussiert, helfen die neuesten Modelle, wie z.B. die Garmin Fenix Chronos, das Angebot und den Kreis der anspruchsvollen Kunden nach oben zu erweitern.

 

Lifesense
Zum ersten Mal findet sich der Hersteller Lifesense unter den Top 5, was sich im wesentlichen auf den guten Absatz des Low-Cost Fitnesstrackers „Mambo“ in China zurückführen lässt. Darüber hinaus lässt sich das Produkt mit WeChat nutzen, einem in China äußerst beliebten Messaging-Dienst. Auf diese Weise können Daten mit anderen geteilt werden, ohne sich bei einer herstellerspezifischen Anwendung registrieren zu müssen.

 

In der grafischen Darstellung wird der stete und damit bislang auch nachhaltige Aufstieg der Wearables in ihrer Gesamtheit deutlich.

 

wearables_q1_2015-q2_2016

 

Nach der von IDC erstellten Prognose bis 2020 können wir davon ausgehen, dass sich die gegenwärtige Entwicklung forsetzen und das Marktvolumen der Wearables jährlich eine Steigerung von durchschnittlich 23% erfahren wird.

 

Prognose zum weltweiten Handel mit Wearables, aufgeteilt nach Produktkategorien (einfache Wearables und Smartwatches)
Produkt-
Kategorie

2016
Ausgelieferte Einheiten (in Mio.)

2016 Marktanteil

2020
Ausgelieferte Einheiten (in Mio.)

2020 Marktanteil

Durch-schnittlicher jährlicher Zuwachs

Einfache
Wearables

80.7

78.9%

147.8

65.9%

20.2%

Smartwatches

21.5

21.1%

76.6

34.1%

30.6%

Gesamt

102.2

100.0%

224.4

100.0%

23.2%

Quelle: IDC Worldwide Quarterly Wearable Device Tracker, 15. September 2016

 

Dabei erfahren die Smartwatches einen prozentual gesehen deutlich stärkeren Zuwachs. Hier wird gar von einer Verdreifachung des Handelsvolumens ausgegangen, wohingegen die einfachen Wearables, absolut gesehen, zwar weiterhin beachtliche Zuwächse erfahren, ihr Marktanteil aber zugunsten der Smartwatches leicht rückläufig sein wird. So wird sich im Jahr 2020 das vorausberechnete Gesamtvolumen von rund 225 Mio. Einheiten zu einem Drittel auf Smartwatches und zu rund zwei Dritteln auf einfache Wearables aufteilen.

 

wearables-markt_2015-2020

 

In der grafischen Aufbereitung wird der prognostizierte Anstieg deutlich sichtbar. Zusätzlich wurde in dieser Darstellung auch die neue Kategorie der „Sonstigen Wearables“ aufgenommen, worunter z.B. Brillen, Schuhe und sonstige Kleidungsstücke zu verstehen sind, die mit intelligenter Sensorik ausgestattet sind. Auch in diesem Bereich wird mit einer deutlichen Zunahme gerechnet.

Die gesamte Entwicklung, davon kann ausgegangen werden, wird zumindest zu einem Teil das tradionelle Geschäft mit Uhren substituieren, bzw. weiteres Wachstum in diesem Sektor verhindern.

Sehen wir uns Last not Least noch die Entwicklung und Bedeutung der heute anzutreffenden Betriebssysteme bzw. Geräteplattformen bei den Smartwatches an, so ergibt sich folgendes Bild:

 

Top 5 der heute etablierten Plattformen für Smartwatches und die voraussichtliche Entwicklung ihrer Marktanteile
Betriebssystem

2016 Marktanteil

2020 Marktanteil

Durchschnittlicher jährlicher Zuwachs bezogen auf das absolute Volumen

Apple watchOS

52.3%

43.8%

15.5%

Android/Android Wear

22.9%

41.8%

44.4%

Samsung (Tizen)

12.7%

6.9%

9.4%

Real Time Operating System

10.2%

6.2%

35.7%

Andere

1.8%

1.2%

-7.1%

Gesamt

100.0%

100.0%

23.0%

Quelle: IDC Worldwide Quarterly Wearable Device Tracker, 15. September, 2016

 

Apple
Demnach wird Apple über die Apple Watch 2 und Preissenkungen bei der Apple Watch 1 zwar absolut an Volumen zulegen, jedoch Marktanteile an Android/Android Wear abgeben müssen.

 

Google/Android, Android Wear
Google´s Android bzw. Android Wear Plattform wird die mit Abstand höchsten Zuwächse verzeichnen. Die Vielfalt an Herstellern und Entwicklungspartnern ist hier am größten. Dies wird für ein breites Angebot einerseits und eine hohe Entwicklungsgeschwindigkeit andererseits sorgen.

 

Samsung
Auch Samsung wird mit seinem proprietären System TIZEN zwar absolut gesehen an Fahrt aufnehmen. Hinsichtlich der Marktanteile aber ebenfalls verlieren und zusehen müssen, einen weit hinter den Top-Favoriten Apple und Android liegenden dritten Platz verteidigen zu müssen.

 

Real Time Operating System (RTOS)
In ähnlicher Größenordnung bewegen sich nämlich auch die diversen Real Time Operating Systeme (RTOS) wie sie z.B. von Garmin eingesetzt werden und mittlerweile ebenfalls über einen beachtlichen App-Store mit Applikationen von Drittanbietern verfügen.

 

Sonstige
Noch schwieriger wird die Gemengelage für Anbieter wie Pebble, die einen Sonderweg gehen, aber über eine bislang treue Fan-Gemeinde verfügen. Ob eine solche Position langfristig zu halten sein wird, ist derzeit schwer auszumachen.

 

 

Der Autor:
Herr Dipl.-Ing. (FH) Patrick Weigert ist als Geschäftsführer einer Unternehmensberatungsgesellschaft u.a. für die Automobil- und Luxusgüterindustrie tätig und beobachtet und analysiert als Mitbegründer und Gesellschafter beim Deutschen Uhrenportal die Entwicklungen und Trends auf dem Sektor für hochwertige Uhren und neue Technologien.

 

Links und Quellenangabe:

 

 

 

August 2016: Der Rückgang bei den Schweizer Uhrenexporten schwächt sich ab

Die Situation im August 2016

Der am 20.09.2016 veröffentlichte Bericht des Verbandes der Schweizer Uhrenindustrie (La Fédération de l’Horlogérie Suisse ) für den Monat August 2016 zeigt in Summe einen sich abschwächenden Rückgang gegenüber dem gleichen Vormonat im Vorjahreszeitraum. Ob dies die lange erwartete Trendumkehr einläutet, lässt sich noch nicht mit letzter Sicherheit sagen und bedarf der weiteren Beobachtung, auch in Hinblick auf das traditionell im September beginnende Vorweihnachtsgeschäft mit zahlreichen neuen Modellen.

In Zahlen ausgedrückt heißt dies, dass der Export von Schweizer Uhren im August 2016, verglichen mit dem Vorjahresmonat, um -8,5% von 1,49 Mrd. CHF auf 1,35 Mrd. CHF zurückging. Der Abwärtstrend schwächt sich damit gegenüber dem Vormonat Juli zwar deutlich ab, gibt aber nach wie vor ein höchst unbefriedigendes Bild ab.

Die einzelnen Märkte verhalten sich, wie bereits in den Vormonaten, in hohem Maße unsymmetrisch und kaum vorhersehbar. Weiteren dramatischen Einbußen in Hongkong (-28,7%) steht eine spürbare Erholung in China (+29%) gegenüber. Kontraproduktiv verhalten sich nach wie vor die Märkte in USA (-12,4%), Deutschland (-17,7%) und Japan (-27,1%). Unerwartet erfreuliche Zuwächsen sind hingegen – trotz oder gar wegen dem Brexit – im Vereinigten Königreich (+23,5%) auszumachen.

 

Die Entwicklung der wichtigsten Absatzmärkte

Die wichtigsten Länder mit den größten Handelsvolumina reihen sich wie folgt auf.

 

Länder Mill. CHF Veränderung in % Anteil in %
Hong Kong 160,7 -28,7% 11,90%
USA 147,4 -12,4% 10,90%
China 104,8 +29,1% 7,70%
Vereinigtes Königreich 95,2 +23,5% 7,00%
Deutschland 79,5 -14,7% 5,90%
Japan 76,7 -27,1% 5,70%
Summe der 6 Länder 664,3 -11,5% 49,00%

 

Die Entwicklung des Absatzes in einzelnen Preisgruppen:

Die Zahlen für August 2016 (alle Preise in CHF) sind insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass erneut teure Uhren aus Edelmetall zu den großen Verlieren zählen und die Umsätze abermals auf Talfahrt schicken. Stark betroffen davon sind Luxusmarken, wie beispielsweise Cartier, die besonders stark unter den Rückgängen zu leiden haben. Der Absatz von Uhren im mittleren Preissegment konnte sich hingegen weiter stabilisieren und zeigt im Vergleich zum Vorjahresmonat jetzt erstmals wieder eine deutliche Steigerung.

grafik_08-2016

Einen starken Rückgang hat auch nach wie vor noch die Einstiegspreisklasse zu verkraften. Hier sind es weniger die Umsätze als vielmehr die rückläufigen Stückzahlen, die zu einem Rückgang der Produktion und damit Überkapazitäten bei den Fertigungs- und Zulieferbetrieben führen.

 

Einschätzung

Einer vorsichtigen Hochrechnung zur Folge dürfte, subsummiert und auf Jahresniveau betrachtet, die magische Marke von 20 Mrd. CHF erstmals seit 2011 wieder unterschritten werden. Ganz wesentlich wird hierbei nun der Jahresendspurt, einschließlich des in einigen Märkten bedeutsamen Weihnachtsgeschäfts, das Ergebnis beeinflussen.

Stand 08/2016

 

Links:

 

IFA 2016: Der Trend zu den Wearables geht in die nächste Runde

Der Besuch der Internationalen Funkausstellung in Berlin war begleitet von zahlreichen Highlights.
Die traditionelle Messe am Fuße des Berliner Funkturms war auch 2016 wieder ein exzeptionelles „Stell-Dich-Ein“ der High-Tech Unternehmen aus der Elektronik- und IT-Branche.

 

 

 Im Vorfeld der Präsentation der neuen Apple Watch, die bei ihrer Markteinführung der ersten Generation ein mittelstarkes Beben in der Uhrenindustrie auslöste, waren wir natürlich gespannt zu sehen, was in Berlin zum Thema „Wearables“ im Allgemeinen und „Smartwatch“ im Besonderen präsentiert wird, und ob sich neue Trends abzeichnen bzw. bekannte Trends sich bestätigen.

 

 

Wir besuchten auf der IFA 2016 nicht nur die ganz großen Player auf dem Parkett, wie Samsung, LG oder Lenovo, nein, wir suchten und besuchten auch ganz bewusst eine Reihe kleinere Anbieter, wie Withings oder MyKronoz, auf, um zu sehen, wo die Reise hingeht. Bemerkenswert auch die Tatsache, dass die Fossil Group als Hersteller klassischer Uhren und Fashion-Artikel erstmals in Berlin Präsenz zeigte und viel Aufmerksamkeit auf sich lenkte.

 

Smart Home

Das erinnert und drängt den Vergleich mit der stetig wachsenden Präsenz von Hausgeräteherstellern in Berlin auf. Wie kommt das, fragt sich der etwas konservative Betrachter? Was hat ein Hausgerät oder eine Uhr auf einer High-Tech Messe zu suchen? Ganz einfach! Die Vernetzung macht´s. „Smart Home“ lautet einer der wichtigsten Arbeitstitel. Und so finden sich immer mehr Geräte, die mehr oder weniger stark untereinander vernetzt sind, dazu gehören zunehmend eben auch Hausgeräte, die von unterwegs über das Smartphone angesprochen und gesteuert werden können. Aber eben auch mehr und mehr die intelligenten Uhren. Auch dieser Trend ist nicht mehr aufzuhalten, selbst wenn es dem ein oder anderen nicht gefallen bzw. noch immer nicht bewusst sein sollte.

Bei rund 158.000 m² Ausstellungsfläche, mehr als 240.000 Besuchern und über 5.000 Journalisten aus aller Welt ist klar, wo der Hammer hängt und da stehen die Chancen gar nicht schlecht, die Aufmerksamkeit und vielleicht auch Begeisterung auf sich und seine Produkte zu lenken.

 


Im Bild: Der Berliner Funkturm, das Wahrzeichen der internationalen Funkausstellung

 

Mit einer Besucherzahl, die in deutlich weniger Messetagen um fast 100.000 Einheiten höher liegt als beispielsweise bei der Baselworld und einer um 13% höheren Zahl an Ausstellern als im Vorjahr sind Wachstumstrend und Dynamik in dieser Branche einmal mehr ungebrochen.

Zur Eröffnung sprach Dr. Karsten Ottenberg (Vorstandsvorsitzender Bosch-Siemens-Hausgeräte) bezeichnenderweise denn auch davon, dass das Internet der Dinge (IoT) die rasant fortschreitende Digitalisierung und die sich damit ergebenden Möglichkeiten unser Leben grundlegend verändern werden. Das große Thema auf der IFA war und ist die Vernetzung. Die größte Leistungsschau der Elektronik sollte so manchem die Augen öffnen.

 


Im Bild: Smarter Kühlschrank von Hersteller LG

 

Auch Dr. Dieter Zetsche, CEO von Mercedes-Benz, sprach in seiner KeyNote davon, dass die IFA in Berlin der ideale Treffpunkt für Menschen sei, die mit Begeisterung den neuesten Entwicklungen folgen.

Panasonic stellte in diesem Kontext gar ein in Kürze startendes Wohnraumprojekt mit dem Arbeitstitel „Future Living Berlin“ vor. Mit dem Know-how und den Produkten von Panasonic soll im Berliner Stadtteil Adlershof ein Leuchtturmprojekt im Bereich „Smart Home“ und „Connected Life“ errichtet werden.

 

 

 


Im Bild: Smart Home Projekt von LG

 

Welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen nun auf die klassische Uhrenbranche und ihre bislang treuen Kunden? Die Vernetzung macht auch vor dem Handgelenk nicht halt. Das Smartphone als mobiler und multifunktionaler Begleiter wird zwar stetig weiterentwickelt, aber die echte Revolution wird hier wohl eher nicht mehr zu erwarten sein. Eine gewisse Marktsättigung ist zu beobachten. Die Qualität der Geräte spielt auf hohem bis sehr hohem Niveau. Der Kampf um Marktanteile unter den vielen großen und kleineren Anbietern ist voll entfacht.

 

 

Bei den Wearables steckt die Entwicklung hingegen mehrheitlich noch in den Kinderschuhen. Jean-Claude Biver, CEO von TAG Heuer, sprach anlässlich der Vorstellung der TAG Heuer Connected auf der Baselworld im Frühjahr 2016 gar von der Steinzeit, in der sich diese Technologie aktuell noch befindet.

Entsprechend groß sind die Entwicklungsschritte, die hier Jahr für Jahr zu verzeichnen sind. Aber sehen wir uns die wichtigsten Messeneuheiten und Highlights zu diesem Themenkomplex etwas genauer an.

Überraschend für uns war dann doch, dass der ein oder andere nichts wirklich Neues dabei hatte bzw. Erwartungen, die im Vorfeld geschürt wurden, nicht in Erfüllung gingen. So beispielsweise bei Lenovo/Motorola.

 

Lenovo/Motorola

Eigentlich war die dritte Generation der Moto 360 erwartet worden. Aber es gab weder die dritte, noch die zweite Generation auf dem ansonsten so farbenfroh aufgemachten Stand zu sehen. Schon etwas seltsam in Anbetracht dessen, dass das Geschäft mit Smartwatches ja noch nicht ganz rund läuft und der „Smart Watch“ im Kontext von „Smart Home“ oder „Smart City“ eigentlich eine bedeutsame Rolle zugesprochen wird.

 

LG Electronics

 

 

Ähnlich bei LG. Auch hier war in Sachen Smartwatch offiziell nicht viel zu sehen. Jedoch hatte das Standpersonal die aktuelle LG Urban 2 3G am Handgelenk und wir konnten uns dadurch sehr wohl ein genaueres Bild machen.

 

 

Das Modell LG Urban 2 3G ist immer noch Up to Date und von ausgesprochen solider und hochwertiger Qualität.

 

 

Auf der Rückseite kann nach Abnehmen des Gehäusebodens mittels eines speziellen Werkzeugs sogar eine Nano-SIM-Karte eingesetzt werden, die die Urban 2 3G als eine der ersten ihrer Klasse weitgehend unabhängig vom Smartphone macht.

 

 

Der Schwerpunkt bei LG auf dieser Messe galt aber eindeutig den neuen hochauflösenden OLED-Displays für die Flachbildschirme mit außerordentlich brillanter Wiedergabe detailreicher Bilder.

 

 

Der von LG dazu eigens installierte fünf Meter hohe und 15 Meter lange OLED-Tunnel, bestehend aus 216 einzelnen 55-Zoll-Curved-OLED-Displays, zeigte eindrucksvoll, was aktuell möglich ist. Auf 447.897.600 Pixeln konnten die Messegäste atemberaubende Szenen wie das isländische Polarlicht, die Unterwasserwelt oder Bilder aus dem Weltall erleben.

 

SAMSUNG

 

 

Ganz anders hingegen bei Samsung. Hier wurde bereits beim Betreten des äußerst imposanten Standes klar, das die neue Samsung Gear S3 einer der Stars der Messe sein sollte.

 


Im Bild: Samsung gibt auf der Pressekonferenz die beeindruckende Zahl bekannt, konzernweit Tag für Tag 30 Mio. EUR in Forschung und Entwicklung zu investieren

 

Der Schweizer Luxusuhren-Designer Yvan Arpa hat maßgeblich an der Gestaltung der neuen Gear S3 mitgewirkt und dafür gesorgt, dass aus der Smartwatch nun auch optisch eine schicke umnd stimmige Uhr wurde.

 

 

Neben dem gefälligen und wertigen Design hat Samsung aber auch ein wahres Technikfeuerwerk gezündet. Neben dem brillanten Always-On Display sind zusätzlich zu dem vom Vorgänger bekannten Puls-Sensor jetzt auch GPS und Barometer/Altimeter mit an Bord. Zudem wurde der Akku deutlich vergrößert und die Prozessorleistung gesteigert. Eine Variante mit LTE-Modul steht aktuell leider nur für den US-amerikanischen Markt zur Verfügung. Die Einführung in Europa sei für einen späteren Zeitpunkt geplant, ließ uns Samsung wissen.

 

 

Besonders bemerkenswert sind die neu hinzugekommenen und auf der Messe präsentierten Funktionen wie „Samsung Pay“ und „Samsung Connect“. Mit ersterem ist in den USA bereits kontaktloses Bezahlen via Smartphone bzw. Smartwatch möglich, mit letzteren können Fahrzeuge von Mercedes-Benz bzw. BMW mittels einer eigenen App entriegelt werden.

 

 

Der bisherige Funkschlüssel für das Auto wird dann nicht mehr benötigt und kann zu Hause bleiben. Die Aufgabe erledigt fortan die Samsung Gear S3 am Handgelenk. Die Smartwatch oder alternativ das Smartphone übernehmen die Authentifizierung des Fahrers. Das ergibt Sinn und ist ein echter Mehrwert.

 


Im Bild: Samsung Gear S3 Frontier (li. und re.) bzw. Gear S3 Classic (mitte)

 

Zum Marktstart stehen die beiden Modelle „Gear S3 Frontier“ sowie „Gear S3 Classic“ zur Verfügung. Der Preis von 449 EUR ist dabei jedoch kein Sonderangebot.

 

GARMIN

 

 

Spannend war der Besuch bei Garmin. Nicht nur, dass Garmin mit dem bereits im Mai 2016 erschienenen Modell „Vivomove“ – eigentlich für die Marke ganz untypisch – eine analoge Connected Watch aufgelegt hat.

 

 

Darüber hinaus wurde eine sehr edel aufgemachte Smartwatch mit transreflektivem Always-On Display erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Das technisch von der „Fenix 3“ abgeleitete und „Fenix Chronos“ genannte Premium-Modell besitzt, ähnlich der Produkte von Pebble, ein eigenes, relativ schlankes Betriebssystem, was der Laufzeit des Akkus sehr entgegen kommt. Garmin spricht von mehreren Tagen.

 

 

 

Bemerkenswert war auch die Ankündigung von Garmin, die neue Smartwatch über den Uhrenfachhandel vertreiben zu wollen. Die Verträge mit der Filialkette Christ stehen bereits. Der Preis ist dabei mit rund 1000 EUR aber weit am oberen Ende der Skala positioniert und könnte damit einer größeren Verbreitung entgegenstehen. Als Material für das Gehäuse sind Edelstahl 316L bzw. hochwertiges Titan im Angebot.

Die Ausführung in Titan mit Titanarmband liegt dann gar bei 1.299 EUR. Der Preis bewegt sich damit nur noch knapp unterhalb der TAG Heuer Connected. Dafür bietet die Fenix Chronos von Garmin allerdings eine ganze Reihe zusätzlicher Sensoren (GPS, Barometer, Kompass), auf die der Träger der TAG Heuer aktuell verzichten muss. Zudem ist die Fenix Chronos bis 10 ATM, sprich 100m, wasserdicht. Das ist für eine Smartwatch bislang einsame Spitzenklasse.

 

FOSSIL Group

Spannend war es auch, auf der IFA 2016 erstmals die FOSSIL Group anzutreffen. Für einen Hersteller, der aus dem Bereich der klassischen Uhren kommt, ein bemerkenswerter Schritt und Richtungswechsel in der Strategie, nicht nur dorthin zu gehen, wo eben Uhren in altbekannter Form präsentiert werden, sondern ins High-Tech Zeitalter der Digitalisierung aufzubrechen und die Flucht nach vorne zu ergreifen.

 

 

So präsentierte die FOSSIL Group auf der IFA 2016 fast das komplette Portfolio an neuen smarten Uhren und Armbändern, unter dem eigenen Markennamen genauso, wie unter verschiedenen Lizenzmarken. Neben den brandneuen Modellen mit analogen Zifferblatt wurden auch die Modelle mit Display und Android Wear als Betriebssystem optisch und technisch aufgefrischt und einem interessierten Publikum vorgestellt.

 


Im Bild: Fossil Q-Tailor

 

 


Im Bild: Fossil Q-Crewmaster

 

Neben Intel als Technologielieferant der ersten Generation ist bei der zweiten Generation die Wahl nun auf Qualcomm gefallen. Qualcomm ist der mit Abstand erfolgreichste Technologielieferant für Smartphones und deckt vom Einsteigerprodukt bis hin zur absoluten Spitzenklasse alles ab. Also auch für Smartwatches eine gute Adresse, zumal in den neuen Modellen von Fossil der brandneue Prozessor vom Typ Snapdragon 2100 erstmals zum Einsatz kommt.

 


Im Bild: Fossil Q-Wander

 

Die Gehäuse der neuen Modelle von Fossil sind zudem gefälliger geworden. Die Differenzierung zwischen den Modellen für „Ihn“ und für „Sie“ ist gut gelungen. Dasselbe gilt im Übrigen auch für die analogen Modelle.

 

 


Im Bild: Michael Kors Access

 

Unter der Lizenzmarke „Michael Kors“ stellte die Fossil Group das auf der Baselworld 2016 bereits angekündigte Modell „Access“ erstmals vor. Die Technologie ist mit jener der Modelle von Fossil identisch.

 


Im Bild: Fitnesstracker MisFit Ray

 

Der Spezialist für Fitnesstracker „MisFit“ wurde vor rund einem Jahr von der FOSSIL Group übernommen und arbeitet mit Unterstützung der Designabteilung von Fossil intensiv an der Entwicklung weiterer Varianten des Fitnesstrackers MisFit „Ray“, der sich vom elektronischen Gadget mehr und mehr zum intelligenten Fashionartikel hin entwickelt.

 

Withings

Ein völlig unerwartetes Messe-Highlight war bei Withings zu sehen und zu erleben. Das jetzt zu Nokia Technologies gehörende Unternehmen hat das bekannte Modell Withings „Activité“ weiterentwickelt und auf der IFA 2016 nun die Withings „Steel HR“ vorgestellt.

 

 

Eine Analoguhr mit integriertem Fitnesstracker und Vibrationsalarm. Neu dabei ist nun ein unterhalb der „Zwölf“ integriertes kleines kreisrundes Display, auf dem erstmals auch der gemessene Puls abgelesen werden kann. Die Withings Steel HR misst den Puls alle paar Minuten, so dass über die Smartphone-App ein hinreichend genaues Profil über den Tag gezeichnet werden kann.

 

 

Da eine Knopfzelle zum Betrieb des Pulssensors nicht mehr ausreichen würde und so ein zu häufiger Wechsel anstünde, hat Withings der Steel HR einen aufladbaren Akku spendiert. Dieser soll für eine Laufzeit von rund 25 Tagen sorgen. Neben der Pulsfrequenz können aber auch Benachrichtigungen als Laufschrift auf dem kleinen Display angezeigt werden. Zusätzlich wird der Nutzer per Vibration auf ein Ereignis aufmerksam gemacht.

Die Kritik am zu kleinen Gehäuse des Vorgängermodells hat Withings erhört und nun nachgebessert. Das Damenmodell bleibt bei 36mm Gehäusedurchmesser, das Herrenmodell wurde hingegen auf 40mm vergrößert. Die Breite des Armbandes wuchs bei dieser Variante auf 20mm.

Bei den Preisen bleibt Withings auf dem Boden. Die Withings Steel HR kommt ab Oktober in den Handel und kostet in der Herrenvariante im gefälligen Stahlgehäuse 199 EUR, die Damenvariante gibt es für 10 EUR weniger.

 

Pebble

Am Stand von Pebble waren wir etwas verwundert. Das Standpersonal glänzte an den Pressetagen durch Abwesenheit, sollte doch die Pebble Time 2 der Öffentlichkeit präsentiert werden. An den Publikumstagen hielt Pebble es dann offensichtlich doch für opportun, sich zu präsentieren, denn unsere italienischen Kollegen konnten die wesentlichen Punkte in einem Hands-On Video festhalten.

 

 

Fitbit

Fitbit, als etablierte Größe auf dem Sektor der Fitnesstracker, hatte seine bekannten Produkte dabei und auf dem gut frequentierten Stand in informativer Form ausgestellt. Grundsätzlich Neues war aber nicht zu entdecken.

 

 

SONY

 

 

Viel Neues gab es hingegen bei SONY zu entdecken. Weniger die Smartwatch 3, die hinlänglich bekannt ist, als vielmehr bei einem dem SONY-Konzern zugehörigen Start-Up, welches zwei äußerst innovative Produkte nach Berlin mitgebracht und dem Publikum vorgestellt hat.

 

 

Seit SONY nicht nur den gesamten Vorstand umgekrempelt, sondern sich auch von verlustbringenden Geschäften getrennt hat, scheint der Innovationsgeist langsam aber sicher wieder in Gang zu kommen.

 

 

Das FES e-Paper Watch genannte Gadget ist, ähnlich einem Chamäleon, in der Lage, sein Aussehen auf Knopfdruck zu verändern und den Wünschen des Nutzers zu folgen. Aber nicht nur das Design des Zifferblattes, sondern auch das des Armbandes können nahezu beliebigen Designvorgaben folgen. Dazu gibt es bereits eine Unzahl an aus dem Internet herunterladbaren Vorlagen sowie die Möglichkeit, am PC eigene Kreationen anzufertigen und auf die Uhr zu laden. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. In Japan ist das Produkt seit rund einem Jahr mit mehr als einer Million verkaufter Exemplare auf dem Markt und wurde rasch zum Kassenschlager.

 

 

 

Unter der Bezeichnung „Wanda“ wurde uns ein weiteres Produkt aus derselben Ideenschmiede vorgestellt. Es handelt es sich um ein in der Faltschließe eines Edelstahlbandes integriertes Elektronik-Modul, welches einen Fitnesstracker genauso umfasst, wie es auch wichtige Nachrichten per Vibrationsalarm und Indikation durch verschiedenfarbige LED´s an das Handgelenk überträgt. In seiner Baugröße trägt das Modul kaum weniger auf als eine konventionelle Schließe, ohne integrierte Intelligenz.
Somit kann eine konventionelle Uhr über dieses smarte Armband mit einer Reihe von Zusatzfunktionen ausgestattet werden.

 

WIKO

Der erfolgreiche französische Hersteller von Smartphones wagt sich ebenfalls in den Markt der Wearables vor und hat mit seiner neuen Kreation „WiMATE“ ein interessantes und gleichzeitig auffallend elegant und ergonomisch gestyltes Produkt der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben der Messung von Aktivitätsdaten, kann das Modell auch die Herzfrequenz über einen optischen Sensor permanent erfassen.

 

Zusätzlich zeigt das WiMATE wichtige Informationen vom Smartphone, wie z.B. eingehende SMS oder Anrufe an. Auch Mitteilungen und Nachrichten aus Messengern oder den sozialen Medien kann das Smartband darstellen. Das WiMATE ist dabei vollständig kompatibel zu „Google Fit“ und „Apple Health“.

 

HUAWEI

Huawei, einer der bekannten Größen auf dem Sektor der smarten Uhren, hielt die Füße auf der IFA 2016 überraschend still.

 

Zwar war die bekannte Huawei Watch in einer Vitrine neben anderen Accessoires wie einem Smartphone oder dem neuen „Augmented Paper“ von Montblanc zu bewundern. Dieses wandelt handschriftliche Notizen in digitalisierte Texte um. Neues war bei der Huawei Watch selbst aber nicht zu entdecken. Erst 2017 soll, so war hinter vorgehaltener Hand zu erfahren, etwas „Neues“ erscheinen. In 2016 konzentrierte sich der Mobilfunkspezialist primär auf die Präsentation des neuen Smartphones Huawei „Nevo“.

 

ASUS

Firma ASUS hat außerhalb des Messegeländes auf einer eigenen Veranstaltung, die neue „ZenWatch 3“ vorgestellt. Das neue Produkt aus dem Hause ASUS verfügt erstmals über ein rundes, äußerst brillantes OLED-Display. Ziel ist es, die Smartwatch mehr als Uhr, denn als Minicomputer zu positionieren.

 

 

Mit eingebautem Mikrofon und Lautsprecher können mit der ZenWatch nun erstmals auch Telefonate geführt werden. Der neue energieeffiziente Qualcomm Snapdragon 2100 sowie ein 340 mAh Akku sollen für eine deutlich verlängerte Betriebsdauer sorgen. Den Einstiegspreis gibt ASUS mit sehr wettbewerbsfähigen 230 EUR an.

 

MyKronoz

Last but not Least haben wir der in Genf beheimateten Firma MyKronoz noch einen Besuch abgestattet. Neben einer großen, gleichzeitig aber weitgehend bekannten Vielfalt an bekannten Geräten vom Fitnesstracker bis zur Smartwatch, erschien uns die neu vorgestellte, „ZeKid“ genannte Smartwatch für Kinder interessant.

 

 

Die Smartwatch zeichnet sich nicht nur durch kindgerecht einfache Bedienung aus, sondern beinhaltet eine Ortungs-, wie auch Notruf-Funktion. So können sich die Eltern jederzeit über den Aufenthaltsort ihres Kindes ein Bild machen; das Kind hat wiederum die Möglichkeit, in einer Gefahrensituation per Knopfdruck einen Notruf mit Übermittlung des Standortes abzusetzen.

 

Schlussbetrachtung und Einschätzung

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Landschaft um die intelligenten Uhren und Wearables im erweiterten Sinne immer bunter und vielfältiger wird. Ob es sich um analoge Modelle mit reichlich Funktionalität hinter dem Zifferblatt handelt, oder um voll digitalisierte Modelle mit immer besser werden Displays, der Kunde hat zunehmend die Qual der Wahl. Und neben dem Vertrieb über Internet und Elektronik-Fachmärkte scheint nun auch der traditionelle Uhrenfachhandel aufgewacht zu sein und nimmt das ein oder andere Produkt ins Programm auf.

Die Zeit der konventionellen Quarzuhr oder der Funkuhr dürfte in absehbarer Zeit dem Ende zugehen. Die Zukunft gehört eindeutig der Connected Watch. In Uhren, in denen ohnehin schon eine Batterie und etwas Elektronik ihren Dienst verrichtet, um die Uhrzeit möglichst päzise anzuzeigen, ist es nur ein kleiner Schritt, den Stromspeicher etwas zu vergrößern und eine intelligentere Elektronik zu integrieren, ohne am Design der Uhr Wesentliches zu verändern. Ob dann mit konventionellem Zifferblatt oder vollflächigem Display, dürfte aber weiterhin eine Frage des persönlichen Geschmackes bleiben.

Die beliebten Fitnesstracker wiederum werden immer smarter und sofern sie dann auch noch mit Display versehen werden, ist der Unterschied, oder sagen wir besser, Übergang zur Smartwatch fließend.

Was immer noch verwundert, dass die ganze Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten einer Smartwatch in der vernetzten Welt von morgen auch auf der IFA 2016 nur vereinzelt und insgesamt (noch) viel zu wenig herausgearbeitet wurden. Da bleibt also reichlich Potenzial für die Zukunft. Wir sind schon gespannt auf 2017 und fortfolgende.

 

Der Autor:

Herr Dipl.-Ing. (FH) Patrick Weigert ist als Geschäftsführer einer Unternehmensberatungsgesellschaft u.a. für die Automobil- und Luxusgüterindustrie tätig und beobachtet und analysiert als Mitbegründer und Gesellschafter beim Deutschen Uhrenportal die Entwicklungen und Trends auf dem Sektor für hochwertige Uhren und neue Technologien.

 

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Deutsches Uhrenportal

 

 

ANGELUS bei der Supercar-Rallye „Fuel Run 2016“

Über 200 außergewöhnliche Luxus-Autos versammelten sich im August unter der Sonne Kaliforniens zur Teilnahme an der US-amerikanischen Supercar-Rallye „Fuel Run 2016“.
Die Schweizer Uhrenmarke ANGELUS war als Sponsor mit von der Partie.
Das Team ANGELUS bestritt die Fahrt von Malibu nach Monterey im Mercedes S63AMG. Die Route führte 350 Meilen entlang der Pazifikküste durch malerische Orte. Mit den Uhren „U30 Tourbillon Rattrapante“ und „U40 Racing Tourbillon Skeleton“ war das Team bestens ausgerüstet und behielt die Zeit immer im Blick.

 


Im BILD: Das Team ANGELUS im Rallye-Fieber an Kaliforniens Küste mit der „U30 Tourbillon Rattrapante“

 

Es reihten sich am Morgen des 17. August 2016 jede Menge fantastische Rennwagen in die Startaufstellung der Supercar-Rallye „Fuel Run“ ein.
Der Start erfolgte am Glastones Restaurant in Malibu. Zuvor hatten zahlreiche Enthusiasten noch die Gelegenheit, die vielen wunderschönen Sportwagen zu bewundern. Unter den Autos befanden sich Raritäten wie ein Koenigsegg One (Wert: ca. 2,1Millionen US-Dollar), ein Koenigsegg Agera, ein Lamborghini Hurrican, ein Lamborghini Ventador, ein Porsche GT3 RX, ein Ferrari 458 Speciale, ein Ferrari F12 Berlinetta, ein McLaren 650s, ein Audi R8, ein Aston Martin Vantage, ein Bentley Continental GT sowie ein Mercedes-Benz SLS.
Die Polizei eskortierte das Teilnehmerfeld über den Highway durch den Malibu Canyon bis zum Highway 101. Dort hatten die Fahrer freie Fahrt und konnten zeigen, was in ihren Wagen steckt.

 


Im Bild:
Das Team ANGELUS im Rallye-Fieber an Kaliforniens Küste mit der „U30 Tourbillon Rattrapante“ (oben links). Mercedes S63 AMG des Team ANGELUS (unten). © ANGELUS, SA
„U40 Racing Tourbillon Skeleton“ (oben rechts): Manufakturkaliber von ANGELUS A-300 mit Handaufzug: fliegendes Minuten-Tourbillon, skelettiert. © TED7

 

Nicht nur die Fahrzeuge wurden bewundert, auch die beiden Uhrenmodelle von ANGELUS „U30 Tourbillon Rattrapante“ und „U40 Racing Tourbillon Skeleton“, welche die Handgelenke des Fahrer-Teams Angelus zierten.

 

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Im Bild: U30 Tourbillon Rattrapante (Manufakturkaliber von ANGELUS A-150 mit Automatikaufzug: Flyback-Chronograph mit doppeltem Säulenrad und Rattrapante-Funktion, Tourbillon, Gangreserveanzeige, Titangehäuse (Grad 5) mit schwarzer Beschichtung der Gehäuseseite; Saphirglas auf Vorder- und Rückseite, Durchmesser: 47 mm) und U40 Racing Tourbillon Skeleton

 

Über ANGELUS

Die Geschichte der Marke ANGELUS begann 1891 als die Brüder Albert und Gustav Stolz die „Angelus fabrique d’horlogerie“ in Le Locle in der Schweiz gründeten. Das Unternehmen machte sich bald durch die Entwicklung und Herstellung wegweisender Werke und Zeitmesser für die eigene und andere Marken einen Namen.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts erzielte ANGELUS mit der Kreation außergewöhnlicher Chronographen, Armbanduhren mit mehreren Komplikationen, Reise-Uhren mit vielen Anzeigen und einer langen Gangautonomie sowie Uhren mit Weckfunktion einen großen Bekanntheitsgrad. Außerdem schuf ANGELUS einige Modelle mit weltweit neuen Innovationen. Dazu gehörten die erste Armbanduhr der Welt mit Großdatum, der  erste seriell produzierte Chronograph fürs Handgelenk mit Kalenderfunktion, die erste Armbanduhr mit Datumsanzeige und Weckfunktion, die erste Armbanduhr mit Repeater-Funktion und Automatikaufzug sowie die erste komplett wasserdichte Armbanduhr mit Repeater-Funktion. Wie viele  andere angesehene Marken stellte der Beginn des Booms der Quarzuhren in den 1970er Jahren Angelus mit seinen mechanischen Uhren vor große Schwierigkeiten. In den frühen 1980er Jahren stellte das Unternehmen deshalb alle Operationen ein.

Nach 30 Jahren wurde die Marke ANGELUS von einem neuen Management aus seinem Dornröschenschlaf erweckt und wiederbelebt mit der nächsten Generation von visionären Uhren, auf die drei Jahre Entwicklungsarbeit verwendet wurde. Das erste Modell „U10 Tourbillon Lumière“ wurde 2015 vorgestellt,gefolgt von den Modellen „U20 Ultra Light Tourbillon“ und „U30 Tourbillon Rattrapante“. Alle aktuellen Modelle werden in der hauseigenen Manufaktur von ANGELUS in La Chaux-de-Fonds entwickelt und hergestellt. Der heutige Standort der Marke befindet sich nicht weit von dem Ort der ursprünglichen Fabrik der Markengründer Gebrüder Stolz entfernt.

 

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First Class Double Rotor Skeleton von Perrelet

Die neue Version des Modells „First Class Double Rotor Skeleton“ der Schweizer Uhrenmarke Perrelet gibt den Blick auf das fein skelettierte hauseigene Manufakturkaliber frei, das zwischen zwei Aufzugsrotoren liegt und das auf der Vorderseite von einem eleganten, guillochierten Zifferblatt in leuchtendem Blau gerahmt wird.

 


Im Bild:
First Class Double Rotor Skeleton Ref.A1091 – 3

 

Geballte Aufzugskraft mit zwei Rotoren

Ein Aufzugsrotor dreht beim Uhrenmodell „First Class Double Rotor Skeleton“ von Perrelet auf der Rückseite des Werks und ein zweiter über dem Zifferblatt. Auf spannende Einblicke müssen Freunde von fein finissierten mechanischen Manufakturwerken dabei nicht verzichten. Auf der Vorderseite der Uhr gibt eine große Aussparung im Zentrum des in elegantem Blau leuchtenden guillochierten Zifferblatts den Blick auf das skelettierte Inhouse-Kaliber P-481 frei. Die untere Schwungmasse und die Rückseite des Werks können über ein Saphirglas-Sichtfenster auf der Gehäuserückseite bewundert werden. Die Rotation der beiden perfekt synchronisierten Rotoren versorgt das Federhaus beständig mit Energie und ermöglicht auf diese Weise ein effizienteres Aufziehen der Uhr.

 


Im Bild:
First Class Double Rotor Skeleton Ref.A1091 – 1

 

Vor über zwanzig Jahren erfand die renommierte Schweizer Uhrenmarke Perrelet das Doppelrotor-System für Armbanduhren. In den neuen Modellen der Marke ticken Uhrwerke aus der hauseigenen Manufaktur. Das Modell „First Class Double Rotor Skeleton“ gibt es außerdem mit guillochierten Zifferblättern in Weiß oder Schwarz. Die zifferblattseitig sichtbare Schwungmasse weist Genfer Streifenschliff auf.

 

Technische Informationen: First Class Double Rotor Skeleton

  • Referenz:
    A1091/3 (mit blauem Zifferblatt und Alligatorlederarmband)
    A1091/2 (mit schwarzem Zifferblatt und Alligatorlederarmband)
    A1091/1 (mit weißem Zifferblatt und Alligatorlederarmband)
  • Uhrwerk:
    Mechanisches, skelettiertes Inhouse-Kaliber P-481-20Y mit automatischem Aufzug und Doppelrotor. 26 Rubine, 28.800 Schwingungen/Stunde, Gangreserve: 42 Stunden.
  • Funktionen:
    Zentrale Stunden-, Minuten- und Sekundenanzeige, Doppelrotor.
  • Gehäuse:
    Edelstahl, Durchmesser: 42,5 mm, Höhe: 10,7 mm, beidseitig entspiegeltes Saphirglas, Saphirglassichtfenster auf Gehäuserückseite, wasserdicht bis 5 ATM.
  • Zifferblatt:
    Blau, schwarz oder weiß guillochiert. Zentrale Aussparung im Zifferblatt, über die das fein skelettierte Werk sichtbar ist. Obere Schwungmasse mit Genfer Streifenschliff zifferblattseitig sichtbar.
  • Armband:
    Schwarzes oder braunes Alligatorlederarmband mit Faltschließe mit Sicherheitsdrückern. Alternativ gibt es die Modelle der First Class Double Rotor Skeleton auch mit Edelstahlarmband.
  • Preis (Stand: September 2016):
    5350,- Euro (je Uhr mit Alligatorlederarmband)
    5700,- Euro (je Uhr mit Edelstahlarmband)

 


Im Bild: First Class Double Rotor Skeleton Ref.A1091 – 2

 

Über Perrelet

Die Schweizer Uhrenmarke Perrelet steht mit ihrer über 230-jährigen Geschichte und ihrem bemerkenswerten uhrmacherischen Erbe, das auf den Erfinder des automatischen Aufzugs Abraham-Louis Perrelet zurückgeht, für eine zugleich traditionsreiche und innovative Uhrmacherkunst. Beste Beispiele aus der jüngeren Markengeschichte dafür sind der von Perrelet patentierte Doppelrotor Mechanismus mit zwei gekoppelten Aufzugsrotoren, der 2015 sein zwanzigjähriges Jubiläum feiert, sowie die Turbine-Kollektion mit rotierender Schaufelradturbine über dem Zifferblatt und daraus resultierenden spannenden optischen Effekten.

 

 

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