Mats Hummels ist neuer Markenbotschafter von TAG Heuer

TAG Heuer ist seit Beginn der Saison 2015/2016 offizieller Partner und offizieller Zeitnehmer der Bundesliga und der 2. Bundesliga, nun wurde dieses noch abgerundet durch einen neuen Markenbotschafter. Mats Hummels, der Verteidiger vom FC Bayern München und Weltmeister von 2014 wird dem Bundesliga-Engagement von TAG Heuer ein Gesicht verleihen.

 

 

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Die Vorstellung der neuen Partnerschaft zwischen TAG Heuer und Mats Hummels fand im Münchener Hotel Bayerischer Hof statt.
Der TAG Heuer Commercial Region Director Philippe Roten präsentierte zusammen mit der Sky-Sportmoderatorin Esther Sedlaczek das neue Teammitglied.

 

Das neue „Familienmitglied“ bei TAG Heuer ist die perfekte Verkörperung des TAG Heuer-Markenslogans #DontCrackUnderPressure.

Mats Hummels ist, laut Jean-Claude Biver, CEO von TAG Heuer und Präsident der LVMH-Uhrensparte, ein Fußballer, der mit seiner Mentalität und Ausstrahlung Zeichen setzt. Besonders herauszustellen sind seine Ruhe am Ball und die Sicherheit, die er auch in Situationen mit hohem physischem und psychischem Druck ausstrahlt.

 

 

 

Der sympathische Verteidiger vom FC Bayern München stand während der Pressekonferenz entspannt Frage und Antwort, er sprach über seine Fußball-Laufbahn und natürlich über das Thema „Zeit“ – welche er mit seiner Frau und Freunden, aber auch sehr gerne auf dem Fußballfeld verbringt.

Auch erzählte er, dass er die Marke TAG Heuer schon länger beschäftige und sich mit ihr sehr gut identifizieren könne. Er sei immer wieder fasziniert von den neuen Entwicklungen, den Innovationen und diversen Aktivitäten der Marke. Zudem ist TAG Heuer sehr aktiv im Sport – das passt!

 

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Er selbst trägt das Modell CARRERA Calibre HEUER 01, einen Automatik-Chronograph mit Gehäuse aus schwarzen Titan und schwarzen, skelettierten Zifferblatt. Das besondere hierbei – ein Manufakturkaliber aus dem Hause TAG Heuer.

 

 

Im Rahmen der Vorstellung im Hotel Bayerischer Hof wurde ein Scheck in Höhe von 5.555,- € – in Anlehnung an Mats Trikotnummer „5“ – für das UNICEF-Engagement von Mats Hummels überreicht. Am Abend wurde dann die Summe des Schecks von TAG Heuer noch auf 10.000,- € aufgestockt.

 

Einige Impressionen vom Event:

 

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Mats Hummels wird auf und neben dem Fußballplatz dem Bundesliga-Engagement von TAG Heuer ein Gesicht verleihen und die Marke, besonders auf dem deutschen Markt, durch gemeinsame Marketingaktivitäten noch bekannter machen.

 

 

TAG Heuer

Der Name TAG Heuer steht seit 1860 für die Avantgarde der Schweizer Uhrmacherkunst. Dabei definiert die traditionsreiche Manufaktur konsequent die Grenzen des Möglichen neu und bricht mit althergebrachten Regeln. So überwindet die Stärke des menschlichen Geistes immer wieder technologische Hürden und lässt faszinierende Uhren und Chronographen entstehen. Dauerhafte Partnerschaften mit Motorsport-Teams und charismatischen Botschaftern bieten die Basis, um Zeit mit beispielloser Präzision zu beherrschen, statt einfach nur den Konventionen des Handwerks zu folgen. Der fest in der DNA von TAG Heuer verankerte Rennsport sowie die Ausnahmeathleten des Dream-Teams der Marke reflektieren dabei perfekt ihre Kernwerte: mentale Stärke, Mut und Zielstrebigkeit. DONʼT CRACK UNDER PRESSURE. Das ist kein Slogan, sondern ein Bekenntnis.

 

 

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Bitkom-Studie: Unerwartet hohe Akzeptanz der smarten Uhren bei den Kunden

Bitkom, der Branchenverband der Digitalen Wirtschaft in Deutschland, hat zum Thema der intelligenten Uhren (Smartwatches) eine umfangreiche Befragung und Studie durchgeführt. Dazu wurden von Bitkom Research im Auftrag von Bitkom in einer repräsentativen Umfrage etwas mehr als 1000 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt.

Smartwatches gehören zur Kategorie der sogenannten „Wearables“. Darunter sind digitale Geräte zu verstehen, die am Körper getragen werden. Gekoppelt mit dem Smartphone können sie unter anderem E-Mails, Messenger-Nachrichten oder SMS anzeigen, Gesundheitsdaten messen oder zur Steuerung des Smartphones genutzt werden.

Rund jeder Fünfte (18 Prozent) Deutsche ab 14 Jahren möchte in Zukunft auf jeden Fall eine Smartwatch nutzen, rund ein Viertel (28 Prozent) kann sich das zumindest vorstellen. Damit zeigt fast die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) Interesse an Smartwatches.

Potenzielle Nutzer wollen die smarten Uhren vor allem beim Sport nutzen. So würden drei von fünf Smartwatch-Interessierte (61 Prozent) gerne Informationen von Fitness-Apps per Smartwatch abrufen. „Informationen wie etwa die zurückgelegte Strecke, den Puls oder den aktuellen Musiktitel können mit der Smartwatch direkt am Handgelenk abgerufen werden“, sagt Timm Lutter, Bitkom-Experte für Consumer Electronics & Digital Media. „Das kann vor allem beim Sport sehr vorteilhaft sein.“

Auch in anderen Alltagssituation sehen Smartwatch-Interessierte verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) interessiert sich für die Funktion, auf dem Smartphone eingehende Kurznachrichten anzeigen zu lassen.

Die Möglichkeit Gesundheitsdaten wie Puls oder Blutdruck zu messen und bei gefährlichen Werten Alarm zu schlagen, schätzen zwei von fünf Befragten (39 Prozent) als besonders interessant ein.

Rund ein Viertel (24 Prozent) kann sich vorstellen, das Smartphone mit der Uhr zu steuern, 23 Prozent der Befragten möchte die Smartwatch zur Navigation nutzen.

Bitkom-Studie_Smartwatch

 

Diejenigen, die sich nicht für Smartwatches interessieren, geben dafür unterschiedliche Gründe an. 34 Prozent fürchten, dass ihre Daten in falsche Hände geraten oder missbraucht werden könnten. „Besonders sensible Gesundheitsdaten müssen durch höchste Standards für Datenschutz und technische Sicherheitsmaßnahmen geschützt werden.“, sagt Lutter.

Jeder fünfte Befragte gibt an, dass die Bedienung der Uhren zu kompliziert sei (22 Prozent). Lediglich jeder Vierte (28 Prozent) gibt an, keine Smartwatch nutzen zu wollen, da er oder sie die bisher getragene Armbanduhr nicht eintauschen möchte.

Gut ein Viertel (24 Prozent) wiederum findet die Geräte zu teuer, 18 Prozent der Befragten ist nicht klar, welchen Nutzen die intelligenten Uhren haben sollen. Auch die Optik der Uhren war bisher ein Grund, vom Kauf einer Smartwatch abzusehen: 17 Prozent der Befragten gefallen die bislang erhältlichen Designs nicht. Bei den ersten Smartwatch-Generationen lag der Fokus primär auf der Technik.

Bei neueren Modellen sind jetzt auch vermehrt klassische und reduzierte Designs anzutreffen. Dazu haben namhafte Hersteller Produkte auf den Markt gebracht, die auch die Zielgruppe der klassischen Uhrenträger anspricht.

Nur noch jeder Dritte Befragte (32 Prozent) gibt an, dass er sich bislang noch nicht mit dem Thema Smartwatch beschäftigt hat.

 

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Das Cricket-Kaliber V-40 von Vulcain

Die Schweizer Uhrenmanufaktur Vulcain nimmt in der Welt der Haute Horlogerie eine besondere Stellung ein. Mit einer reichhaltigen und vielfältigen Geschichte von mehr als 150 Jahren, vermochte sich die in Le Locle ansässige Marke mit ihren klassischen Zeitmessern im Uhrenmarkt zu behaupten –  vor allem durch die Entwicklung des Cricket-Weckeruhrwerks.

 

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts versuchten die Uhrmacher, eine Wecker-Armbanduhr zu konstruieren. Dabei stellte sich jedoch das scheinbar unlösbare Problem, im begrenzten Raum einer Armbanduhr von üblichem Kaliber einen Weckmechanismus unterzubringen. Alle Versuche mit Glocken, einem Gestell mit akustischen Organen oder selbst einer Klaue, die auf das Handgelenk des Trägers einwirkte, brachten nur enttäuschende Ergebnisse.
Im Jahr 1947 gelang es dann der Manufaktur Vulcain, die Schweizer Uhrenindustrie mit der ersten Wecker-Armbanduhr zu bereichern, die ebenso laut klingelt wie ein großformatiger Wecker und deren Schrillen dem durchdringenden Zirpen der Grille ähnelt, weshalb die Uhr den Namen «Cricket» erhielt.

Nach seiner Einführung im Jahr 1947 setzte sich dieses Kaliber rasch als wichtige uhrentechnische Neuerung durch. Die Cricket-Uhr prangte schon bald am Handgelenk bedeutender Persönlichkeiten. Seither hat Vulcain diese bahnbrechende Konstruktion, die die DNA der Marke geblieben ist, unablässig weiterentwickelt.

 

Auf der Baselworld 2016 wurden die neusten Modelle der Kollektion 50s Presidents’ Watch vorgestellt. Sie entsprechen auf vollendete Weise den grafischen Codes der Marke, indem sie Schlichtheit gekonnt mit Eleganz verbinden

 

Dezentrierte Zeiger für die Sekunde und den Wecker

Kennern fällt die Besonderheit der beiden dezentral angeordneten Zeiger sofort auf. Eine große Veränderung, denn alle Cricket-Weckeruhren waren bisher immer mit vier Zeigern aus der Mitte für Stunde, Minute, Sekunde und Weckzeit ausgestattet.

 

 

Das Räderwerk für die Sekunde sowie jenes für das Weckerschlagwerks wurden so verändert, dass diese beiden Zeiger dezentriert angeordnet werden konnten. Dafür wurde die Höhe der Achse geändert und der Lagerstein des Sekundenrads ausgewechselt.
Da die zentrale Sekunde entfiel, wurden die Lager der Minutenradbrücke modifiziert und die Zeigerstifte entfernt. Abschließend wurde die Höhe des Weckerrads reduziert.

 

 

Noch mehr Gangreserve

Für Vulcain war es entscheidend wichtig, beim Cricket-Kaliber mehr Gangreserve bieten zu können. Deshalb wurde die Spirale des Uhrwerks verlängert und dafür der Durchmesser der Federwelle verringert. Dadurch konnte die Gangreserve um 10 Stunden erhöht werden, so dass die Besitzer einer Cricket-Uhr künftig 52 Stunden Gangreserve zur Verfügung hat.

Um die Qualität und Effizienz des Kundendienstes zu verbessern, änderte Vulcain außerdem das  Futter der Ankerradbrücke, indem das bisherige kombinierte Futter durch eine KiF-Duofix-Stoßsicherung ersetzt wurde.

 

 

Diese verbesserte Version der Kaliber-Ikone Cricket V-10 beweist den dynamischen und innovativen Willen der Uhrenmanufaktur Vulcain.

 

Vulcain Watches:

150 Jahre leidenschaftliche Uhrmacherei, aber auch 150 Jahre Kreativität, Innovation und Know-how auf höchstem Niveau. Das Atelier der Brüder Ditisheim, dem Geburtsort der Marke VULCAIN, wurde 1858 gegründet und stach von Anfang an durch seine Uhren mit Komplikationen heraus, die auf mehreren großen Messen Auszeichnungen erhielten. Fast ein Jahrhundert später lancierte VULCAIN das erste zuverlässige mechanisches Schlagwerk, das die ganze Welt eroberte. Das legendäre Cricket-Kaliber gewann an Bekanntheit, bevor es schließlich als „Präsidentenuhr“ in die Geschichte einging. Die amerikanischen Präsidenten Eisenhower, Trumann, Nixon und Johnson zeigten sich nämlich alle mit einer VULCAIN am Handgelenk, was der Uhr ihren ausgezeichneten Ruf einbrachte. Die technischen Qualitäten der VULCAIN Uhren sollten aber auch Erforscher und Abenteurer begeistern. Seit den 1950er Jahren ist die Marke aus Le Locle Partner von berühmten Expeditionen, tief hinab in die Meere und hoch hinauf in die Berge.

 

 

 

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Die neuen SWISS MADE Regelungen ab 2017, Fluch oder Segen? Eine Diskussion

Ab Januar 2017 verschärft das „Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum“ die Regelungen für das Qualitäts-Siegel „ Swiss Made “. Hatte sich der Begriff bislang hauptsächlich auf die Herkunft des Uhrwerks bezogen, so gelten die Vorgaben ab Januar 2017 für die gesamte Uhr.

Konkret heißt das:

  • Künftig müssen für eine Uhr als Ganzes (Endprodukt) mindestens 60 Prozent der gesamten Wertschöpfung in der Schweiz anfallen – anders als bisher, wo die Forderungen sich einzig auf das Uhrwerk bezogen haben. Bei den Herstellkosten dürfen nunmehr jedoch auch die Abschreibungen für die anteiligen Entwicklungskosten eingerechnet werden.
  • Das Uhrwerk bleibt aber in seiner Bedeutung ganz vorne dabei. So muss mindestens die Hälfte seines Wertes aus Bestandteilen Schweizerischer Fabrikation bestehen und mindestens 60 Prozent der Herstellkosten müssen in der Schweiz anfallen.
  • Die technische Entwicklung sowie der Bau von Prototypen einer «Swiss Made»-Uhr sowie eines «Swiss Made»-Uhrwerks müssen künftig ebenso in der Schweiz erfolgen.
  • Damit im Zuge der aktuellen technologischen Entwicklungen auch die sog. «Smartwatches» von der «Swiss Made»-Verordnung für Uhren erfasst werden, wird der Begriff „Uhr“ entsprechend weiter gefasst.

Die Fragen, die sich nun stellen, lauten wie folgt:

  1. Welches sind die gravierenden Unterschiede zur bisherigen Regelung?
  2. Welche Bedeutung bzw. Konsequenz haben die Änderungen für die Hersteller?
  3. Welchen Nutzen zieht letztlich der Kunde daraus?

 

Bevor wir uns den drei Fragen zuwenden, sehen wir uns den Begriff „Swiss Made“ nochmals etwas genauer an und befragen dazu Wikipedia. Dort steht zu lesen:

Definition:

Der Begriff Swiss Made stellt eine Herkunftsauszeichnung für Schweizer Produkte dar, ähnlich anderen Herkunftsbezeichnungen wie beispielsweise „Made in Germany“. Die Kennzeichnung soll Verbrauchern auch als Qualitätssiegel dienen. Begriffe wie Made in Switzerland, Fabriqué en Suisse oder Hergestellt in der Schweiz hätten als Kennzeichnung auf Zifferblätter von Uhren aufgrund der Länge und Leerzeichen zu Problemen führen können. Daher erlaubt das Schweizer Gesetz auch die Bezeichnungen Suisse, produit suisse, fabriqué en Suisse, qualité suisse oder Übersetzungen wie Swiss oder eben Swiss Made. Der Begriff findet sich auf vielen Schweizer Uhren wieder, in der Regel auf dem Zifferblatt bei der 6.

Aber was erhält der Kunde, wenn er im Jahr 2016, also noch vor der Novellierung der neuen Richtlinie in einem Fachhandel eine sog. „Swiss Made“ Uhr erwirbt?

 

Die aktuelle, bis Ende 2016 noch gültige Mindestvorgabe lautet

Eine Uhr ist dann als Schweizer Uhr (Swiss Made) anzusehen, wenn:

  1. ihr Werk schweizerisch ist;
  2. ihr Werk in der Schweiz eingeschalt wird und
  3. der Hersteller ihre Endkontrolle in der Schweiz durchführt.

Ein Uhrwerk ist als Schweizerisch anzusehen, wenn:

  1. es in der Schweiz zusammengesetzt wird;
  2. es durch den Hersteller in der Schweiz kontrolliert wird und
  3. die Bestandteile aus schweizerischer Fabrikation, ohne Berücksichtigung der Kosten für das Zusammensetzen, (also die reinen Materialkosten) mindestens 50 Prozent des Wertes ausmachen.

D.h. bei Uhren aus aktueller Produktion gibt es keine Vorgaben hinsichtlich der Herkunft von Bändern, Gehäusen, Zifferblättern und Zeigern. Lediglich das Uhrwerk muss der „Swiss Made“ Regelung genügen und die Uhr muss in der Schweiz montiert und geprüft werden.

Werden also Band, Gehäuse, Zifferblatt und Zeiger beispielsweise von außerhalb der Schweiz bezogen, so stellt dies keinen Mangel dar, solange eben alles in der Schweiz montiert und ein Schweizer Uhrwerk eingeschalt wird. Mit der bisherigen Regelung, zahlreiche Komponenten – ausgenommen das Uhrwerk – auch von außerhalb der Schweiz beziehen zu können, war den Herstellern die Möglichkeit gegeben, sich bei günstigeren Lieferanten und Standorten umzusehen und so bezahlbare „Swiss Made“ Uhren auch im Einstiegssegment zu realisieren.

 


Im Bild: Das STP 1-11 in der Ausführung mit gebläuten Schrauben.

 

Ob die bestehende „Swiss Made“ Regelung für den Endkunden nun ausreichend erscheint oder nicht, ist schwer auszumachen. Für die Qualität des Endproduktes ist vielmehr entscheidend, wo und von wem das Produkt entwickelt wird, also beispielsweise festgelegt wird, welche Materialien zu verwenden sind und in welchen Toleranzen und Güten die Einzelteile zu fertigen und zu liefern sind. Wer das macht, wie und wo das zu geschehen hat, legt der verantwortliche Entwickler und Auftraggeber – also meist der Uhrenhersteller – fest.

Bei der späteren Montage aller Einzelteile zu einer fertigen Uhr in den Ateliers der Uhrenhersteller werden dann alle Komponenten zusammengefügt und zuvor auf die Einhaltung der vereinbarten Qualitätsmerkmale überprüft. Dafür haftet und garantiert der Hersteller heute schon.

Mit dieser Regelung sind Hersteller und Kunden über mehrere Jahrzehnte gut zurecht gekommen.

 

Die Auswirkungen der neuen Regelung

Was gab denn nun den Anstoß, die bestehende Reglung zu ändern, wenn angeblich alle zufrieden waren? Der Kunde gab den Anstoß wohl kaum, da dieser die zuvor beschriebenen Feinheiten in der Regel ohnehin weder kennt, noch kennen möchte.

Wenn ein Kunde sich beispielsweise eine TISSOT kauft, so trägt diese das Qualitätssiegel „Swiss Made“. Kauft er sich stattdessen eine Rolex oder Patek Philippe, so tragen diese ebenfalls dieses Siegel und kaum jemand macht sich Gedanken, was da im Hintergrund läuft und wer wo welche Teile bezieht.

 


Im Bild: Tissot: Le Locle Regulateur

 

Nun wird es vermutlich so sein, dass die Premium-Manufakturen – allein der Begriff steht schon für eine hohe hauseigene Wertschöpfung (Vertikalisierung) – die meisten Teile entweder selbst fertigen oder dazu Lieferanten in ihrer unmittelbaren Umgebung in der Schweiz unter Vertrag haben, die nicht nur allerhöchsten Qualitätsansprüchen genügen, sondern auch technologisch ganz vorne mitspielen. Die vom Kunden abverlangten hohen Preise machen dies möglich aber auch nötig.

Bei Uhren im Einsteigersegment sieht die Welt natürlich anders aus. Hier muss jeder Cent bzw. Rappen dreimal umgedreht werden, denn es heißt Zielkosten einzuhalten, soll die Uhr hinterher im Handel wettbewerbsfähig und dennoch kostendeckend angeboten werden können. Für solche Modelle ist der Hersteller häufig gezwungen, sich nach Lieferanten im kostengünstigeren Ausland umzusehen, zumal der starke Franken hilft und Anreize schafft, günstig im Ausland einzukaufen.

Ob das nun Bänder aus Italien oder Frankreich oder Gehäuse aus Fernost sind, spielt eigentlich keine Rolle. Die in Fernost heute eingesetzten Werkzeugmaschinen sind in aller Regel aus Schweizer, deutscher oder japanischer Produktion und entsprechen damit exakt dem, was hierzulande ebenfalls State of the Art ist. D.h. die Teile, die an fernen Standorten auf solchen Maschinen gefertigt werden, sind in ihrer Qualität nicht von jenen zu unterscheiden, die in der Schweiz gefertigt werden, vorausgesetzt, die strengen Qualitätsvorgaben werden auch eingehalten. Dafür aber steht der Uhrenhersteller in der Verantwortung dieses zu gewährleisten und kann so den erwirtschafteten Kostenvorteil an den Endkunden weitergeben.

Das iPhone von Apple wird bei einem großen Elektronik-Zulieferer in Fernost gefertigt und trägt als Herkunftsbezeichnung „Made in China“. Die Geräte sind anerkanntermaßen von höchster Qualität und begeistern die Käufer immer wieder auf´s Neue. Anderer Ware aus China haftet hingegen noch häufig das Billigimage an.

 

Was sagt uns das?

Letztlich ist für den Verkaufserfolg nicht primär die Herkunftsbezeichnung ausschlaggebend, sondern der Markenname, der dahinter steht. So gehen Automobilhersteller in der Premiumklasse immer mehr dazu über, nicht mehr „Made in ….“ zu verwenden, sondern vielmehr „Made by …..“ Ob der bestellte BMW oder Mercedes nun in Deutschland (Made in Germany) oder in USA (Made in USA) oder sonst wo gefertigt wird, soll den Kunden nicht länger beschäftigen oder gar verunsichern. So nach dem Motto: „Hilfe mein BMW ist gar nicht „Made in Germany“, sondern „Made in USA“. Ist der damit jetzt schlechter?“ Solche oder ähnliche Fragen stellen sich nicht, wenn das Produkt stattdessen mit „Made by BMW“ versehen wird. So hat der Kunde die Sicherheit und Gewissheit, dass alle Fahrzeuge dieses Herstellers – und zwar unabhängig aus welchem Werk sie kommen – echte BMW´s sind und ohne Wenn und Aber denselben Qualitätskriterien genügen müssen.

Mit der neuen „Swiss Made“ Regelung 2017 verhält es sich aber völlig anders. Hier zählt tatsächlich primär die Herkunftsbezeichnung, die für den Kunden im Zeitalter der Digitalisierung und Globalisierung aber eigentlich immer unwichtiger wird.

 

Was lernen wir daraus?

Es scheint also vielmehr so zu sein, dass die Väter der neuen „Swiss Made“ Regelung weniger den Endkunden im Fokus hatten, als vielmehr versuchen, in schon fast protektionistischer Manier den Standort Schweiz für die Produktion von Uhren abzusichern und abzuschirmen, indem der zu erbringende Wertschöpfungsanteil nicht nur auf > 60% erhöht wurde, sondern sich statt auf das Uhrwerk künftig nun auf den Wert der gesamten Uhr bezieht. Die Hersteller – speziell in der Einstiegspreisklasse – werden gezwungen sein, auch kostenintensive Komponenten wie Gehäuse oder Bänder nicht mehr im kostengünstigeren Ausland sondern im Hochlohnland Schweiz zu produzieren und einzukaufen. Da helfen dann selbst Zulieferungen aus Deutschland oder Italien nicht. Beide Standorte sind eben nicht „Swiss Made“.

Die Kosten für die fertigen „Swiss Made“ Uhren werden sich ab 2017 damit einmal mehr nach oben bewegen. Der Nutzen für den Kunden? Vermutlich gar keiner! Die Uhren werden dadurch weder besser noch ganggenauer, noch haltbarer, oder wertstabiler als bisher, eher im Gegenteil.

Die Bereitschaft des Kunden ab 2017 für eine „Swiss Made“ Uhr künftig noch mehr Geld zu bezahlen als für ein mit dem Prädikat Swiss Made 2016 versehenes identisches Modell, können wir nicht erkennen.

Für die Hersteller der Oberklassemodelle ändert sich in einer ersten Näherung hingegen nicht viel. Hier ist der Kostendruck auf Einzelteile geringer und damit die Möglichkeiten, die neuen Vorgaben ohne Preiserhöhungen umzusetzen, ungleich größer, wenngleich der ein oder andere vielleicht dennoch versuchen wird, daraus wieder Kapital zu schlagen.

 


Im Bild: Patek Philippe, Jahreskalender-Chronograph

 

 

Schlussfolgerung

Bei der Festlegung dieser neuen Bestimmungen wurde einmal mehr die Rechnung ohne den Wirt, oder sagen wir besser, ohne den Kunden gemacht. Die Schweizer Uhrenindustrie erweist sich u.E. damit einen Bärendienst. Die Umsätze sind seit rund 2 Jahren stabil rückläufig und zwar in besonderem Maße in der Einstiegspreisklasse. Und wir wagen zu behaupten, dass den Kunden in diesem Segment die Bezeichnung „Swiss Made“ immer weniger wichtig sein wird. Hier sorgen vermehrt ganz neue Anbieter von intelligenten Uhren für völlig neue Herkunftsbezeichnungen, ohne dass dies den Kunden bislang irgendwie stören würde.

Und wenn ein Schweizer Hersteller, unter Einhaltung der bisherigen Vorgaben, seine Uhr bislang so gerade eben noch mit dem Prädikat „Swiss Made“ versehen konnte, so muss er dies – passt er die Wertschöpfungskette nicht entsprechend an – künftig entfallen lassen. Nur dann kann er die Fertigung des Uhrwerk und die gesamte Endmontage auch gleich komplett nach Fernost verlagern. Hilft das dann dem Standort Schweiz in irgendeiner Weise? Wohl kaum. Der Schuss könnte also nach hinten losgehen.

Wie lautet Ihre Meinung dazu?

 

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Der Autor:

Herr Dipl.-Ing. (FH) Patrick Weigert ist als Geschäftsführer einer Unternehmensberatungsgesellschaft u.a. für die Automobil- und Luxusgüterindustrie tätig und beobachtet und analysiert als Mitbegründer und Gesellschafter beim Deutschen Uhrenportal die Entwicklungen und Trends auf dem Sektor für hochwertige Uhren und neue Technologien.

 

 

Höchstleistung „Made in Germany“: Laura Ludwig und Kira Walkenhorst in Rio 2016

Nicht nur im Bau hochwertiger Uhren braucht sich der Standort Deutschland nicht mehr zu verstecken, das gilt insbesondere auch für jüngere Firmen, die mit dem nötigen Elan und sportlichen Ehrgeiz an das Thema herangehen.

Diesen Elan, sportlichen Ehrgeiz und vor allem Begeisterung zeigen dieser Tage auch unsere Beach Volleyball-Favoritinnen bei der Olympiade in Rio: Laura Ludwig und Kira Walkenhorst.

 

 

Wir hatten die Gelegenheit die beiden für Rio qualifizierten Favoritinnen bereits Ende Juni 2016 bei den Swatch Major Series Beach Volleball Meisterschaften in Porec, Kroatien, zu treffen und einigen Spielen beizuwohnen.

Daraus einige Schnappschüsse bei bestem Wetter, bester Stimmung und grandioser Leistung.

 

 

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Wir senden unserem starken deutschen Beach Volleyball – Team für ein erfolgreiches Finale in Rio, am Donnerstag den 18.August 2016, die allerbesten Wünsche. Daumen hoch!

 

 

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