Schweizer Uhrenexporte im September 2017: Die Erholung setzt sich fort, jedoch uneinheitlich.

Das nach Umsatz berechnete Wachstum der Schweizer Uhrenexporte setzt sich im September im fünften Monat in Folge fort. Der Exportwert ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,5% gestiegen. Kumuliert über die ersten neun Monate des Jahres errechnet sich daraus ein positives Ergebnis von + 2,0%. Aktuell kann davon ausgegangen werden, dass der nach oben gerichtete Trend vorerst anhält und von einer weiterhin positiven Entwicklung einzelner Märkte ausgegangen werden kann.

Das positive Gesamtergebnis ist allerdings, wie bereits die Monate zuvor gezeigt haben, primär das Resultat hochwertiger und betont hochpreisiger Uhren aus Edelmetall. Allein bei Uhren aus Edelmetall beträgt der Anstieg +10,0%. Aber auch bei Uhren aus Stahl konnten leichte Zuwächse erzielt werden. Die Kombinatorik Gold-Stahl verliert hingegen bereits wieder deutlich an Boden (-13%).

Das kräftige Umsatzwachstum im Monat September lässt sich einmal mehr überwiegend auf Uhren der Premiumklasse, mit einem Exportpreis von über 3000 Schweizer Franken (entspricht einem Verkaufspreis von > 6000 EUR) zurückführen.

Bei Uhren in der Einstiegspreisklasse geht die dramatische Talfahrt mit -18% hingegen ungebremst weiter. Hiervon betroffen sind hauptsächlich die Quarzmodelle, die im digitalen Zeitalter von Smartphone, Smartwatch und Fitnesstracker immer mehr zum Ladenhüter werden.

Im mittleren Preissegment sind bei Stückzahl und Umsatz hingegen wieder geringe Zuwächse zu verzeichnen. Die Verkäufe scheinen sich in diesem Bereich zumindest zu stabilisieren.

Betrachten wir die einzelnen Märkte, so tritt in Hong Kong nach dem kompletten Absturz nun die lang ersehnte spürbare Erholung ein (+13,7%), was in den USA definitiv nicht der Fall ist. Hier zeigt der Markt mit -0,6% weiterhin eine schwache Tendenz. Einen fulminanten Ausbruch nach oben liefert Singapur mit einem satten Plus von knapp 90%. Im Vereinigten Königreich scheinen sich die Dinge hingegen langsam aber sicher zu konsolidieren. Das starke Wachstum hat sich abgekühlt und bleibt mit +0,7% im rechnerisch eher unbedeutenden Bereich.

Länder Mio. CHF Veränderung in % Anteil in %
Hong Kong 213,4 13,70% 12,10%
USA 192,8 -0,60% 10,90%
Singapur 179,2 89,60% 10,10%
Vereinigtes Königreich 122,2 0,70% 6,90%
China 109,7 1,20% 6,20%
Japan 108,6 -15,60% 6,10%
Italien 98,2 -1,90% 5,60%
Deutschland 86 -8,10% 4,90%
Frankreich 76,1 -7,90% 4,30%
Vereinigte Arabische Emirate 70,1 -12,70% 4,00%
Summe der TOP 10 Länder 1256,3 5,50% 71,10%

Ähnlich sieht es in China aus. Nach vorübergehenden Anstiegen flacht die Kurve jetzt mit +1,2% wieder deutlich ab. Absolut enttäuschend und als kritisch einzustufen ist der Markt in Japan. Mit -15,6% ist keine nachhaltige Erholung in Sicht.

Der deutsche Markt dreht sich gegenüber dem guten Vormonat August mit -8,1% wieder stark ins Minus. Auch Frankreich leidet weiter (-7,9%). Überraschend die Entwicklung in den Arabischen Emiraten. Ein Rückgang um -12,7% gegenüber dem Vorjahresmonat lässt wenig Freude aufkommen.

Schlussfolgerung:

So lässt sich zusammenfassend sagen, dass das positive Ergebnis im September 2017 im wesentlichen dem Markt Singapur geschuldet war, wo die Umsätze regelrecht durch die Decke gingen. Ansonsten tut sich nicht sehr viel oder herrschen weiterhin die Rückgänge vor.

Dass dann unter dem Strich überhaupt ein positives Ergebnis zustande kam, ist dem Umstand zu verdanken, dass solvente Käufer – wie schon in den Vormonaten – beim Kauf einer Uhr den ganz hochwertigen Bereich bevorzugen.

Der mittlere Bereich zeigt hingegen wenig Bewegung und der Einstiegsbereich bricht weiter weg und zwar in Stückzahl, wie auch Umsatz. Hier macht sich bemerkbar, dass viele junge Leute heute gar keine Uhr mehr tragen, oder wenn dann gleich zum Fitnesstracker oder zur Smartwatch greifen. So profitieren von der (scheinbaren) Erholung längst nicht alle Marktteilnehmer. Und die Konsolidierung ist damit noch lange nicht abgeschlossen. Mit der Markteinführung der Apple Watch im Frühjahr 2015 begann zweifellos eine neue Zeitrechnung, soviel steht heute fest.

Stand 09/2017

 

Links:

 

It's only fair to share...Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on Google+

Das Deutsche Uhrenportal zu Gast bei CHRONOSWISS in Luzern

Im wunderschönen Schweizer Ort Luzern besuchten wir im Sommer 2017 das „House of Chronoswiss“ um die „Geburtsstätte“ des 2016 von CHRONOSWISS vorgestellten Flying Regulator – das erste Regulator-Modell mit einem Zifferblatt auf mehreren Ebenen – zu sehen.

 

 

Das Unternehmen  CHRONOSWISS wurde 1983 – inmitten der Uhrenkrise – vom deutschen Uhrmachermeister Gerd-Rüdiger Lang in München gegründet und war erst in München, später – ab 2006 – in Karlsfeld bei München ansässig. Produzieren ließ Gerd-Rüdiger Lang die Chronoswiss-Zeitmesser zumeist in der Schweiz mit Schweizer Komponenten, daher galten die Uhren als „Swiss Made“.
Kennzeichnend für die Uhren waren unter anderem die Zwiebelkrone, die gerändelte Lünette sowie verschraubte Armbandstege. Später machte sich CHRONOSWISS seinen Namen durch den Régulateur, die erste serienmäßige Armbanduhr mit Regulator-Zifferblatt.

 

Gerd-Rüdiger Lang

 

Anfang des Jahres 2012 hat Gerd-Rüdiger Lang CHRONOSWISS an die Schweizer Unternehmerfamilie Oliver und Eva Maria Ebstein, ansässig in Luzern am Vierwaldstätter See, verkauft.
Erwähnenswert ist, dass CHRONOSWISS seit der Gründung durch Herrn Gerd-Rüdiger Lang und auch mit Übernahme durch die Familie Ebstein inhabergeführt ist und sich so seine Unabhängigkeit bewahrt hat.

 

Oliver Ebstein, CEO Chronoswiss

Im Sommer 2014 öffnete das „House of Chronoswiss“ in Luzern seine Pforten, wo die Produktion auch für Besucher zugänglich ist.

 

 

Und genau dort fanden wir uns zu einem Rundgang und ausführlichen Gespräch mit Oliver Ebstein (CEO) und Frau Christina Kast (PR) ein.

 

 

Das „House of Chronoswiss“ ist Produktionsstätte, Atelier und Boutique zugleich. Für die Kunden, aber auch für uns, ein sehr schönes Erlebnis. Denn es ist kein Museum, vielmehr eine Tour für die man keinen Guide braucht. Interessierte Gäste können sich via Touch-Screens durch die Firmengeschichte klicken und auch die diversen ausgestellten Exponate aus früheren CHRONOSWISS-Zeiten betrachten.

 

 

Die historischen Chronoswiss-Modelle (von links): Grand Régulateur, Digiteur und Cabrio

 

Das historische Chronoswiss-Modell „Wristmaster“

 

Das historische Modell Chronoswiss „Delphis“ mit dem Manufakturkaliber C.124, auf Basis Enicar 165

 

Das historische Chronoswiss-Modell „Cabrio“ mit drehbarem Gehäuse und Kaliber ETA 2670, mit automatischem Aufzug.

 

Was aber für den Uhrenliebhaber sicher ein absolutes Highlight ist: Man kann den Uhrmachern bei der Arbeit quasi über die Schulter schauen.
Die Schauwerkstatt ist gut isoliert und staubfrei. So werden die Mitarbeiter nicht von den Besuchern bei der filigranen Arbeit gestört und es kommen auch keine Staubpartikel zwischen die filigranen und empfindlichen Kleinteile.

 

 

In den Ateliers des House of Chronoswiss entstehen kostbare tickende Raritäten und Sammlerstücke. Von Beginn bis zur Vollendung eines Zeitmessers aus der Artist´s Collection im Luzerner Atelier kommen nur traditionelle Methoden, wie beispielsweise das Guillochieren und Emaillieren von Zifferblättern, zum Einsatz.

Und das Kennenlernen dieser zwei Handwerkskünste, Guillochieren und Emaillieren, ist immer wieder ein echtes Erlebnis.
Gearbeitet wird bei CHRONOSWISS zum Teil mit historischen Geräten und Vorrichtungen, welche heute als echte Raritäten gelten. Unter anderem findet sich eine antike Rundzug-Guillochiermaschine aus dem Jahr 1924, die ursprünglich aus dem schweizerischen La-Chaux-des-Fonds stammt.

 

 

Aber was bedeutet Guillochieren?

Als Guillochieren bezeichnet man das Gravieren von geometrischen, aus feinen Linien bestehenden Ornamenten in dichtem, aber immer gleichbleibendem Abstand. Besagte Linien werden mit einem von Hand geführten Werkzeug in das Metall geschnitten. Sie geben dem Zifferblatt oder der Platine ein reliefartiges Muster und bewirken – je nach Lichteinfall – unterschiedliche Licht- und Schatteneffekte.
Erfunden wurde das Guillochieren gemäß Überlieferung von einem Franzosen, Herrn Guillot, und dem Deutschen Hans Schwanhardt. Als großer Meister dieser vierhundert Jahre alten Technik galt aber der russische Juwelier Peter Carl Fabergé.

 

Rundzug Guillochiermaschine

 

Zum Guillochieren werden seit dem 17. Jahrhundert Guillochiermaschinen, eine auf diesen Zweck spezialisierte Form von Drehbänken, verwendet. In der Deutschen Sprache existieren dazu auch die Begriffe Rund- und Geradzugmaschine (Zug = Guilloche).
Die Kunst des Guillochierens war schon fast in Vergessenheit geraten, erst als teure mechanische Armbanduhren wieder stärker gefragt waren, stieg auch die Nachfrage nach Guillocheuren wieder.

 

 

Der Guillocheur bewegt das Werkstück von Hand rund um den Stichel, welcher seine Muster dann von außen nach innen etwa einen Zehntelmillimeter tief auf das Zifferblatt schreibt. Die einzelnen Linien sind nur zwei Zehntelmillimeter dünn, daraus entstehen die filigranen und sehr charakteristischen Ornamente und Verzierungen.

 

 

Die Verzierung eines einzelnen Ziffernblattes kann Stunden, mitunter auch Tage dauern. Gold und Silber lassen sich dabei einfacher bearbeiten als Platin. Geht dabei nur ein einziger Schnitt daneben, ist das Werkstück unbrauchbar und die Arbeit fängt von vorne an.

 

 

Auch der Druck des Stichels auf das Werkstück wird von Hand ausgeübt und muss stets gleichmäßig sein; eine Handwerkskunst, die ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl aber auch Konzentration erfordert.

 

 

Das Ergebnis könnte dann so aussehen:

 

Aber nicht nur Zifferblätter werden durch die Kunst des Guillochierens verfeinert. Auch Werkteile, Rotoren, Platinen und Brücken können auf diese Weise veredelt werden.

 

 

 

Das Emaillieren

Als nächstes sehen wir uns das Emaillieren, eine Handwerkskunst, die schon seit über 3500 Jahren bekannt ist, im Hause CHRONOSWISS an.
Selbst im „alten Ägypten“ wurde dieses Verfahren schon angewendet. Seit der Erfindung der Taschenuhr wurde diese Technik auch für Zifferblätter genutzt, aber schon bald durch das unkompliziertere und erheblich kostengünstigere Verfahren der Lackierung ersetzt.

 

 

Die Herstellung eines emaillierten Zifferblattes dauert mehrere Tage, an denen die verschiedenen Arbeitsgänge mehrfach wiederholt werden müssen. Die größte Herausforderung dabei ist absolute Sauberkeit. Nur so können kleinste Einschlüsse von Schmutz und Staub vermieden werden, welche später die glatte Struktur stören würden.

 

Emaille ist pulverisiertes Glas, welches durch Einbrennen auf eine Metalloberfläche aufgeschmolzen wird.

Ein zuvor guillochiertes Zifferblatt kann entweder dem Verfahren der Feuer-Email oder der Freien Emailmalerei unterzogen werden.

 

 

Das Verfahren der Feuer-Emaille ist extrem zeitaufwendig, da für ein ästhetisch perfektes Farbergebnis sieben Brennvorgänge in einem speziellen Emaille-Ofen erforderlich sind.

 

 

Zuerst muss das Emaille-Pulver mehrfach gespült werden, und zwar so oft und so lange, bis eine klare, transparente Farbe entsteht. Erst dann wird das Pulver mit Wasser verrührt und sorgfältig auf das Zifferblatt aufgebracht.

 

 

Bei der freien Emailmalerei werden die Emailfarben frei aufgetragen, so dass sie je nach Art des verwendeten Materials mehr oder weniger stark ineinander verlaufen können.
Auch hier sind wieder diverse Brennvorgänge nötig. Zum Schluss wird die Arbeit mit einer farblosen Schutzschicht überzogen.

 

 

 

Die Zifferblätter der Modelle der exklusiven Artist´s Collection werden, wenn alle Schichten gebrannt sind, poliert und anschließend nochmals in die Guillochiermaschine eingespannt. Hier wird nun in das hochempfindliche Emaille der Breguetfaden geschnitten – eine wahre Herausforderung für den Guillocheur und ein krönender Abschluss für diese besondere Uhrenlinie!

 

 

Hinsichtlich der von Chronoswiss eingesetzten und verbauten Werke treffen wir auf den ein oder anderen guten Bekannten. Neben bewährten Großserienkalibern aus dem Hause ETA, die aber allesamt aufwendig veredelt und verfeinert werden, treffen wir auch auf Funktionsmodule für zusätzliche Komplikationen, die gemeinsam mit dem Spezialisten Dubois-Dépraz realisiert werden.

 

Chronoswiss Régulateur Manufacture mit Kaliber C.122 aus der aktuellen Kollektion

 

Ein Highlight stellt aber immer noch das im Chronoswiss Régulateur Manufacture verbaute Kaliber C.122 dar. Dieses auf Regulatoranzeige umgebaute und mit automatischen Aufzug ausgestattete Werk fußt auf dem historischen Kaliber 165 von Enicar, dessen Konstruktion auf die 1970er Jahre zurückgeht.

Nach diesem Rundgang schauten wir uns noch diverse Modelle von CHRONOSWISS an, wobei wir unser Augenmerk speziell den Modellen der exklusiven Artist´s Collection galt.

 

Unique Timepiece

 

Sirius Artist Regulator Jumping Hour (Ref. CH-8323E-BL)

 

So zum Beispiel den Sirius Artist Regulator Jumping Hour; auch dieser vereint die traditionsreichen Handwerkskünste des Emaillierens und Guillochierens. Dieser Regulator ist mit einer besonderen Komplikation, der springenden Stunde, versehen. Hier läuft die Stundenanzeige nicht wie beim „klassischen“ Regulator über ein Hilfszifferblatt, sondern wird digital in einem Fenster dargestellt – was auf den ersten Blick wie ein Datum aussieht.

 

Sirius Regulator Jumping Hour mit Kaliber C.283 auf Basis ETA 2892 mit DD-Modul

Das guillochierte Zifferblatt des Grand Regulator ist aus massiven Sterlingsilber (925), die Zeiger sind thermisch gebläut, diamantiert und bombiert; der Minutenzeiger ist von Hand gebogen.

 

Im Vodergrund: Grand Regulator Handaufzug mit Kaliber C.673

 

Das Handaufzug-Kaliber C. 673 (auf Basis ETA 6498) weist eine Gangdauer von 46 Stunden auf.

 

 

Flying Regulator Jumping Hour

 

Das im Jahr 2016 lancierte Modell „Flying Regulator Jumping Hour“ ist eine 3 D-Version des Regulator Jumping Hour. Über dem Zifferblatt mit charakteristischem Guilloche-Muster erheben sich die Hilfszifferblätter für die kunstvoll auf Sockeln konstruierte Minuterie und die kleine Sekunde. Dank des gewölbten Glases lässt sich diese Dreidimensionalität besonders gut erleben.

 

Flying Regulator Jumping Hour

 

Die Handwerkskünste welche bei den diversen Modellen zum Tragen kommen, beeindrucken immer wieder aufs Neue.

 

Auf diesen Weg nochmals ein „Herzliches Dankeschön“ an Herrn Ebstein (CEO) und Frau Christina Kast (PR) und das gesamte Team von Chronoswiss für die Zeit, die wunderbaren Eindrücke und informativen Gespräche.

 

 

LINKS:

 

 

It's only fair to share...Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on Google+

Was wird aus der Baselworld?

Bis zur Baselworld 2018 sind es noch gut 5 Monate. Entsprechend laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Dabei bleiben weitere Hiobsbotschaften jedoch nicht aus. Nachdem schon im Vorjahr einige wichtige Aussteller der Messe komplett den Rücken gekehrt haben, einige andere zwar in Basel geblieben sind, jedoch umliegende Hotels oder andere Flächen nutzen, um sich zu präsentieren, kommt nun der nächste Dämpfer.

Neben der Premium-Marke Hermès Paris, die vor Monaten beschlossen hatte, fortan nicht mehr in Basel, sondern in Genf auf der konkurrierenden SIHH auszustellen, hat nun auch der Bieler Uhrenhersteller Eberhard & Cie bekannt gegeben, 2018 nicht mehr in Basel dabei zu sein.

Als Gründe werden einmal mehr die exorbitanten Kosten für die Aussteller genannt. Daneben wird auch Unverständnis darüber geäußert, wie es sein kann, dass während der Messezeit die ohnehin schon hohen Preise für Hotelübernachtungen rund das Dreifache des Normaltarifs betragen.

Das riecht alles ziemlich nach plumper Abzocke und dieses Spiel sind immer weniger Aussteller, aber auch Fachbesucher, bereit mitzuspielen. Die Frage nach dem Mehrwert dieser Messe lässt sich vor diesem Hintergrund nicht mehr klar beantworten.

Im Januar nach Genf auf die SIHH auszuweichen, wie es beispielsweise Ulysse Nardin, Girard-Perregaux, oder nun erstmals auch Hermès Paris praktizieren, ist aber keine Lösung und führt die Baselworld und mit ihr die ganze Art und Weise, Uhren zu präsentieren, ad absurdum.

Nein, die SIHH war und ist nach wie vor primär eine Hausmesse der Marken des Richemont Konzerns. Jeder zusätzliche, nicht dem Konzern zugehörige Aussteller unterwirft sich damit den seltsamen und nicht mehr zeitgemäßen Spielregeln von Richemont. Das muss aber letztlich jeder für sich selbst entscheiden.

Dem gesamten Standort Schweiz tut weder das eine, noch das andere gut. Es ist schlichtweg nicht mehr vermittelbar, was hier inszeniert wird, innerhalb weniger Wochen zwei große Messen zum gleichen Thema am gleichen Standort Schweiz abzuhalten. Die Uhrenindustrie stellt ihre bereits reichlich erschütterte Reputation und Zukunftsfähigkeit damit noch mehr als nötig in Frage. Der Verdrängungswettbewerb scheint in vollem Gange.

Das Management der Messe Basel, aber auch jenes der SIHH in Genf, sollten daher ihr Tun einmal kritisch überprüfen und gemeinsam der Frage nachgehen, ob es diese beiden Messen in 10 Jahren überhaupt noch geben wird, falls ja in welcher Form und ob eine davon oder eventuell sogar beide nicht obsolet werden könnten. Sollten die Risiken als entsprechend hoch eingestuft werden, wäre es an der Zeit gegenzusteuern, denn das Rad dreht sich unaufhaltsam weiter und der Zünder tickt.

LINKS

It's only fair to share...Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on Google+

Schweizer Uhrenbranche überwiegend zuversichtlich

Der diesjährigen Ausgabe der Deloitte Swiss Watch Industry Study 2017 folgend, steht bei Schweizer Uhrenherstellern die Digitalisierung im Mittelpunkt ihrer Geschäftsstrategie. Mehr als die Hälfte der befragten Führungskräfte blicken für die kommenden 12 Monate optimistisch in die Zukunft. Im vergangenen Jahr waren es gerade mal 2%. Der Markt wird indess weiterhin von einer Reihe von Unsicherheiten begleitet. Ihre Neuausrichtung nimmt die Branche mit der Digitalisierung, der neuen „Swissness“-Gesetzgebung sowie der Einführung neuer Produkte und dem Thema Smartwatches in Angriff.

Die Schweizer Uhrenindustrie zeigt erste Anzeichen einer Erholung: Nach 20 Monaten negativer Wachstumsraten in Folge stiegen die Uhrenexporte von CHF 4,8 Mrd. im Q2 2016 auf CHF 5,0 Mrd. im zweiten Quartal 2017.

Allerdings ist dieses Wachstum relativ und in erster Linie der Erholung bei hochwertigen mechanischen Luxusuhren geschuldet, während die Zahlen für Quarzuhren weiter rückläufig sind. Über alles gerechnet, verlief der Anstieg des Umsatzvolumens bei Armbanduhren weiterhin vergleichsweise gering.

Rückkehr zum Optimismus

Der wachsende Optimismus unter den Führungskräften über den Ausblick für die Schweizer Uhrenindustrie erreicht mit 52% seinen zweithöchsten Stand, seit die erste Deloitte Uhrenstudie in 2012 veröffentlicht wurde (im Vergleich dazu waren es im Jahr 2016 nur 2%). 61% der Schweizer Uhrenchefs rechnen bezogen auf die kommenden 12 Monate mit einem positiven Ausblick für die Hauptexportmärkte der, darunter China, Hongkong und auch die USA.

Karine Szegedi, Partnerin und Leiterin Fashion & Luxury bei Deloitte Schweiz, erklärt: «2016 war eines der schwierigsten Jahre, mit denen die Schweizer Uhrenhersteller seit der globalen Finanzkrise konfrontiert wurden. Die Exportzahlen fielen aufgrund der nachlassenden Nachfrage vor allem in Asien und den Vereinigten Staaten, den wichtigsten Exportmärkten für Schweizer Uhren, niedriger aus als erwartet». Sie fügt hinzu: «Heute sehen wir vielversprechende Anzeichen dafür, dass die einmalige Positionierung der Branche im Luxussegment, ihre Innovationsfähigkeit und das starke Markenimage ihrer wichtigsten Akteure eine Anpassung an die neuen Marktbedingungen ermöglichen könnten.»

Mit Wachstumsraten in zweistelliger Höhe in den letzten Quartalen kam es in China zur stärksten Erholung der Uhrenexporte, gefolgt von Europa (+9% im zweiten Quartal 2017, verglichen mit demselben Zeitraum im Vorjahr). Nach einem rapiden Abwärtstrend zeigte Hongkong mit einem leichten Anstieg im zweiten Quartal 2017 (+1%) nun Anzeichen für eine Stabilisierung. Diese Zuversicht kommt angesichts der höheren Wachstumserwartungen in fast allen Regionen, vor allem aber in Asien, nicht überraschend. Auf die Frage nach ihren Wachstumserwartungen sehen 71% der Uhrenchefs einen positiven Ausblick für China und das übrige Asien. Eine grosse Mehrheit der Befragten (68%) rechnet nach wie vor damit, dass der US-Markt in den kommenden 12 Monaten wachsen könnte, was ihn auf Rang drei der vielversprechendsten Uhrenmärkte positioniert.

Externe Risikofaktoren bleiben hoch

Mit der Umsetzung der neuen Swissness-Vorschriften Anfang 2017, die vorsehen, dass mindestens 60% der Kosten eines Uhrenherstellers in der Schweiz entstehen müssen, hat ein neuer Faktor seinen Weg in die Liste der fünf grössten Risiken (25%) gefunden. Lediglich 57% der befragten Führungskräfte sehen die schwächere ausländische Nachfrage als erhebliches Risiko für ihr Geschäft an. Im Jahr 2016 waren es dagegen noch 79%.

Der starke Schweizer Franken stellt ein weiteres Risiko dar, obwohl dies von den Befragten heute als weniger wichtig erachtet wird als noch im Vorjahr (46% im Jahr 2017 gegenüber 50% im Jahr 2016). Die Konkurrenz durch Smartwatches nennen heute weniger als ein Viertel der Befragten (23%), womit dieser Trend im Vergleich zu 2016 (21%) beinahe unverändert als Risiko angesehen wird.

Die Branche kämpft mit Überkapazitäten

Obgleich in den Chefetagen der Optimismus zurückgekehrt ist, kämpft die Uhrenbranche weiterhin mit teils erheblichen Überkapazitäten.

So sagen 72% der befragten Führungskräfte, dass die in 2017 zur Verfügung stehenden Produktionskapazitäten den tatsächlichen Bedarf bei weitem überschreiten. In 2016 lag dieser Anteil noch bei 63% und in 2014, als der Boom noch ungebrochen war, gar nur bei 11%.

Digitalisierung als Schlüssel zum Erfolg

Erstmals seit der ersten Veröffentlichung der Deloitte Uhrenstudie im Jahr 2012 zählte bei den Geschäftsstrategien der «Aufbau von Vertriebskanälen in den Bereichen E-Commerce und Digitalisierung» zu den neuen Antwortoptionen. 55% der Uhrenchefs messen diesem Thema eine hohe strategische Priorität bei und rückt somit auf Anhieb auf den zweiten Platz hinter der Einführung neuer Produkte (mit 64% etwas geringer als der Anteil von 69% im Jahr 2016).

Gemäss Befragung geht die Uhrenindustrie davon aus, dass es heute umso wichtiger ist, über eine klare und belastbare Digitalisierungsstrategie zu verfügen. Der Umsatz des Online-Detailhandels steigt sehr viel schneller als der allgemeine Umsatz. Bis vor kurzem traten die meisten Schweizer Uhrenmarken Online-Vertriebswegen gegenüber betont skeptisch auf. Dies scheint jedoch nicht länger der Fall zu sein.

Jules Boudrand, Direktor Swiss Watch Industry bei Deloitte Schweiz, meint dazu: «Schweizer Uhren wie TAG Heuer oder Panerai haben in diesem Jahr die ersten Uhren eingeführt, die ausschliesslich online verkauft werden sollen. Im Rahmen von Partnerschaften zwischen Luxusuhrenmarken und Blogs wurden für manche Marken limitierte Serien entwickelt. Diese Massnahmen werden zusätzlich zu der von zahlreichen Schweizer Uhrenmarken vorangetriebenen Entwicklung von Monomarken-E-Boutiquen durchgeführt.»

Allerdings umfasst die Digitalisierung heutzutage weitaus mehr als nur den Online-Detailhandel. Aufgrund der zunehmenden Vernetzung der Kunden weitet sich der digitale Einfluss auf den Offline-Detailhandel aus. Gemäss der Online-Konsumentenumfrage von Deloitte unter 4‘500 Personen in sechs Ländern bevorzugt eine deutliche Mehrheit der Teilnehmer nach wie vor den Kauf von Uhren im stationären Einzelhandel, wenngleich in Deutschland bereits die Hälfte der Befragten erwägt, dies online zu tätigen. Die Nutzung digitaler Vertriebswege ist auch für die Marketingstrategien der Schweizer Uhrenunternehmen zu einem ganz entscheidenden Faktor geworden.

2017 bleiben soziale Medien der wichtigste Marketingkanal, gefolgt von der Notwendigkeit, über ein Social-Community-Managementteam zu verfügen. Blogger werden 2017 als etwas weniger wichtig angesehen als noch in 2016; sie sind auf den dritten Platz zurückgefallen.

Smartwatches werden nicht als Bedrohung wahrgenommen

Selbst wenn Apple sein Angebot weiter ausbaut und andere Marktteilnehmer Partnerschaften mit grossen Sportmarken ankündigen, um Marktanteile zu gewinnen, sehen Schweizer Uhrenchefs Smartwatches nicht als grundsätzliche Bedrohung für ihr Geschäft an.

Die überwiegende Mehrheit (72%) geht nicht davon aus, dass sie sich auf ihre Umsätze auswirken, und 14% betrachten Smartwatches sogar als Chance.

«Der Ausbau der Marktführung von Apple wird nach wie vor primär von Gesundheits- und Fitnessaspekten vorangetrieben.

Er bleibt jedoch selbst für Technologieunternehmen schwierig, was durch die jüngsten Ausstiege aus dieser Kategorie (Beispiel Motorola oder Sony) belegt wird. Da die neuesten von TAG Heuer, Montblanc und Louis Vuitton eingeführten Smartwatches allesamt mit dem Google Betriebssystem Android Wear ausgestattet sind und deshalb eine ähnliche Funktionalität besitzen, werden Markenattraktivität, Preispositionierung und Differenzierungsfaktoren für einen potenziellen Erfolg entscheidend sein», so Jules Boudrand. Genaueres wird die Zukunft zeigen.

Millennials stimmen Branche zuversichtlich

Millennials stellen bereits einen einflussreichen und zunehmenden Bestandteil des PremiumVerbrauchermarkts dar und werden gemäss einer aktuellen Studie von Deloitte bald sogar das dominierende Segment sein. Laut Befragung würden die meisten von ihnen lieber eine Luxusuhr im Wert von CHF 5‘000 kaufen, statt jährlich in den nächsten zehn Jahren eine neue Smartwatch für CHF 500, wenn sie denn ein Budget von CHF 5‘000 zur Verfügung hätten. Ein weiterer Indikator, dass die Schweizer Luxusuhrenbranche durchaus eine positive Zukunft haben kann – auch unter den kommenden jüngeren Generationen.

Ob das für die Einstiegsklasse der Quarzuhren und einfachen, industriell gefertigten mechanischen Uhren ebenfalls gilt, bleibt indessen fraglich.

 

LINKS:

 

It's only fair to share...Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on Google+

Zenith Chronomaster El Primero Full Open

Neuheit 2017: das legendäre El Primero-Uhrwerk zeigt dem Betrachter seine hohe Frequenz durch das gänzlich geöffnete und skelettierte Zifferblatt in voller Schönheit.

Freie Sicht auf den legendären Mechanismus: Der berühmte Automatikchronograph Chronomaster El Primero « Full Open » von Zenith trägt seinen Namen zu Recht, denn er kann nun dank des vollständig geöffneten und skelettierten Zifferblatts das Herzstück seiner Leistung und Präzision zeigen.

Zum Verständnis der Wurzeln der ikonischen Chronomaster-Kollektion bietet Zenith den legendären Chronographen El Primero in drei verschiedenen Versionen an:

  • mit vollständig geschlossenem Zifferblatt (geschlossen),
  • mit halbgeöffnetem Zifferblatt (Open) und jetzt auch
  • mit vollständig geöffnetem Zifferblatt (Full Open)

wobei die letztgenannte Version die aktuellste und damit DIE Neuheit 2017 ist.

Die vollständige Öffnung gibt dem Kunden Blick auf das Hochfrequenz-Uhrwerk ungehindert frei. Mit einer Frequenz von 5Hz (36 000 Halbschwingungen pro Stunde) ist es ein sog. Schnellschwinger und ermöglicht die Messung der Zeit mit der geneauigkeit einer Zehntelsekunde. Das hochpräzise Uhrwerk Zenith El Primero besteht aus 326 Einzelteilen, davon 31 Lagersteine.

Obgleich die Mechanik nun vollständig sichtbar gemacht wurde wurde, bleiben wichtige Merkmale des historischen Originals aus dem Jahr 1969 bestehen:

  • Bei der 38-mm-Version wurde das Datumsfenster – genau wie beim Original – auf 4.30 Uhr positioniert.
  • Ebenso findet sich das berühmte Blau wieder, das genau mit dem Ton der historischen Version übereinstimmt.

Drei kleine Zusatzzifferblätter vervollständigen das Gesamtbild: bei 3 Uhr ein 30-Minuten-Zähler, bei 6 Uhr der 12-Stunden-Zähler und bei 9 Uhr der Zähler für die kleine Sekunde.

Der silberne Höhenring, die schwarz-weiße Minutenteilung sowie die fluoreszierenden facettierten Indizes und Zeiger sorgen für beste Ablesbarkeit, ohne die Sicht auf das Uhrwerk zu verdecken. Die Signatur von Zenith ist auf die Innenseite des Saphirglases gedruckt.

Das Gehäuse nimmt die historische Form des berühmten El-Primero Chronographen von 1969 auf. Der Gehäuseboden ist mit einem Saphirglas versehen, welches den Blcik auf den rückseitigen Teil dieses feinen Chronographenkaliber freigibt.

Der neue El Primero Chronograph Full Open ist wahlweise im Durchmesser 38 mm oder 42 mm in Edelstahl oder zweifarbig in Edelstahl mit Lünette aus 18 Karat Roségold erhältlich, mit Armband aus Alligatorleder (schwarz bei der Stahlvariante und braun bei der zweifarbigen Version mit Roségold) oder aus Metall.

Technische Daten:

El-Primero-Säulenradchronograph mit Automatikaufzug und Datumsanzeige
Vollständig geöffnetes, skelettiertes Gehäuse mit Blick auf das legendäre Uhrwerk

UHRWERK:
Uhrwerk El Primero 400, Automatikaufzug Kaliber 13½ „` (Durchmesser: 30 mm) Höhe des Uhrwerks: 6,6 mm Bauteile: 326 Lagersteine: 31 Frequenz: 36 000 Halbschwingungen pro Stunde (5 Hz) Gangreserve: > 50 Stunden Veredelungen: Schwungmasse mit „Côtes de Genève“

FUNKTIONEN:
Stunden- und Minutenzeiger aus der Mitte Kleine Sekunde bei 9 Uhr Chronograph : – Zentraler Chronographenzeiger – 12-Stunden-Zähler bei 6 Uhr – 30-Minuten-Zähler bei 3 Uhr Datumsfenster bei 6 Uhr (Version 42 mm) und bei 4.30 Uhr (Version 38 mm)

GEHÄUSE, ZIFFERBLATT & ZEIGER:
Durchmesser: 42 mm und 38 mm Höhe: 12,75 mm Glas: gewölbtes, beidseitig entspiegeltes Saphirglas Gehäuseboden: transparentes Saphirglas Material: Stahl, mit Lünette aus 18 Karat Roségold bei der zweifarbigen Version Wasserdichtigkeit: 10 ATM, entspricht 100 Meter Wassertiefe Zifferblatt: skelettiert Stundenindizes: rhodiniert oder vergoldet, facettiert und mit SuperLuminova SLN C1 beschichtet Zeiger: rhodiniert oder vergoldet, facettiert und mit SuperLuminova SLN C1 beschichtet

ARMBÄNDER & SCHLIESSEN:
Geschnittenes Alligatorleder, schwarz oder braun, mit Kautschuk-Innenfutter Dreifachfaltschließe aus Edelstahl

 

Über ZENITH:

Die 1865 von dem visionären Uhrmacher Georges Favre-Jacot in Le Locle gegründete Manufaktur Zenith machte sich bald mit der hohen Präzision ihrer Zeitmesser einen Namen. Innerhalb von 150 Jahren gewannen ihre Bordinstrumente, Armband- und Taschenuhren bei Chronometrie-Wettbewerben 2333 Preise – ein unübertroffener Rekord! 1969 gelangte die Marke mit dem legendären Kaliber El Primero zu Weltruhm, dem ersten integrierten Chronographen mit Schaltrad und automatischem Aufzug, der aufgrund seiner hohen Unruhfrequenz von 36.000 Halbschwingungen pro Stunde auf die Zehntelsekunde genau anzeigt und inzwischen in über 600 Varianten produziert wurde. Sämtliche Uhren von Zenith werden in Le Locle konstruiert und gefertigt und sind ausnahmslos mit Manufakturwerken ausgestattet. Als eines der wenigen Unternehmen der Uhrenbranche befindet sich die Manufaktur heute noch an exakt dem Ort, an dem der Gründer einst seine erste Werkstatt einrichtete.

 

LINKS:

 

It's only fair to share...Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on Google+